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Bad Belzig Bad Belziger streiken auch im Winter fürs Klima
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16:21 29.11.2019
Annika Graumann (links) aus Lübnitz ist schon mehrmals in Bad Belzig und Berlin fürs Klima auf die Straße gegangen. Quelle: Hannah Rüdiger
Bad Belzig

Von wegen Schönwetter-Demonstranten: Trotz eisiger Temperaturen sind am Freitag rund hundert Menschen in Bad Belzig für das Klima auf die Straße gegangen. Vor dem Rathaus versammelten sich zur symbolischen Uhrzeit drei vor zwölf zahlreiche Umweltschützer aus Bad Belzig und Umgebung. Mit heißen Getränken trotzten sie dem winterlichen Nieselregen und machten ihrem Unmut über das Klimapaket der Bundesregierung Luft.

Dabei wurde es mitunter ziemlich laut: Viele Teilnehmer hatten Kochtöpfe und Löffel im Gepäck, um getreu der südamerikanischen Protestform „Cacerolazo“ eine Minute lang ordentlich Radau zu machen. Eine ähnliche Aktion hatte es mit einer Schrei-Minute bereits bei der ersten Fridays for Future-Demo in Bad Belzig gegeben.

Viele ältere Bad Belziger auf der Demo

Die Demo auf dem Marktplatz war Teil des vierten globalen Klimastreiks, der am Freitag in über 150 Ländern stattfand. Obwohl es sich bei den Bad Belziger Organisatoren um Schüler handelt, folgten überwiegend Menschen dem Aufruf, die schon lange aus dem Schulalter heraus sind. Auch ein paar warm eingepackte Kleinkinder brachten sie zur Demo mit.

Die wahrscheinlich älteste Demonstrantin, die sich dem Protest angeschlossen hat, ist Ursela Groeger vom Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG). Mit stolzen 91 Jahren ist sie wahrscheinlich sogar unter den „Omas fürs Klima“ die Älteste. „Ich kann durchaus noch denken“, sagt sie. „Deswegen bin ich hier.“

Die Organisatoren von Fridays for Future in Bad Belzig sind Schüler - zur Demo kommen jedoch alle Altersgruppen. Quelle: Hannah Rüdiger

Solidarität mit der Jugend

Auch die 73-jährige Agnes Benkö und die 75-jährige Ingelor Schwarz zählten zu den älteren Klimastreikenden. „Ich bin auch aus Solidarität mit den jungen Menschen hier“, so Benkö. „Immerhin haben wir das mit dem Klima verbockt.“

Annika Graumann kommt aus Lübnitz und ist schon mehrmals in Bad Belzig und Berlin für das Klima auf die Straße gegangen. Ihre Motivation ist klar: „Ich finde, dass sich etwas ändern muss. Und zwar schnell.“

Das gelte auch für Bad Belzig selbst. „Autos haben in Belzig immer noch Vorfahrt“, sagt sie. Nicht nur dem Klima zuliebe bräuchte es endlich mehr Radwege, damit das Auto auch mal stehen bleiben kann.

"Wer Umweltprobleme nicht ernst nimmt, ist selber eins": Zum Klimastreik brachten viele selbstbemalte Plakate mit. Quelle: Hannah Rüdiger

„Wir brauchen einen Neustart“

Redebeiträge gab es unter anderem von den jungen Klima-Aktivistinnen Susa Gombert und Rebecca Schulz, die schon viele Klimaproteste mit auf die Beine gestellt haben. „Das Klimapaket ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die seit einem Jahr auf die Straße gehen“, ruft Susa Gombert. „Wir brauchen einen Neustart – und wir brauchen ihn sofort.“

Derzeit arbeite die Gruppe an einem Klimakonzept mit konkreten Maßnahmen für Bad Belzig, das demnächst der Stadtverwaltung vorgelegt werden soll. Zum Aufwärmen stimmten die Protestierenden schließlich noch ein Lied an: den Fridays for Future-Song „Do it now“ als umgedichtete Neuinterpretation der Partisanenhymne „Bella Ciao“. Dass fast niemand den Text kannte, störte nicht weiter.

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Von Hannah Rüdiger

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