Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig Awo-Begegnungsstätte stärkt die Eltern-Kind-Bindung
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Awo-Begegnungsstätte stärkt die Eltern-Kind-Bindung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 01.10.2018
Begegnung im Awo-Familienzentrum Bad Belzig: Deutsche und syrische Frauen mit ihren Kindern und Sozialarbeiterinnen bereiten den Apfelkuchen vor. Die vierte Frau von links ist Leiterin Ina Welpmann. Quelle: Marion von Imhoff
Bad Belzig

Weinblätter liegen auf Tellern, in Töpfen steht gekochter Reis bereit. Fünf Syrerinnen sitzen am Tisch, füllen die Weinblätter mit Reis, wickeln sie auf und binnen weniger Minuten liegen Dutzende gestapelt auf einem Brett.

Umringt sind die Frauen dabei von ihren Kindern. Genau das ist auch das Ziel dieses Nachmittags im Familienzentrum im Klinkergrund in Bad Belzig. „Es geht darum, dass Eltern ihren Kindern hier 100 Prozent ihrer Aufmerksamkeit schenken können“, sagt Zuma Nicole Hoffmann, Erzieherin und Tanzpädagogin im Familienzentrum. „Mit dem Kind zusammen in einer entspannten Atmosphäre etwas gestalten und gemeinsam zu erleben.“

Koordinatorin des Familienzentrums ist Ina Welpmann. Immer wieder achtet sie mit Fingerspitzengefühl darauf, dass die Kinder nicht vor sich hinspielen und die Mütter für sich das Essen dieses internationalen Kochnachmittags vorbereiten. „Für die Eltern-Kind-Beziehung ist es wichtig, dass die Kinder erleben, sie können hier etwas mit Mama gemeinsam machen“, sagt die 47-jährige Sozialarbeiterin. Frühkindliche Förderung ist das Stichwort.

„Dass die Kinder mit einbezogen und nicht sich selbst überlassen werden“, sagt Ina Welpmann. „Bei uns ist das selbstverständlich“, in anderen Kulturen sei das häufig nicht so.

Seit etwa einem Jahr kommt auch die 30-jährige Syrerin Fatima ins Familienzentrum. Sie spricht schon gut Deutsch. Die Weinblätter wickelt sie allein, ihre Kinder spielen im Nebenraum. Ähnlich ist es bei ihrer Tischnachbarin, Mutter zweier Töchter. Sie lässt zuhause ihre Kinder mit Mehl und Wasser beim Kochen spielerisch mitwirken. Behutsam ermuntert Marlen Deckwer sie, die zweijährige Tochter mit zusehen zu lassen bei der Vorbereitung des Essens.

Marlen Deckwer ist Integrations-Fachkraft im Familienzentrum. Kurzerhand nimmt sie eines der kleinen Mädchen auf den Schoß, während sie die Weinblätter füllt, um den Teilnehmerinnen zu zeigen, dass bei diesem Kochen die Kinder nicht außen vor bleiben sollen.

Deutsche und syrische Frauen sitzen beieinander. Doch auch dafür braucht es ein wenig Vermittlung durch die Sozialarbeiterinnen. „Wir versuchen eine Integration, was aber oft stattfindet, ist eine Separation. Die syrischen Frauen sitzen beieinander und die deutschen Frauen werden nicht angesprochen, sich dazuzusetzen“, sagt Ina Welpmann. Für einen Außenstehenden wirkt es wie ein buntes Miteinander.

Doch die drei Sozialarbeiterinnen haben einen genauen Plan, wie dieser Nachmittag an Gemeinsamkeit zwischen Deutschen und Migrantinnen, Müttern und Kindern ablaufen soll. „Marlen, habt ihr noch einen Teller für die Heidrun, sie möchte mitmachen“, spricht die Zentrumsleiterin ihre Kollegin an.

Seit 2015 betreibt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Familienzentrum. Seit 2016 ist Ina Welpmann die Leiterin. Das Familiencafé am Dienstag ist nur eines der Angebote der Begegnungsstätte. Familienberatung und -fortbildung bietet die Einrichtung in der Kita Tausendfüßler in der Heinrich-Mann-Straße ebenso an. Mit dem Babybegrüßungsdienst absolvieren die vier Mitarbeiterinnen Besuche bei Neugeborenen und deren Eltern.

Sie machen dort das Familienzentrum bekannt und zeigen weitere Hilfen auf. „Wir sind auch den Lotsendienst, Eltern kommen mit Fragen zu uns und wir vermitteln weiter“, berichtet Ina Welpmann.

Sie möchte die Begegnungsstätte noch bekannter machen. „Zu viele wissen nicht, dass es das Familienzentrum gibt“, sagt die Bad Belzigerin. So liegen an vielen Orten die Flyer das Familienzentrums aus. Mit den Teilnehmerzahlen des Familiencafés indes ist Ina Welpmann zufrieden.

Zwischen 20 und 30 Frauen und Kinder kommen regelmäßig. Und an jedem letzten Dienstag im Monat wird international gekocht, wie an diesem Tag. Als Nachspeise gibt es einen Obstkuchen. Doch den müssen die Frauen noch flugs backen.

Alle Angebote sind kostenlos. Eltern können montags bis freitags von 14 Uhr bis 17 Uhr ihre Zeit mit ihren Kindern im Familienzentrum verbringen. Beraten werden sie zu allen Fragen des Elternseins. Ausflüge, Turnen, Spiel, Singen und Basteln stehen auf dem Programm der Nachmittage. Ein wichtiges Angebot ist auch die offene Eltern-Kind-Gruppe mit Zuma Nicole Hoffmann und Sophie Gostynski.

Von Marion von Imhoff

Überfüllte Züge und Verspätungen verärgern die Stammfahrgäste im RE7. Pendler erhoffen sich eine Verbesserung der Situation und wollen keine Beschwichtigungsreden hören.

30.09.2018

120 Unternehmen gehören zum Biotech-und Gesundheitsstandort Potsdam/Potsdam-Mittelmark (PPM). Die Region soll sich bis zum Jahr 2025 zu einem international gefragten Wirtschaftsstandort entwickeln.

28.09.2018

Der Arbeitsmarkt im Hohen Fläming bleibt mit einer Quote von sieben Prozent auch im September stabil. Noch haben nicht viele saisonbedingte Entlassungen stattgefunden. Außerdem werden Arbeitgeber mutiger.

28.09.2018