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Bad Belzig Christiane Moldenhauer ist die neue Pfarrerin
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Christiane Moldenhauer ist die neue Pfarrerin
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18:13 21.01.2019
Christiane Moldenhauer ist seit Januar Pfarrerin im Entsendungsdienst für Bad Belzig. Quelle: Josephine Mühln
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Bad Belzig

 Ihr Glaube ist für sie der rote Faden. Jener, der sich seit ihrer Jugend durch ihr Leben zieht. „Ich kann mir mein Leben heute nicht mehr ohne vorstellen. Der Glaube ist meine größte Vergewisserung“, sagt Christiane Moldenhauer.

Die 38-Jährige ist seit Jahresbeginn die neue Pfarrerin für Bad Belzig, Kuhlowitz, Preußnitz, Benken, Werbig, Lübnitz, Klein Glien, Borne und Bergholz. Christiane Moldenhauer folgt damit auf Pfarrer Martin Gestrich, der Anfang Februar des vergangenen Jahres verstorben ist.

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Erster Eindruck durchweg positiv

Als Pfarrerin im Entsendungsdienst ist ihre Zeit in Bad Belzig zunächst auf zwei Jahre begrenzt. Anschließend kann sich die Geistliche auf jede freie Pfarrstelle bewerben – also theoretisch auch wieder in Bad Belzig. „Und die Gemeinde hat am Ende der zwei Jahre ebenso ein Mitspracherecht, ob der Pfarrer bleiben soll. Es ist somit für beide Seiten eine Chance um zu prüfen, ob es passt.“

Ihr erster Eindruck vom Hohen Fläming sei durchweg positiv, sagt die aus der Lausitz stammende Pfarrerin. „Es herrscht eine große Freude darüber, dass wieder Licht im Pfarrhaus brennt, wie man so schön sagt. Die Menschen haben gleich den Kontakt zu mir gesucht.“

Als Jugendliche zum Glauben gefunden

Auch über den vielen Zuzug in der Region sei sie positiv überrascht. Es herrsche dadurch ein lebendiger Austausch, auch international. „Das ist toll für so eine kleine Stadt“, sagt Christiane Moldenhauer.

Zum Glauben hat sie gefunden, da war sie gerade zwölf oder vielleicht auch schon 13 Jahre alt. Einen Schlüsselmoment hat es nicht direkt gegeben, wohl aber eine Schlüsselfigur. „Wir hatten damals eine junge Pfarrerin, die die Jugendarbeit in unserer Gemeinde übernommen und den Konfirmandenunterricht gestaltet hat“, erinnert sich Chrisiane Moldenhauer. „Zu ihr hatte ich einen sehr guten Kontakt. Sie war sehr zugänglich und interessiert, hat meine Fragen aufgegriffen und war eine gute Adresse für das, was mich beschäftigt hat.“

Studium in Greifswald, Tübingen und Berlin

Christiane Moldenhauer hat Theologie in Greifswald, Tübingen und Berlin studiert.

Anschließend nahm sie eine Projektstelle in der missionarischen Arbeit mit Studierenden in Marburg an.

Später zog es sie zurück nach Greifswald. Für sieben Jahre arbeitete sie an der Theologischen Fakultät und unterrichtete unter anderem im Fach Praktische Theologie.

Ihre letzte Station war die Berliner Stadtmission, wo sie als Vikarin tätig war.

Dass sie Theologie studieren will, sei ihr schnell klar geworden. „Meine Eltern waren eher im Bereich der Zahnmedizin unterwegs, deshalb habe ich das auch kurz überlegt, aber dann gemerkt, wie vielseitig das Theologiestudium ist und dass ich damit meine historischen und religiösen Interessen bedienen kann.“

Zunächst zog es Christiane Moldenhauer nach dem Abitur aber für zwei Jahre nach Israel. Dort hat sie als Pflegehelferin in einem Seniorenheim und einem Hospiz gearbeitet. Diese Zeit habe sie in ihrem Studienwunsch bestärkt. „Ich bin dort – auch durch die Zusammenarbeit mit anderen Freiwilligen aus der ganzen Welt – mit anderen Religionen in Berührung gekommen. Dieser lebendige, alltägliche Kontakt hat meinen Horizont und meinen Blick, was Kirche ist, erweitert.“ Gemeinsam können Dinge besser bewältigt werden, als allein – davon ist Christiane Moldenhauer überzeugt.

Christiane Moldenhauer bei ihrem Vorstellungsgottesdienst. Quelle: Helmut Kautz

Ihre Doktorarbeit hat die 38-Jährige über die Rolle der Bibel im persönlichen und gemeindlichen Leben geschrieben. Sie wollte herausfinden, wie man das Leben mit der Bibel fördern kann. Und wie man auch jene Menschen, die keine Kirchgänger sind, an die Schrift heranführen kann. „Die Bibel ist ein großer Schatz, aber viele Menschen haben nicht gelernt, damit etwas anzufangen,“, sagt die Pfarrerin. „Wie gelingt es also, dass wir die Bibel als Kulturgut erschließen lernen?“

Für ihre Arbeit in Bad Belzig hat Christiane Moldenhauer bereits ein paar Ideen. „Ich habe das Gefühl, aus der Gemeinde zu hören, dass der Wunsch da ist, die Gottesdienste weiterzuentwickeln und vielfältiger zu machen. Zum Beispiel mit Abendgottesdiensten oder anderen Formen der Andacht – auch zu anderen Zeiten oder an anderen Orten.“

Stadt und Dorf sollen sich ergänzen

Auch habe sie bereits gespürt, dass auf den Dörfern andere Bedürfnisse zu berücksichtigen seien, als in der Stadt. „Was passt ins Dorf und zum dörflichen Leben? Das will ich raus finden: das Profil des Ortes und welche Veranstaltungen dorthin passen.“ Stadt und Dorf sollen sich am Ende gut gegenseitig ergänzen.

Christiane Moldenhauer will außerdem eine Ansprechpartnerin für alle Menschen sein – und nicht nur beschränkt auf die Mitglieder ihrer Gemeinde. „Ich habe immer wieder gemerkt, dass ich auch selber für meinen Glauben die Gemeinschaft brauche. Es tut mir gut, wenn die Menschen sagen: Ich bete für dich. Wenn sie mir Zuspruch geben und mich daran teilhaben lassen, was sie selber im Glauben erleben.“

Von Josephine Mühln

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