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Bad Belzig Bahn-Streik: Pendler stranden am Fläming-Bahnhof
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Bahn-Streik: Pendler stranden am Fläming-Bahnhof
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11:46 10.12.2018
Der Bahnstreik hat am Montagmorgen auch den Betrieb am Fläming-Bahnhof in Bad Belzig lahm gelegt. Christine Janosi kam nicht nach Dessau zur Berufsschule. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Nichts geht mehr. Auf den Gleisen am Fläming-Bahnhof in Bad Belzig hängen zwei Regionalzüge fest. Seit circa 6 Uhr am Montagmorgen dreht sich kein Rad. Der bundesweite Streik von Bahn-Mitarbeitern in Stellwerken hat auch den Hohen Fläming erfasst. Auf der Linie des Regionalexpress 7 bleiben die Züge in Richtung Berlin sowie in Richtung Dessau in Bad Belzig und an anderen Bahnhöfen stecken.

Noch um 9 Uhr – als der Streik offiziell beendet sein soll – ist unklar, wann der Verkehr wieder normal fließen kann. „Wir wissen auch nichts Genaues“, sagt eine Zubegleiterin gegenüber der MAZ. Sie möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Für den Streik der Stellwerker habe sie Verständnis. „Wer möchte nicht bessere Arbeitsbedingungen haben“, sagt die Bahn-Angestellte.

Pendler stiegen auf Autos um

Über das Handy versuchen sie und ein Kollege aus dem Zug immer wieder, Informationen zu erhalten, wie es weitergeht. Fahrgästen bieten sie an, sich in den Zug zu setzen. „Steigen Sie ein, da ist es wenigstens warm drin“, sagt die Zugbegleiterin zu einer jungen Frau auf dem Bahnsteig. In den Waggons harren da schon circa zwölf gestrandete Reisende aus.

„Um diese Zeit ist in diese Richtung meist nicht mehr ganz so viel los“, erklärt die Schaffnerin. In der Gegenrichtung freilich sieht das anders aus. Der Zug in Richtung Berlin ist gut gefüllt. Auch dort stecken die Fahrgäste seit gut drei Stunden fest.

Stau am Fläming-Bahnhof: Wegen des Bahnstreiks hingen am Montag Züge nach Berlin und Dessau in Bad Belzig fest. Quelle: Thomas Wachs

Christine Janosi ist nun schon zum zweiten Mal an diesem Morgen am Bahnhof der Kreisstadt. Immerhin hätte ihr Zug schon um 6.18 Uhr nach Dessau fahren sollen. Die Bad Belzigerin, die in der Ausbildung zur Erzieherin ist, verpasst dort nun ihre Berufsschule, die täglich um 7.30 Uhr beginnt.

„Ich hatte gedacht, am Morgen vielleicht doch noch weg zu kommen, aber nichts ging dann mehr“, erzählt Janosi. Sie hat jedoch Verständnis für den Arbeitskampf der Bahnbeschäftigten. „Anders können sie sich ja nicht zu Wort melden, als mit einem Streik“, sagt die Pendlerin. „Blöd nur, dass jetzt um 9 Uhr immer noch nichts geht“, so Janosi.

Unverständnis und Ärger bei Reisenden

Nicht immer positiv war die Stimmung am Montagmorgen indes am Tresen des Servicepunktes im Bahnhofsgebäude. „Es gab auch schon Unverständnis und Ärger bei Reisenden, weil der Berufsverkehr dann lahm gelegt wurde, obwohl zunächst noch alles fuhr“, erzählt Renè Hackbart, der Betreiber der Servicestation mit Fahrkartenverkauf.

Allerdings hatten sich viele Dauer-Pendler wohl auch schon auf den angekündigten Streik eingestellt. Am Parkplatz vor dem Bahnhof jedenfalls gibt es am diesem Morgen ungewöhnlich viele freie Stellplätze. Wer konnte, ist auf das Auto ausgewichen.

„Wer das aber nicht kann, für den begann die Zuckeltour mit Bussen nach Potsdam oder Berlin“, erzählt René Hackbart von den Streik-Erfahrungen der Pendler. „Aber wir haben den frühen Morgen über auch schon viel Spaß gehabt, weil manche Bahnkunden noch Galgenhumor mitbringen“, erzählt René Hackbart.

Verspätungen bis in den Tag hinein

Unterdessen läuft auf dem Bahnsteig eine neue, automatische Lautsprecheransage ein. Demnach hat der eigentlich für 9.18 Uhr geplante Zug nach Dessau nun fast zwei Stunden Verspätung. Denn noch steht am Bahnsteig ja der Zug von 6.18 Uhr nach Dessau.

„Das ganze System muss halt erst wieder in Gang kommen, wenn die Stellwerke wieder arbeiten“, sagt René Hackbart. Er rechnet mit anhaltenden Problemen bis in den weiteren Tag hinein.

Von Thomas Wachs

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