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Bad Belzig Modernste Medizintechnik erfolgreich auf der Straße
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17:12 01.07.2019
Das MRT-Mobil der Ernst-von-Bergmann-Kliniken ist vom Land in Bad Belzig als Demografie-Beispiel des Monats gewürdigt worden. Am MRT ist Beatrice Burdag als MFA tätig. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Diese moderne Radiologie auf Rädern ist ein großer Erfolg. Die Nachfrage ist größer als die aktuellen Kapazitäten. Daher planen die Kliniken „Ernst von Bergmann“ nun bereits, ihr vor einem Jahr am Standort in Bad Belzig in einem Lkw-Sattelzug in Betrieb gegangenes System für mobile Magnetresonanztomographie (MRT) weiter auszubauen.

Das MRT-Mobil der Ernst-von-Bergmann-Kliniken ist vom Land in Bad Belzig als Demografie-Beispiel des Monats gewürdigt worden

„Mindestens ein zweites Gerät dieser Art soll angeschafft werden“, kündigt der EVB-Projektleiter Alexander Huppertz am Montag gegenüber der MAZ an. „Nun wollen wir mit dem mobilen MRT zudem noch in die Notfallversorgung einsteigen, wenn das ansonsten in vielen Krankenhäusern gar nicht vorhandene moderne Gerät schon mal vor der Tür parkt“, erzählt der Radiologie-Professor am „Heimathafen der MRT-Lasters“ in Bad Belzig.

Gutes Beispiel gewürdigt

Dort ist das Projekt am Montag öffentlich gewürdigte worden als Demografie-Beispiel des Monats Juni durch Martin Gorholt (SPD), den Chef der Staatskanzlei Brandenburg. Er sieht darin „eine perfekte Lösung, um modernste medizinische Leistungen auch in ländliche Räume zu bringen“. Diese Herausforderung zur Mobilität stelle sich in Brandenburg allgemein nicht nur im Bereich der Medizin. „Auch wenn wir heute in vielen Regionen wieder mehr Nachwuchs und Zuzug haben, als das zunächst prognostiziert war, haben wir gleichzeitig auch immer mehr ältere Menschen, die medizinisch versorgt werden müssen.“

Über die Würdigung des MRT-Mobils freuen sich Bürgermeister Roland Leisegang, Landrat Wolfgang Blasig, EVB-Geschäftsführer Steffen Grebner, Projektleiter Alexander Huppertz und Staatskanzleichef Martin Gorholt (v.l.n.r.). Quelle: Thomas Wachs

In Kombination mit digitalen Möglichkeiten könne das MRT-Projekt daher „als Blaupause für andere Aufgabenbereiche der Daseinsvorsorge dienen“, so Gorholt.

Technologie und Know-how an Bord

Steffen Grebner, Geschäftsführer der Kliniken „Ernst von Bergmann“, verweist auf den Kostenfaktor. „Diese Leistungen stationär an jedem Klinik-Standort vorzuhalten, wäre ineffizient und mit hohen Kosten verbunden. Als kommunale Klinikgruppe sehen wir uns in der Verantwortung, auch in den ländlichen Regionen eine hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen“, so der Manager. Das gelinge mit diesem innovativen Projekt gleich zweifach: „Wir bringen die Technologie und das fachärztliche Know-how zum Patienten“.

Derzeit rollt das 2,5 Millionen Euro teure Spezialgerät auf einem 35 Quadratmeter großen Lkw-Trailer an vier Tagen im Wechsel zu fünf Einsatzorten. Dort wird es außer sonntags täglich genutzt und eingebunden in die individuelle Computertechnik und Patientensystematik der jeweiligen Häuser.

Sechs Tage ausgebucht

Angesteuert werden vom Stützpunkt in Bad Belzig aus die Potsdamer Bergmann-Klinik und die Lausitz-Klinik in Forst. Außerdem macht der mit Hochleistungs-Medizintechnik vollgestopfte Speziallaster Station im Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf sowie an der Hochschulambulanz der Universität Potsdam, wo das mobile MRT auch in der Forschung und Lehre zum Einsatz kommt.

Viele gute Beispiele

Das Land Brandenburg stellt auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“ über die Staatskanzlei innovative, nachahmenswerte Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vor.

Bislang wurden rund 130 Projekte auf die Wege gewürdigt. Darunter zum Beispiel der Bürgerbus Hoher Fläming oder das mobile Arbeitsplatzprojekt „Coconat“ in Hagelberg.

Die „Demografie-Beispiele des Monats“ werden im Rahmen des Internetauftritts „Marktplatz der Möglichkeiten“ unter www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht.

„Um die 30 Patienten pro Tag und circa 200 pro Woche lassen sich in der Nähe ihrer Wohnorte somit gut versorgen“, erklärt Projektleiter Alexander Huppertz. Das mobile MRT verfüge über eine technische Maximalausstattung. So können nicht nur Standarduntersuchungen angeboten werden, sondern das gesamte Spektrum moderner klinischer MRT.

Das MRT-Mobil der Ernst-von-Bergmann-Kliniken ist vom Land in Bad Belzig als Demografie-Beispiel des Monats gewürdigt worden. Der Lastzug parkt regelmäßig vor der Notaufnahme. Quelle: Thomas Wachs

Innerhalb von nur 15 Minuten ist das Spezialfahrzeug jeweils am neuen Ort arbeitsfähig. Herausforderung des ersten Betriebsjahres und für den Ausbau des Projektes seien vor allem auch die Schulung und die Bindung des Fachpersonals am jeweiligen Ort. Das betreffe Ärzte wie die medizinischen Fachangestellten. Bedient werden kann das System auch aus der Ferne, wenn vor Ort geschulte Fachangestellte den Patienten positionieren und einweisen.

Telemedizin weiter auf Vormarsch

Die Auswertung der Aufnahmen erfolge bereits heute auch über Telemedizin, erklärt Alexander Huppertz. „So ist es auch leicht, sich zusätzliche Meinungen von Kollegen und Experten – theoretisch auch weltweit – einzuholen“, sagt der Radiologe.

Mit den wachsenden technischen Möglichkeiten entwickele sich die mobile Medizin der Zukunft immer weiter. „Zwar gibt es mobile Radiologie-Technik schon länger, dass sie jedoch im Dauereinsatz genutzt wird, wie hier von Bad Belzig aus, ist bislang bundesweit einmalig“, sagt Christian Hirschmann, der Regionalchef der Firma Philips-Medizintechnik. Sie hat den Bad Belziger MRT-Lastzug federführend entwickelt.

Von Thomas Wachs

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