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Bad Belzig Badeärztinnen sind gefunden
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17:42 23.05.2019
Eva-Maria Schulze-Köhn (links) und Marita Stuhlmann (rechts) wurden von Ina Fink, Chefin der Kurgestellschaft als neue Badeärztinnen vorgestelllt. Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

Eva-Maria Schulze-Köhn und Marita Stuhlmann sind ab sofort die Badeärzte in der Kur-und Kreisstadt. Sie schließen damit die Lücke, die mit dem altersbedingten Rückzug von Frank Hartung vor einigen Monaten auf dem Posten entstanden war. Das Engagement der Medizinerinnen wird maßgeblich dazu beitragen, dass Bad Belzig seinen Heilbadstatus behalten kann.

Daran gibt es ansonsten wenig Zweifel. Das haben sowohl Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) als auch die Geschäftsführerin der Kurgesellschaft, Ina Fink, betont. Die Überprüfung des Prädikates erfolgt turnusgemäß alle zehn Jahre –für Bad Belzig freilich zum ersten Mal. Die Sole als Heilmittel unterliegt ohnehin ständiger Überwachung. Darüber wurde beim Kurortforum am Mittwochabend in der Stein-Therme informiert. Gut 60 Interessierte waren zu der Veranstaltung gekommen und diskutierten die Perspektiven mit.

Bundesweit bei Kollegen hospitiert

Die beiden Medizinerinnen, die vor allem ob ihrer Erfahrungen in der Schmerztherapie angesprochen wurden, haben sich in sechs 5-Tages-Kursen auf die Zusatzaufgabe vorbereitet und bei Kollegen in anderen Heilbädern von der Ostsee bis zu den Alpen hospitiert. Sie sollen nunmehr Patienten bei ihrem dreiwöchigen Aufenthalt im Hohen Fläming betreuen. Dreimal – zu Beginn, mittendrin und zum Abschluss –müssten sie sich bei dem Duo vorstellen, um dann entsprechend der Kurverordnung des Hausarztes die Anwendungen in Anspruch zu nehmen. Teilweise ist die Offerte begleitend für Patienten aus der Reha-Klinik „Hoher Fläming gedacht. Vor allem aber der präventiv Einsatz wird empfohlen.

Jährlich 36.000 Übernachtungen mehr

Die Zahl der Übernahctungen isti den vergangenen zehn Jahren gestiegen. 2010 waren es noch 122.972. Im vergangenen Jahr wurden 159 358 gezählt.

Das geht aus den Kenndaten der gewerblichen Betriebe –einschließlich Reha-Klinik „Hoher Fläming“ hervor. Die Steigerung erfolgte fast kontinuierlich, lediglich 2014 ging sie kurz auf unter 130.000 Übernachtungen zurück.

Erhöht hat sich die Zahl der Betriebe von elf (2010) auf 17 (2013 _ nach dem Deutschen Wandertag) auf jetzt 14. DieZahl der Gästebetten lag zunächst bei 611, 2013 bei 779 und jetzt bei 840.

Die Auslastung pendelt zwischen 50 und 55 Prozent. Die Aufenthaltsdauer liegt bei vier Tagen.

Nach Einschätzung er IFT-GmbH handelt es sich um solide Mittelwerte. Die Spitzenreiter im Land Brandenburg sind Burg/Spreewald und Templin.

„Das Angebot wird von den Menschen leider noch viel zu wenig genutzt, weil nach der Gesundheitsreform von Horst Seehofer 1993 die Vorbeugung lange nicht von den Kassen erstattet worden ist“, erklärt Marita Stuhlmann, Aktuell ist gerade mit der Praxisübergabe an ihrer jüngere Kollegin befasst. „Aber auf dem Sektor wäre stärkere Nachfrage noch wünschenswert“, erklärt die Neuchefin Eva-Maria Schulze-Köhn.

Vermarktung wird verstärkt

Die zielgerichtete Vermarktung des Kurortes wird eine Herausforderung der nächsten Dekade sein. Das hat Katja Stefanis bekräftigt. Als Mitarbeiterin der IFT-Freizeit- und Tourismusberatung hat sie Bad Belzig eine gute Entwicklung seit der Verleihung des Bad-Titels bescheinigt. Dabei beruft sie sich auf durchweg steigende statistische Werte im durchaus harten Wettbewerb. Das große Hotel, das nach wie vor an der Stein-Therme fehlt, ist indes noch das größte Manko.

Über das Wasser in der Stein-Therme hinaus soll die heilende Sole noch ins Rampenlicht gerückt werden. Quelle: Thomas Wachs

Der Rat der Expertin lautet, dass die Stadt Bad Belzig auf jeden Fall ihre Quelle über die Nutzung für das Thermalwasser hinaus buchstäblich ins Rampenlicht rücken soll. Die schon realisierte Anwendung bei Solebrot und -schinken könnten ein Anfang sein. Ein Salzkontor in der historischen Altstadt,Wanderrouten zu dem Thema sowie stete Werbung mit der gesundheitsfördernden Wirkung wird empfohlen. Darüber hinaus geht es um die Attraktivierung des Kurparkes und die bessere Anbindung des Erholungsviertels an das Zentrum, in dem nach wie vor die Verkehrsberuhigung noch ausstehe.

Perspektive mit Innovationen

„Das Kurortbewusstsein muss sich noch mehr entwickeln“, schrieb die Fachberaterin den Einheimischen ins Stammbuch. Dabei verwies sie auf gute Ansätze, die mit der Qualitätsstandard-Offensive von etwa zwei Dutzend Unternehmen im vergangenen Jahr mit der ein Anfang gelungen sei. Darüber hinaus sollte sich Bad Belzig –mit den Partnern vom Smart-Village Verein vom Gutshof Klein Glien –als innovativer junger Kurort profilieren.

Martin Schieder hat als interessierte Bürger die Finanzfrage aufgeworfen. „Sonst sind alle Vorschläge des Konzeptes nur Fantasievorstellungen“, sagte er. Jedoch enthält das Konzept eine Prioritätenliste, welche Vorhaben schrittweise mit mehr oder weniger Aufwand einzulösen sind.

Bürgermeister Roland Leisegang sieht der Prädikatsüberprüfung für den Kurort Bad Belzig optimistisch entgegen. Quelle: René Gaffron

Darüber hinaus hat Christian Kirchner, der nunmehr pensionierte Chef der Stein-Therme, „das künftig noch mehr Geld von Partner fließen soll.“ Förderungen auf Basis einer guten Planung einzuwerben sei mithin Aufgabe von Politik und Verwaltung in der nächsten Legislaturperiode fasste Roland Leisegang zusammen.

Von René Gaffron

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