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Bad Belzig Die blanke Angst vor dem Verlust des Kreissitzes
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Die blanke Angst vor dem Verlust des Kreissitzes
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18:00 21.09.2018
Die Pläne zum Standort der Kreisverwaltung wurden kontrovers diskutiert. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Ein Wechselbad der Emotionen beschäftigt die Gäste am Donnerstagabend in der Albert-Baur-Halle. Der Andrang ist groß, mehr als 450 Bürger sind erschienen, um sich über die geplante Zentralisierung der Kreisverwaltung zu informieren. 107 Millionen Euro würde der Bau eines neuen zentralen Kreisverwaltungssitzes in Beelitz-Heilstätten kosten. Mehr als 300 Arbeitsplätze stehen in Bad Belzig zur Debatte.

Die Vorstellung des „Masterplan PM“ wurde kontrovers diskutiert. Zahlreiche Bad Belziger Bürger sind gegen eine geplante Zentralisierung der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten und wollten ein Zeichen setzen.

Bad Belziger wollen kämpfen

„Mir liegt am Herzen, dass die Stadt nicht abgegrenzt wird. Deshalb habe ich mir auf die Agenda geschrieben, für die Stadt zu kämpfen“, sagt Unternehmer David Hoffmann. Er hat den Eindruck, dass eine Zentralisierung der Kreisverwaltung hinter den Kulissen in den letzten Jahren aktiv geplant wurde. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) will „offen informieren, nicht bruchstückhaft.“

Beschlussfassung nun im Dezember

Der 64-Jährige betont, dass nicht alle Fragen zum Masterplan abschließend geklärt, sondern maximal angerissen werden können. Den Zeitplan für eine Beschlussfassung am 11. Oktober im Kreistag sieht er als zu eng gestrickt. Dies könne dazu führen, dass offene Fragen und Ängste nicht diskutiert werden. Deshalb wird die Beschlussfassung durch den Kreistag im Dezember anvisiert.

Gelächter und Diskussionen

Als der Landrat seine hohe Verbundenheit zum Hohen Fläming betont, erklingt Gelächter. „Hier werden Steuergelder verbraten. Warum bleibt die Verwaltung nicht in Bad Belzig, warum geht es nach Beelitz?“, hallt es aus dem Publikum. Auch der frühere Bildungsminister Günter Baaske ergriff das Mikrofon. Er wisse, dass es Beelitz viel besser gehe, als Bad Belzig. „Das sind andere Strukturen“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete.

Strukturelle Standort-Unterschiede

Dies werde bei der Betrachtung der Schuldenlast der Gemeinden und der Arbeitslosigkeit deutlich. „Das ist ein Unterschied und das merken die Leute auf der Straße. Und sie merken es, dass eine Entscheidung getroffen werden soll, die gegen die Region ist.“ Sein Appell an die Spitze der Verwaltung sei es, dringend über die Pläne nachzudenken. Barbara Klembt, die frühere Wiesenburger Bürgermeisterin fragt sich, warum keine Ein-Standort-Lösung in Bad Belzig in die Planungen miteinbezogen wurde. Für sie sind die Voraussetzungen für einen Neubau und gute ÖPNV-Anbindungen gegeben.

Wolfgang Blasig betonte stattdessen die gute Verkehrsanbindung von Beelitz-Heilstätten. Der Kommunalpolitiker argumentierte außerdem, dass Bürger gegenwärtig die Verwaltung in Bad Belzig auch nicht ideal erreichen, da die Bauverwaltung in Teltow und andere Verwaltungsabteilungen verteilt in Brandenburg sitzen.

Wolfgang Blasig will ordnen

Das sei die Situation, die vorgefunden und geordnet werden müsse. Dies sei notwendig, damit „wir auch in Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger – und die bestehen nicht nur aus dem Hohen Fläming – eine gute Verwaltung vorhalten können“, sagte Blasig. „Ist die Stationierung von 300 Mitarbeitern der große Knackpunkt oder ist er es nicht? Sind unter Umständen eine funktionierende Verwaltung und gut funktionierende Service-Punkte wichtiger?“, fragte sich der Kommunalpolitiker.

Ex-Landrat übt Kritik

Der frühere Landrat Lothar Koch kritisierte die Pläne zur Zentralisierung. „Wenn es soweit geht, dass Mehrheiten den Minderheiten etwas, was sie als Letztes haben, genommen werden soll, dann spreche ich von Unverstand.“ Die Kreissitz-Entscheidung sei für ihn ein Symbol, dass politisch entschieden werden müsse, das sich die Kreissitze in Potsdam-Mittelmark nicht verändern sollten. Für Koch sei die Frage, was in Beelitz besser als in Bad Belzig sei, nicht abschließend beantwortet.

Von André Großmann

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