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Bad Belzig Bad Belzigs Radfahrer gehören auf die Straße
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18:39 21.02.2014
In Bad Belzig soll es künftig mehr Schutzstreifen für Radfahrer geben. Quelle: Stefan Specht
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Bad Belzig

Gleichwohl von der Bad Belziger Stadtmitte aus die Einfahrt untersagt wird, so ist die Sandberger Straße doch keine Einbahnstraße. Radler, die sich - durchaus korrekt - gegen den üblichen Strom bewegen, handeln sich dort nicht nur häufig zu Unrecht fluchende Gesten der Kraftfahrer ein. Sie leben vielmehr gefährlich, weil das Nadelöhr wegen haltender Autos noch zusätzlich enger wird.

"Radfahrer dürfen das", lautet deshalb die Feststellung von Dirk Ohm. Er ist Fachmann vom Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -syteme Dresden und schon seit einiger Zeit mit der Verkehrsentwicklungsplanung in der Kur- und Kreisstadt befasst. Am Donnerstagabend hat er im Bürgerhaus am Marktplatz - nach Bestandsaufnahmen, Zählungen und Bewertungen - nun Lösungsvarianten für eine Reihe von Problemen präsentiert. Neben einem Vorschlag zur Beruhigung der Innenstadt, der Suche nach Umgehungsrouten sowie Verbesserungsideen für die Busse sind vor allem die Sorgen der Velo-Nutzer in den Fokus gerückt worden.

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"Sie gehören nicht nur ins Straßenbild, woran sich die Autofahrer gewöhnen müssen, sondern sind auf der Fahrbahn am sichersten", sagte der Planer. Derlei Erkenntnisse aus statistischen Erhebungen zum einen sowie die städtebauliche Situation zum anderen führte er als Begründung dafür an, dass separate Wege für Radfahrer keine Lösung seien. Zur Markierung von 1,50 Meter breiten Schutzstreifen, wie es sie ansatzweise schon in der Niemegker Straße nahe der St.-Bonifatius-Kirche gibt, rät der Experte an möglichst allen innerörtlichen Durchgangsstraßen.

Vor dem Hintergrund hat Jens Ohm sogar einen zumindest vorerst anscheinend konsensfähigen Vorschlag für den Ausbau der Straße der Einheit (Nord) präsentiert. Zwischen Spiegelkreuzung und Einmündung zur Brandenburger Straße könnte sie auf 7,50 Meter Breite ausgebaut werden - Schutzstreifen für Radfahrer auf jeder Seite inklusive. Das sei möglich, wenn dort Tem-po30, allerdings nicht als Zone, ausgeschildert wird. Während auf der Seite des Hotels "Burg Eisenhardt" mehr Freiraum für die Gastronomie geschaffen werden könnte, wäre gegenüber zwischen Döner-Laden und Freikirche genügend Platz, um schräg angeordnete Parkplätze zu schaffen, weil deren Zahl in der Altstadt ja reduziert werden soll. Der Übergang aus dem Zentrum über die Niemegker Straße erfordere womöglich etwas Geduld, sei aber vorschriftsmäßig geregelt.

Dirk Ohm sprach sich auf Nachfrage jedenfalls gegen die Velo-Nutzung in beiden Richtungen auf der Seite des Fläming-Gymnasiums aus, was jetzt allerdings Alltagsrealität sei, wie Jürgen Gottschalk (CDU) feststellte. Der Planer indes warnte außerdem davor, Pedalrittern und Fußgängern die Bürgersteige zur gemeinsamen Nutzung zu überlassen. "Radfahrer sind mit Tempo 15 bis mehr als 30 Kilometer je Stunde unterwegs. Kollisionen, die sich da ereignen sind lebensgefährlich. Stellen Sie sich vor, da tritt ein Kind aus der Haustür...", lautete sein Szenario.

Ob der Enge der Gehwege in der Altstadt gelte das dort ähnlich. Dirk Ohm schlägt daher dort vor, rollenden und ruhenden Verkehr noch einmal drastisch zu reduzieren. Dann sei es realistisch, Radfahrer wider die Richtung der Einbahnstraße stadtauswärts zu schicken.

Von René Gaffron

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