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Bad Belzig Andrang zur Blutspende kurz vor Silvester
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Andrang zur Blutspende kurz vor Silvester
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18:44 30.12.2018
Mehr als 60 Menschen spenden einen Tag vor Silvester in Bad Belzig Blut. Erstmals auch Lisa Mrosek bei DRK-Schwester Ina Pohl. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Die Premiere war ein voller Erfolg. Der erstmals in Bad Belzig an einem Sonntag angebotene Sondertermin zur Blutspende fand riesigen Zulauf. Mehr als 60 Männer und Frauen ließen sich am vorletzten Tag des Jahres im Domizil des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Teil ihres Lebenssaftes abzapfen, um anderen Menschen damit womöglich das Leben zu retten. Einen Tag vor Silvester bildeten sich Warteschlangen.

„Ich gehe seit gut 30 Jahren zur Blutspende“, sagt Frank Kehling aus Görzke. Er nimmt den Weg nach Bad Belzig und die Wartezeit gerne auf sich, „weil hier das Essen besser ist als bei den Terminen bei uns“, verrät der 57-Jährige. Der Inhaber eines Hausmeisterdienstes hat bereits mehr als 50 Spenden abgegeben.

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Das erste Mal zum Aderlass

Die Spender-Liege gegen das bequemere Sonntagssofa getauscht hat auch Lisa Mrosek. Sie gehörte am Sonntag gar zu den Erstspendern in ihrem Heimatort. Ihre darin schon erfahrenen Eltern haben sie kurzerhand mitgenommen zum Spendetermin. „Nun werde ich wohl dabei bleiben – auch in Wilhelmshafen, wo ich jetzt wohne“, sagt die 25-Jährige noch während ihrer Premiere.

„Wir freuen uns über den großen Zuspruch hier zu unserer Sonntagspremiere“, sagt Melanie Bokowski, Gebietsreferentin vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Solche Sondertermine, die andernorts auch an den Weihnachtsfeiertagen angeboten wurden, haben einen ernsthaften Hintergrund. Kompensiert werden sollen so Versorgungslücken, die durch den Wegfall regulärer Spendetermine an Feiertagen entstehen. Nur so kann die Versorgung von Patienten in Kliniken und Arztpraxen in Berlin und Brandenburg auch rund um Weihnachten und den Jahreswechsel sichergestellt werden.

Als Dank für die Blutspender gab es einen Imbiss und eine Thermoskanne. So auch für Christian und Marion Gudd (li.) aus Dahnsdorf sowie Monika und Manfred Steinborn (re.) aus Bad Belzig. Quelle: Thomas Wachs

„Eine Blutspende zu Feiertagen hat vor dem Hintergrund der kurzen Haltbarkeit von Blutprodukten eine ganz besondere Bedeutung“, erklärt Kerstin Schweiger, die Sprecherin des regionalen Blutspendedienstes. Für viele Erkrankungen seien aus menschlichem Blut gewonnene Präparate oft die einzige Behandlungs- oder Heilungsmöglichkeit. „Aus jeder Spende werden drei lebensnotwendige Blutpräparate hergestellt“, so Schweiger. Einmal zu spenden bedeutet also, drei Mal zu helfen.

Tausende Spenden täglich nötig

Immerhin benötigt allein der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost an jedem Werktag in den Regionen Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein rund 1900 Blutspenden, um die Patientenversorgung mit lebensrettenden Präparaten kontinuierlich zu sichern. Allein in Berlin und Brandenburg sind es rund 650 Spenden. Bundesweit werden täglich gar 15.000 Blutspenden benötigt. „Es ist daher toll, dass die Spender auch an Feiertagen Sinn dafür haben und sich die Zeit dafür nehmen“, sagt Kerstin Schweiger. „Und irgendwie ist eine solche Spende ja auch ein besonderes Geschenk“, findet die DRK-Sprecherin.

Von Thomas Wachs