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Bad Belzig Malerei in der Kirchenapsis leuchtet wieder
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Malerei in der Kirchenapsis leuchtet wieder
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12:52 23.12.2019
Die Malerei in der Apsis ist restauriert worden. Nun kann zu Heiligabend das Krippenspiel im liebevoll dekorierten Gotteshaus aufgeführt werden. Quelle: René Gaffron
Grubo

Wenn die Gläubigen am Heiligabend in die Gruboer Dorfkirche strömen, dürfen sie mehr denn je gespannt sein. Nicht nur wegen des von den Kindern unter Leitung von Theresia Altenkirch einstudierten Krippenspiels und des traditionsgemäß liebevoll dekorierten Gotteshauses. Vielmehr ist dessen Restaurierung gerade erst beendet worden. Die Apsis wirkt nun wieder mit ihrer schönen Malerei.

Die restaurierte Dorfkirche lädt zu Weihnachten wieder ein

„Die Sanierung wird jedoch erst auf den zweiten Blick deutlich“, räumt Katja Borchhardt vom Gemeindekirchenrat an. Schließlich waren erst 1991 der Putz am Sockel und Risse im Innenraum des spätromanischen Feldsteinbaus gekittet worden. Doch in der Zwischenzeit sind erneut Schäden aufgetreten. „Sie wurden durch das Zusammenwirken von kapillar eindringender Feuchtigkeit und bauschädlichen Salzen ausgelöst“, hat Udo Drott analysiert.

Restauratorenpaar am Werk

Der Restaurator aus Bad Belzig und seine Frau Petra haben dann selbst Hand angelegt und das Malheur in diesem Herbst beseitigt. Dank des Einsatzes von Kompressen mit destilliertem Wasser wurde die Salzbelastung in der Putzschicht reduziert, heißt es im Protokoll der beiden. Auch haftete die Leimfarbenmalerei nicht mehr. Sie musste mit pflanzlichen Leim und geringfügig verwendetem Acryldispersion gefestigt werden, so die Fachleute. Abschließend wurden Fehlstellen mit wasserlöslicher Farbe retuschiert der Sockel noch mit Leimfarbe rekonstruiert.

Rund 12.500 Euro hat die Restaurierung gekostet. 50 Prozent des Aufwandes wurden vom Landkreis Potsdam-Mittelmark gedeckt. „Sonst wäre die kleine Evangelische Gemeinde Grubo mit der Summe überfordert gewesen“, bestätigt Katja Borchhardt. Gleichwohl ortstypisch bei der Vor- und Nachbereitung der Arbeiten auch Eigenleistung eingebracht worden ist.

Erhalt von 37 Denkmalen gefördert

Insgesamt konnten 37 Bauherren zwischen Havel und Fläming in diesem Jahr in den Genuss des 300.000 Euro umfassenden Budgets gekommen. Eingegangen sind bei der Unteren Denkmalbehörde sogar 58 Anträge. Das geht aus der Statistik des Fachamtes hervor. Demnach waren es 2017 genau 44 Förderungen aus 60 Anträgen und im vergangenes Jahr 34 Zuwendungen auf 44 Interessenbekundungen.

„Der Schwerpunkt liegt von Beginn an auf dem Lande, insbesondere bei der Dorfkirchensanierung“, bestätigt Gernot von Arend als Fachdienstleiter. Gleichwohl ist nicht ausgeschlossen, dass auch Ruinen in Privatbesitz mit einem Zuschuss aus dem Fonds gerettet werden. Aufgrund der Kontinuität der vergangenen Jahre profitieren seiner Einschätzung nach alle Regionen des Landkreises von dem verteilten Geld.

Beteiligte würdigen Verlässlichkeit

Die Auswahl der vergangenen Jahre gilt als Beleg dafür, dass Anliegen unterstützt wurden, die eine reelle Umsetzungschance bieten. Die Verlässlichkeit wird demnach von allen Beteiligten –Denkmaleigentümer, Fördervereine, Kommunen, Kirchengemeinden, Planer, Architekten – sehr geschätzt. „Während das Programm anfangs mithin dazu dienen sollte, das Handwerk zu mobilisieren, besteht heutzutage durchaus das Problem, qualifizierte Unternehmen für die Ausführung zu binden“, stellt Gernot von Ahrend nunmehr fest.

Anträge noch bis 31. Dezember

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat seit 2002 ein eigenes Förderprogramm zur Denkmalpflege. Jährlich werden 300.000 Euro für den Zweck reserviert.

In dieser Zeit wurden 3,85 Millionen Euro bereit gestellt. Damit wurden Investitionen von 32,9 Millionen Euro initiiert, weiß die Fachbehörde zu berichten.

Noch bis 31. Dezember können Anträge für das nächste Jahr gestellt werden. Die Umsetzung des Vorhabens 2020 sollte realistisch sein.

Nähere Informationen auf der Internetplattform: www.potsdam-mittelmark.de

An der Gruboer Kirche wird fortan Bestandssicherung empfohlen. Das Gebäude soll demnach vor eindringendem Spritzwasser geschützt werden, weshalb dekorativ aufgebaute Steine bereits wieder abgetragen wurden. „Die Maßnahmen zur Konservierung und Restaurierung der Absisfassung sollten möglichst frühzeitig wiederholt werden“, rät Udo Drott, um ein Verlust an historischen Oberflächen zu vermeiden.

Heiligabend, 15.30 Uhr ist sie nun erst einmal perfekte Kulisse für den Festgottesdienst mit Vikarin Catherine Gärtner und am zweiten Weihnachtstag um 14 Uhr mit Pfarrer Matthias Stephan.

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Von René Gaffron

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