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Bad Belzig Russischcup: Bad Belziger Schülerinnen verpassen Bundesfinale nur knapp
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Russischcup: Bad Belziger Schülerinnen verpassen Bundesfinale nur knapp
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14:01 17.09.2019
Die Schülerinnen Lara Köpping und Marlene Grund haben beim regionalen Wettbewerb "Spielend Russisch lernen" den zweiten Platz belegt. Quelle: Hannah Rüdiger
Bad Belzig

Um ein Haar hätten Lara Köpping und Marlene Grund es ins Finale geschafft. Dann wären sie im November in den Europa-Park nach Rust gereist, um sich mit den anderen Bundesfinalisten von „Spielend Russisch lernen“ zu messen. In diesem Jahr hat es dafür leider nicht gereicht.

Bei der Regionalrunde in Falkensee belegten die Gymnasiastinnen den zweiten Platz und verpassten somit knapp den Einzug ins Finale. „Es lag wirklich nur an Kleinigkeiten“, sagt Lara Köpping. Beim Sprachspiel „New Amici“ komme es nicht nur auf gute Vorbereitung an – sondern eben manchmal auch auf Glück.

Vorbereitung mit Russischlehrerin

Die beiden 16-Jährigen Schülerinnen des Fläming-Gymnasiums in Bad Belzig treten schon seit mehreren Jahren gemeinsam als Team an. Den Wettkampf-Modus kennen die 16-Jährigen ohnehin schon vom Judo: die Aufregung, die Anspannung und die volle Konzentration.

Ein paar Wochen lang haben sich die besten Freundinnen auf den Regionalentscheid vorbereitet. Dabei unterstützt hat sie Sonja Söchting, die langjährige Russischlehrerin der Schule, die vor einem Monat in den Ruhestand ging. „Frau Söchting hat uns wirklich den ganzen Weg lang begleitet“, sagt Marlene.

Anfänger spielen mit Profis im Team

Das Grundprinzip von „Spielend Russisch lernen“ ist einfach: In jeder Mannschaft muss jemand sein, der in der Schule oder einer AG Russisch lernt. Der Mitspieler darf kein Wort Russisch sprechen. Jeweils zwei Mannschaften spielen bei dem Wettkampf im K.O.-System gegeneinander.

In der ersten Runde müssen die Schüler vorgelesene Sätze aus dem Russischen ins Deutsche übersetzen, in der zweiten muss dieselbe Übung umgekehrt gemeistert werden. In der dritten Runde dürfen sich die Spieler noch mal alle gewonnenen Karten durchlesen, bevor sie gemischt werden und noch mal ins Russische übersetzt werden müssen. Das Ganze ist in drei Schwierigkeitsstufen spielbar: für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis.

Wort für Wort Russisch lernen

Im Bad Belziger Team ist es Marlene Grund, die die Fremdsprache besser beherrscht. Von der 7. bis zur 10. Klasse hat sie Russisch als zweite Fremdsprache in der Schule gelernt. „Ich liebe die Sprache über alles“, sagt sie.

Sie sei schon von Zuhause aus mit der Sprache vertraut, weil ihre Mutter früher Russisch gelernt hat. Außerdem sei sie schon ein paar Mal in Russland gewesen. Durch die „Spielend Russisch lernen“-Wettkämpfe habe sie noch mal eine Menge neuer Wörter hinzugelernt.

Bei Lara Köpping, die Russisch nie in der Schule gelernt hat, sieht das anders aus. „Ich kenne ein paar Wörter, aber in Russland würde ich damit nicht durchkommen“, sagt sie lachend. Die meisten Wörter, die sie beim Regionalentscheid übersetzen musste, habe sie nicht gekannt.

Leah Wilsdorf und Johann Schneider vom Fläming-Gymnasium haben es 2017 bis in den Bundescup von „Spielend Russisch lernen“ geschafft. Quelle: Victoria Barnack

Gefühl für andere Sprachfamilie entwickeln

Sinn des Spiels sei es ohnehin es nicht, am Ende perfekt Russisch zu können, erklärt Claudia Berger. Sie unterrichtet den Russischkurs der 12. Stufe am Fläming-Gymnasium und leitet die Russisch-AG. „Man kriegt ein Gefühl für andere Sprachfamilien“, sagt sie. Gleichzeitig fördere der Wettbewerb die Zusammenarbeit im Team.

Das Interesse am Russischunterricht an der Schule sei gerade eher rückläufig. „Die romanischen Sprachen sind sehr beliebt“, sagt die Lehrerin. „Russisch erscheint erstmal super schwer.“

Das unbekannte Alphabet, die herausfordernde Grammatik und das rollende „Zungenspitzen-R“ wirkten auf manche abschreckend. „Dabei ist der Anfangsunterricht sehr erfrischend: Man bekommt noch mal ein Schreibheft und lernt das Alphabet – wie in der Grundschule“, erklärt sie.

Russischunterricht in Bad Belzig gestrichen

Trotz des Erfolgs der beiden Oberstufenschülerinnen wird Russisch vorerst vom Lehrplan des Fläming-Gymnasiums gestrichen: Das Interesse an Spanisch sei derzeit einfach größer, erklärt Claudia Berger. „Am Tag der Tür werben wir trotzdem mit Russisch“, sagt sie.

Wenn sich genug Anwärter finden, könne der Unterricht schließlich wieder aufgenommen werden. Bis dahin bleibt für alle Interessierten die AG, die einmal in der Woche stattfindet.

Für Lara Köpping und Marlene Grund steht schon fest, dass sie noch mal gemeinsam antreten wollen. „Nächstes Jahr wird noch mal angegriffen“, sagt Marlene. Dann wollen es die beiden bis ins Finale schaffen.

Von Hannah Rüdiger

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