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Bad Belzig Lebensretter ohne Ende: Aderlass im Akkord
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Lebensretter ohne Ende: Aderlass im Akkord
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17:25 29.12.2019
Blutspende im Rotkreuzzentrum Bad Belzig: Wenke Brätz ist bei Schwester Iwona Mosler in guten Händen. Quelle: René Gaffron
Bad Belzig/Treuenbrietzen

Der Hohe Fläming ist für den Blutspendedienst eine gute Adresse. Erst recht am Sonntag mittag zwischen Weihnachten und Neujahr. Das wurde beim Zulauf im Rotkreuzzentrum Bad Belzig und im Bürgerhaus „Alte FeuerwehrTreuenbrietzen gleichermaßen deutlich.

86 Männer und Frauen –26 mehr als vor Jahresfrist –haben sich in der Kur- und Kreisstadt knapp einen halben Liter abzapfen lassen. Dies erfolgte auf den fünf Liegen schon quasi im Akkord. Dennoch führte der große Andrang zu Wartezeiten und Überstunden, weil nur eine Medizinerin für das obligatorische ärztliche Beratungsgespräch vor Ort war. „Lieber heute etwas Geduld als die Hektik an den üblichen Montagsterminen nach der Arbeit“, schätzten Christin Pauksch aus Locktow und Frank Schulze aus Bad Belzig unisono ein.

Sechs Erstspender dabei

Zudem waren die Spender bestens versorgt mit Kaffee, Tee und Brötchen und deshalb eher gelassen. Für immerhin sechs Personen war es freilich der erste Aderlass für den guten Zweck.

Schon zum sechsten Mal war Wenke Brätz aus Bad Belzig dabei. „Ich möchte gern anderen Menschen helfen“, sagt die 20-Jährige. Deshalb lässt sie sich im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam zur Krankenschwester ausbilden, wo sie gerade auf der Onkologischen Station eingesetzt ist und ergänzt ihren Beruf mit dem ganz privaten Engagement.

„Als wir 18 Jahre alt waren, habe ich mir das mit einer Freundin überlegt und dann in Brück zum ersten Mal gespendet“, erinnert sich Wenke Brätz. Im Freundeskreis sei die Hilfe schon des öfteren schon erörtert worden. Allerdings respektiert es die Auszubildende, „wenn beispielsweise jemand seine Angst nicht überwinden kann.“

Versorgung wird stabilisiert

Kompensiert werden sollen Versorgungslücken, die durch den Wegfall regulärer Spendentermine an Feiertagen entstehen. Nur so kann die Versorgung von Patienten in Kliniken und Arztpraxen in Berlin und Brandenburg in der Zeit sichergestellt werden.

„Eine Blutspende zu Feiertagen hat vor dem Hintergrund der kurzen Haltbarkeit von vier bis fünf Tagen eine ganz besondere Bedeutung“, erklärt Kerstin Schweiger, die Sprecherin des regionalen Blutspendedienstes. Für viele Erkrankungen seien aus menschlichem Blut gewonnene Präparate oft die einzige Behandlungs- oder Heilungsmöglichkeit. „Aus jeder Spende werden drei lebensnotwendige Blutpräparate hergestellt“, so Schweiger. Einmal zu spenden, bedeute demnach dreimal Hilfe zu schenken.

Der mobile Blutspendedienst macht am 2. Januar dann Station in Beelitz. Quelle: René Gaffron

„Wenn wir wissen, dass die Patienten gut versorgt sind, lohnt sich der Aufwand und die Familie akzeptiert den Verzicht am Sonntag“, sagt Jessica Personker. Das von ihr geleitete siebenköpfige Team in Bad Belzig war gut gefordert, aber auch gut gelaunt.

Görzker bleibt treu

Aus Görzke angereist ist Heiko Thiele. Er hat schon die 34. Spende geleistet. Doch bedauert er, dass die Gelegenheit auf dem Handwerkerhof seines Heimatortes nicht mehr besteht. Bis zu 30 Spenden konnten dort auch eingesammelt werden. Gleichwohl bleibt der 47-Jährige als Helfer erhalten. Bislang von Krankheiten oder Verletzungen verschont geblieben, möchte er aber, dass im Fall des Falles für ihn Konserven bereit stehen.

Weitere 79 kamen in Treuenbrietzen zustande. Dort hatte der Extra-Stopp zwischen den Feiertagen also eine ebenfalls erfolgreiche Premiere.

Nächster Blutspendetermin: 2. Januar, 14.30 bis 19 Uhr, im Robert-Tiedemann-Haus Beelitz

Von René Gaffron

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