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Bad Belzig Jobberatung heute: Mit der virtuellen Brille in die weite Berufswelt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Jobberatung heute: Mit der virtuellen Brille in die weite Berufswelt
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17:34 07.05.2019
Berufsberater Frank Liebig hat die VR-Brillen im Gepäck Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

Kaum jemand hat Gelegenheit, beim Schießtraining der Polizei wirklich dabei zu sein oder hinter die Kulissen eines Flughafens zu schauen. Selten, dass einem bewusst wird, wie hoch hinaus oder tief hinab die Bauleute bei ihren Einsätzen mitunter müssen. Das sollte der Nachwuchs aber allemal wissen, wenn er sich für die eine oder andere berufliche Laufbahn in diesen Metiers interessiert.

Filme über den ersten Tag

Deshalb haben die Berufsberater der Arbeitsagentur Potsdam neuerdings einen Satz VR-Brillen (VR = virtuelle Realität) im Gepäck, wenn sie mit den Jungen und Mädchen über deren künftiges Arbeitsleben sprechen. In den Geräten gespeichert sind 360-Grad-Filme von Firmenvisiten an „Meinem ersten Tag“. So können die Nutzer gleich in die virtuelle Berufswelt eintauchen und buchstäblich ein erstes Gefühl dafür erhalten, ob die ins Auge gefasste Tätigkeit wirklich den eigenen Ansprüchen genügt.

Exklusiv für Potsdam und Umgebung

100 jeweils von Lehrlingen produzierte Streifen von etwa fünf Minuten Länge können geladen und bequem angeschaut werden. „Das kommt als Einstieg bei den Schülern sehr gut an“, berichtet Frank Liebig von der Arbeitsagentur. Im Land Brandenburg hat der Agenturbezirk Potsdam die Ausstattung noch exklusiv. Ein Sechser-Set – Stückpreis etwa 600 Euro –steht der Geschäftsstelle Bad Belzig zur Verfügung. Die Achtklässler der Oberschule Brück konnten während ihrer Projektwoche als Erste schon einmal testen.

Noch sind die Datenbanken ausschließlich mit Clips aus überregionalen Unternehmen bestückt. Doch sie lässt sich nötigenfalls mit Zuarbeiten hiesiger Arbeitgeber aktualisieren und mithin ist die Präsentation als eine Ergänzung zur hiesigen Beratung zu sehen, so Frank Liebig. „Wer in der heimischen Gastronomie eine Lehre beginnt, dem steht trotzdem noch die ganze Welt offen“, versucht der Experte den Bogen zu spannen.

Endspurt im Hohen Fläming

Für den nächsten Ausbildungsstart gehen die Aktivitäten im Hohen Fläming gerade noch in die finale Phase. Für das laufende Jahre sind seinen Aussagen zufolge 132 Bewerber gemeldet gewesen. Sie konnten anfangs aus 308 Stellen wählen. „Aktuell sind 58 Schüler noch in der Entscheidungsphase“, erklärt Frank Liebig. Er geht davon aus, dass im Sommer fast alle versorgt sind und weniger als zehn Jugendliche mit Einstiegsqualifizierungen oder Praktika in die zusätzliche Orientierungsrunde gehen.

Schulabgänger haben Qual der Wahl

Seit Jahresbeginn gab es 308 gemeldete Lehrstellen in Bad Belzig und Umgebung. Gegenwärtig sind 202 unbesetzt. Das sind zwei weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zunächst waren 132 Bewerber für Ausbildungsplätze gemeldet – 13 weniger als 2018.

Derzeit haben 58 Interessierte noch keinen Platz gefunden.

Die Situation ist im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark ähnlich.

Für 551 Jugendliche stehen derzeit noch 1078 Ausbildungsplätze bereit.

Die Nachfrage der Geschäftsführer und Personalchefs ist größer denn je, wie die Agentur bestätigt. „Grundsätzlich ist es erst einmal gut, wenn die jungen Leute die Auswahl haben“, findet Frank Liebig. „Nun kommt es darauf an, die richtige Entscheidung zu treffen.“ Die Zeugniswirklichkeit, die häufig nicht mit den Berufswünschen der jungen Leute übereinstimmt, ist nur ein Hindernis. Bei den hierzulande knappen Informatik-Lehrstellen gibt es demnach weiterhin Auslese. Auf dem Lande wird nach wie vor die Erreichbarkeit mancher Betriebe zur Herausforderung. Nicht selten sind gesundheitliche Gründe ausschlaggebend, dass jemand nicht eingestellt werden kann.

Bäckerei bietet deutlich mehr Entgelt

Die Unternehmen ringen inzwischen in Konkurrenz um die Schulabsolventen, so der Fachmann. Immerhin ist manch Handwerk wieder im Kommen. Tischler schon mehr als Elektrotechnik, wie zu beobachten ist. Mithin können monetäre Anreize ein Weg zum Erfolg sein. Die Beelitzer Bäckerei Exner verspricht 1000 Euro als monatliches Entgelt zum Einstieg. Laut Internet wären knapp 600 Euro üblich.

Von René Gaffron

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