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Bad Belzig Wohnhausbrand in Werbig: Nachbar löste Alarm aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Wohnhausbrand in Werbig: Nachbar löste Alarm aus
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10:05 28.03.2019
Von oben gehen die Feuerwehrleute gegen den Brand vor: Das Feuer in einem Werbiger Einfamilienhaus hielt die Einsatzkräfte am Mittwoch in Atem. Quelle: Thomas Wachs
Werbig

Beim Brand seines Wohnhauses ist ein 68-jähriger Bewohner am Mittwochmorgen in Werbig ums Leben gekommen. Die Feuerwehr war mit 47 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen zum Großeinsatz ausgerückt. Gegen 10.35 Uhr war Alarm ausgelöst worden.

Feuerwehren aus Ortsteilen Bad Belzigs sowie aus Wiesenburg und Görzke sind zum Einsatz geeilt. Auch Kreisbrandmeister Jens Heinze und weitere Kräfte von der Organisationsleitung des Rettungsdienstes des Kreises waren vor Ort.

Ein Mann verstarb bei einem Wohnhausbrand am Mittwochmorgen im Bad Belziger Ortsteil Werbig.

„Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig“, sagt Einsatzleiter Olaf Beelitz von der Feuerwehr Bad Belzig gegenüber der MAZ . Vor allem deshalb weil das Haus in der Görzker Straße „sehr unzugänglich war“, so Beelitz.

Der Bewohner galt zunächst als vermisst. Die Einsatzkräfte bahnten sich unter Atemschutz ihren Weg. Gegen 11.45 Uhr fanden sie den Bewohner dann in dem völlig verqualmten Haus und transportierten ihn auf den Hof. Dort konnte eine Notärztin nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Nachbar schlägt Alarm

Den Alarm ausgelöst hatte Nachbar Andreas Schmidt, der selbst im Ort Feuerwehrmann ist. Er hatte eine starke Rauchentwicklung am Schornstein beobachtet und einen lauten Knall vernommen.

„Ich habe gedacht, da ist etwas explodiert“, erzählt Schmidt. Er schaute über den Zaun und eilte dann durch den Torweg zum Nachbarn, traf aber niemanden an. „Das Haus war bereits völlig verqualmt“, erzählt Schmidt. Schnell setzte er den Notruf ab.

Nachbar Andreas Schmidt löst den Alarm aus beim Brand seines Nachbarwohnhauses in Werbig. Quelle: Julian Stähle

Schmidt wohnt seit 19 Jahren auf dem Hof an der Görzker Straße, die von kleineren Siedlungshäusern geprägt ist. Der Nachbar zog später zu.

Er bewohnte das Gehöft, das in ein Vorderhaus und eine ausgebaute Scheune geteilt ist, in getrennten Bereichen mit seiner Lebensgefährtin. „Sie habe ich aber schon länger nicht mehr gesehen“, erzählt der Nachbar.

Immer wieder lodern Flammen auf

Die Feuerwehr geht davon aus, dass sich das Feuer von einem Anbau her in das Vorderhaus ausgebreitet haben könnte. Zur Mittagszeit ist der Brand noch immer nicht unter Kontrolle. Immer wieder lodern Flammen am Schornstein aus dem Dach. Dicker Rauch steigt auf.

Die Brandschützer fahren den Löschangriff von der Drehleiter aus über das Dach. Ziegel werden zerschlagen und abgedeckt sowie Dachfenster zerstört, um Löschwasser in das Gebäude spritzen zu können.

„Zudem haben wir versucht, einen weiteren Zugang für die Löscharbeiten zu schaffen“, erzählt Einsatzleiter Beelitz. Über den Hof rücken Trupps unter Atemschutz vor. Am Giebel des Vorderhauses schlägt ein Feuerwehrmann von einer Leiter aus ein Fenster ein. Dann kann auch über diesen Weg gelöscht werden. Die Arbeiten dauern bis in den Nachmittag hinein an.

Kriminalisten ermitteln

Die Polizei ermittelt zur genauen Brandursache, die noch völlig unklar ist. „Sobald das Feuer gelöscht ist und das Haus begehbar ist, werden Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen“, sagt Marco Lange, Einsatzleiter der Polizeiinspektion Brandenburg, gegenüber der MAZ.

Die Einsatzkräfte und Ermittler gehen davon aus, dass der Mann allein im Wohnhaus war. „Es gibt keine Anzeichen auf weitere Personen“, sagt Polizeihauptkommissar Marco Lange.

Feuerwehren rückten wegen eines Hausbrandes in Werbig zum Großeinsatz an. Quelle: Thomas Wachs

Unterdessen läuft im Hintergrund die Maschinerie zur Versorgung der Einsatzkräfte an. Das erledigen Petra-Isa Tersch, die Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Belzig, und ihre Kollegen. Sie kümmern sich später auch um die Sicherung des Brandhauses.

Olaf Beelitz geht davon aus, dass der schwere Einsatz für seine Kameraden noch nachwirken wird. „Vor allem für die jungen Leute ist solch ein Geschehen mit Todesfolge immer eine besondere psychische Belastung“, sagt der Stadtwehrführer.

Von Thomas Wachs und Frank Bürstenbinder

Aus noch ungeklärter Ursache ist am Mittwoch in einem Werbiger Einfamilienhaus ein Feuer ausgebrochen. Ein 68-jähriger Bewohner ist ums Leben gekommen.

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