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Bad Belzig Baaske und Leisegang protestieren singend für den Kreissitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Baaske und Leisegang protestieren singend für den Kreissitz
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18:14 25.10.2018
Roland Leisegang (parteilos) und Günter Baaske (SPD) wollen am 2. Dezember auch musikalisch ein Zeichen für den Erhalt der Kreisverwaltung in Bad Belzig setzen. Quelle: André Großmann
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Bad Belzig

Mit dem ersten Protestsingen in der Geschichte Bad Belzigs soll ein Zeichen zum Erhalt des Kreisverwaltungsstandorts gesetzt werden. Zum Motto „Der Fläming ist Kreisstadt“ werden am 2. Dezember von 15 bis 17 Uhr auf dem Marktplatz am Rathaus Weihnachtslieder gesungen und politische Reden gehalten.

„Wir versprechen uns davon noch mal eine gehörige Portion Überzeugungsarbeit und hoffen, dass Menschen aus Wiesenburg, Brück, Niemegk und Bad Belzig dabei sind. Der gesamte Fläming soll auf der Bühne stehen“, sagte der Landtagsabgeordnete Günter Baaske (SPD).

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Bis zu 1.000 Unterstützer erwartet

Der frühere Bildungsminister hofft auf ein deutliches Signal auch für die finale Sitzung des Kreistages, bei der am 6. Dezember eine Entscheidung zum Kreissitz fallen soll. Dieser soll nach dem Willen von Landrat Wolfgang Blasig nach Beelitz-Heilstätten umziehen. Der Bad Belziger Bürgermeister Roland Leisegang betonte, dass bislang mehr als 3.450 Unterstützer die Petition zum Erhalt des Kreisverwaltungsstandortes in Bad Belzig unterzeichneten.

Er kann sich vorstellen, bei der Protestaktion bis zu 1.000 Unterstützer auf dem Marktplatz zu versammeln. „Es ist wichtig, diese Rückendeckung zu erfahren, zusammenzustehen und die Gemeinschaft durch Singen und Unterhaltung zu fördern“, sagte das Stadtoberhaupt weiter.

Günter Baaske betonte seinen Willen zu kämpfen. „Wir wollen nicht zulassen, dass ein Kreistag diese historische Entscheidung, die fast über 200 Jahre alt ist durch eine lapidare Haushalts- und Vorlagenentscheidung kippt.“ Die Demo soll eine Veranstaltung für Familien werden, bei der Kinder, Eltern und Großeltern gemeinsam zum Marktplatz pilgern.

Wunschzettel können abgegeben werden

Bei der Demonstration am 2. Dezember können die Menschen aus dem Hohen Fläming außerdem einen Wunschzettel formulieren. Die Schriftstücke werden anschließend eingesammelt und den Kreistagsabgeordneten übergeben. „Hier sollen Wünsche zum Verwaltungssitz geäußert werden. Wir denken, dass eine gehörige Portion Post zusammenkommt, die man vor dem Kreistag überreichen kann“, äußerte Günter Baaske. Der 61-Jährige plädiert weiter für einen Bau des zentralen Kreisverwaltungssitzes in Bad Belzig.

Neues Gutachten vom Landkreis gefordert

Er erwartet, dass ein neues Gutachten zum Kreisverwaltungsstandort eingeholt wird. „ Und ich bin mir sicher, dass bei einer Entscheidung nur Bad Belzig als Standort in Frage kommt, wenn man juristisch abwägt, sowie die Kosten und Struktur betrachtet.“ Der Masterplan PM des Landkreises ist für Baaske lediglich ein „Gefälligkeitspapier.“

Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang kritisierte weiter, dass sich die Entscheidung zum Kreissitz als Entwicklungschance für die ländliche Region auswirke. „Das wurde beim Papier auch nicht beachtet. Wir sind im direkten Vergleich zu Beelitz deutlich schlechter gestellt.“

Dies beginne bei den Arbeitslosenzahlen, der Kinderarmut, der Haushaltssituation und der Kaufkraft. Daher sei eine mögliche Änderung des Kreisverwaltungsstandortes für ihn noch unverständlicher.

Juristische Schritte werden überprüft

Auch über juristische Schritte werde nachgedacht, so gab es Gespräche mit dem früheren Richter des Brandenburger Verfassungsgerichtes Matthias Dombert, der in Potsdam eine Rechtsanwaltskanzlei leitet. „Wir haben mit ihm die Sachlage besprochen und zweifelsohne ist das auch eine Möglichkeit, eine Kreistagsentscheidung anzufechten.

Aber wir würden uns natürlich freuen, wenn es vorher schon eine andere politische Entscheidung gäbe.“ Deshalb ist es sein Wunsch, dass die Protestaktion überzeugt.

Weitere Planung wird Sonntag besprochen

Günter Baaaske will in zehn Jahren das 200-jährige Bestehen Bad Belzigs als Kreisstadt feiern. Die genaue Rednerliste zur Protestveranstaltung soll noch nicht veröffentlicht werden, die weiteren Planungen zur Veranstaltung einschließlich der Liederliste sollen Sonntag besprochen werden.

Der frühere Keimzeit-Musiker Roland Leisegang schloss nicht aus, dass er am 2. Dezember auch zu einem Instrument greifen wird. „Alles ist möglich“, kommentierte er die MAZ-Anfrage. Günter Baaske hofft, dass aus der Gesangsveranstaltung am ersten Advent eine Tradition wird.

Von André Großmann