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Bad Belzig Neue Feuerwache: Entwürfe werden jetzt ausgestellt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Neue Feuerwache: Entwürfe werden jetzt ausgestellt
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06:42 25.04.2019
Haben gut lachen: Tristan Hans, Sieger des Architektenwettbewerbs für die neue Feuerwache in Bad Belzig und Bauamtsleiter Christoph Grund (r.). Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bad Belzig fiebern dem Neubau des Gerätehauses entgegen. Als preisgekrönte Idee auf Papier ist es jetzt schon da. Etwa zwei Dutzend Kameraden waren am Dienstagnachmittag in der Stein-Therme zugegen. Dort wurden nämlich die zwölf Ergebnisse des zu Jahresbeginn veranstalteten Architektenwettbewerbs präsentiert.

Die Entwürfe des Architektenwettbewerbes werden jetzt in der Stein-Therme präsentiert

„Dieses Verfahren wird empfohlen, wenn ein solch großer Auftrag ausgeschrieben wird“, sagte Roland Schmuck. Der Kollege von der EWS-Sanierungsgesellschaft Berlin hat den Wettbewerb im Auftrag der Stadtväter koordiniert.

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Er verwies nicht nur auf die zu erwartende Bausumme von mehreren Millionen Euro, sondern auf die langwierige Standortsuche und die Herausforderungen des nun ins Auge gefassten Areals am Rand des Turnplatzes im Grünzug der Kur- und Kreisstadt.

Preisträger erstmals im Hohen Fläming

Prämie, Blumen und Urkunde für den besten Entwurf konnte Tristan Hans vom Berliner Büro Scheidt/Kasprusch entgegen nehmen. „Es war Teamwork“, betont der 32-Jährige. Neben ihm und den beiden Inhabern hat noch Sam Bassani mitgewirkt.

Im Hohen Fläming gibt die Architektengemeinschaft mit dem nunmehr sicheren Auftrag erstmals ihre Visitenkarte ab. Eine Feuerwache nach ihren Empfehlung entsteht indes demnächst in Wegberg/Nordrhein-Westfalen.

„Das Haus ist sehr funktionell und erfüllt die Ansprüche der Löschgruppe absolut“, sagt Olaf Beelitz. Der Stadtwehrführer gehörte als Sachpreisrichter zur insgesamt siebenköpfigen Jury. Der Vorschlag sei auf den ersten Blick nicht sein Favorit gewesen, räumt er ein. Doch im Lauf der Abwägungen habe sich nicht von ungefähr das einstimmige Votum für den Sieger zum Abschluss ergeben.

Fahrbahn wird geopfert

Jener hat im Gegensatz zu den meisten anderen Planern das vorgegebene 5000-Quadratmeter-Grundstück maximal bis zur Nordkante ausgereizt. Dem wird die Fahrbahn des Friedrich-Ebert-Ringes geopfert und dafür lediglich eine Erschließung mit Rad- und Gehweg vorgesehen.

Wohl aber könnten bei Alarm die An- und Abfahrt der Kameraden vor und hinter dem Gebäude so organisiert werden, dass sich die Fahrzeuge nicht in die Quere kommen. Ähnlich klar sind die Räume in dem Zweigeschosser angeordnet, heißt es in der Bewertung.

So geht es weiter

Die Ausstellung der Ergebnisse des Architektenwettbewerbs für das neue Feuerwehrgerätehaus bleibt noch bis Ende Mai in der Stein-Therme Bad Belzig stehen.

Parallel wird der Bebauungsplan erarbeitet, mit dem Baurecht geschaffen werden kann. Gerade erfolgt die erste Runde der öffentlichen Beteiligung.

Außerdem muss die Finanzierung geklärt werden. Eine Förderung wird angestrebt.

Bau- und Förderantrag sollten 2020 abgegeben werden, dann könnte 2021 die Realisierung beginnen.

Oben werden demnach Büros oder Aufenthaltsräume – unter anderem für den Nachwuchs - vorgesehen. Während dessen repräsentativ zur Brandenburger Straße ein großer Seminarraum mit 100 Plätzen die Ansicht prägen soll. Außerdem ist noch die Wand zum Anleitern herzurichten.

Das war bei einigen anderen Verfassern noch besser gelöst. Bislang üben die Floriansjünger am alten Schlauchturm und hatten gefordert, dass es an ihrem neuen Domizil wieder möglich sein soll.

Holz als Blickfang

Mithin gilt die vorgeschlagene Holzrahmenbauweise als Richtung weisend. „Der nachhaltige Baustoff erfüllt die Klima-, Lüftungs- und Brandschutz-Bestimmungen“, sagt Tristan Hans.

Gründach und Photovolatik werden ebenfalls möglich und das kontrolliert abgefackelte Holz für die Fassade ist nach seiner Aussage nicht nur schlicht ein Hingucker, sondern weist zugleich die Feuchtigkeit ab. Darüber hinaus scheint durch die großen Fenster-, Tür- und Torfronten eine große Transparenz gegeben.

Zu den ersten interessierten Betrachtern der Ausstellung gehört Klaus Pomp. Der Dippmannsdorfer kümmert sich in Bad Belzig um die Wahrung des Erbes von Albert Baur, der einst den Turnplatz angelegt hat. „Mit dem Entwurf lässt es sich leben“, befand er und stieg in die Detaildiskussion ein.

Von René Gaffron