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Bad Belzig Pilger ist zurück von seiner Reise – und hat viel zu berichten
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Pilger ist zurück von seiner Reise – und hat viel zu berichten
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13:46 28.05.2019
Dirk Friedrich ist zu Fuß nach Bad Wilsnack gepilgert. Quelle: Johanna Uminski
Bad Belzig

 Zehn Tage und 205 Kilometer ist Dirk Friedrich in Brandenburg unterwegs gewesen. Der 50-Jährige wählte dafür nicht die klassischen Pilgerrouten und hatte so die Möglichkeit, auch die Orte auf seinem Weg zu besuchen. Nun ist er wieder zurück und berichtet über seine Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen.

Wie ist die Reise gelaufen?

Dirk Friedrich: All das, was ich schon vorher als Problem gesehen habe, ist dann auch wirklich ein Problem gewesen. Zum einen die Körperlichkeit – ich hatte hier und da ein paar Blasen an den Füßen und Schmerzen. Zum anderen die Wege – manche führten direkt auf der Straße lang. Ich habe mich bewusst nicht für klassische Pilgerrouten entschieden.

Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ich habe festgestellt, dass es offensichtlich ein großer Wunsch der Menschen ist, aufmerksam miteinander umzugehen. Größenteils wünscht man sich ein gutes Miteinander. Ich habe auf der Suche nach einem Schlafplatz nicht wirklich viele Abfuhren erlebt.

Gab es dennoch negative Erlebnisse?

Negativ ist mir aufgefallen, dass der Glaube für viele Menschen ein Problem darstellt. Im Gespräch haben sie mir mitgeteilt, dass sie gläubig sind. Das haben sie fast verschämt gesagt und das Thema schnell gewechselt. Meinem Gefühl nach, zeigt die christliche Kirche keine großen Ambitionen Glauben zu leben. Das bleibt nicht folgenlos und zeigt sich ja auch in den schlecht besuchten Kirchen.

Gibt es etwas, das Sie überrascht hat?

Ich habe viele schöne und putzige Dörfer gesehen und war überrascht wie wenige Menschen dort leben. Auf der einen Seite geben Menschen Unsummen für kleine Grundstücke beispielsweise in Dortmund aus und sind dort nicht wirklich glücklich. Auf der anderen Seite gibt es hier wunderschöne Landschaften und Dörfer, die darauf warten, mit Leben gefüllt zu werden.

Was nehmen Sie von der Reise mit?

Ich habe überlegt, ob ich Pilgerbegleiter werde und das Pilgern in Gruppen organisiere. Ich denke, dass man sich mit den Kirchen, Gemeinden und Städten vernetzen und gemeinsam was schaffen kann. Das ist eine tolle Idee, die mir im Moment durch den Kopf geistert.

Würden Sie eine solche Pilgerreise wieder unternehmen?

Ja, ich bin mir schon jetzt sicher, dass ich im Herbst wieder losgehen werde. Das Ziel soll ein Kloster sein, in dem ich einkehren kann. Welches es wird, weiß ich noch nicht. Als grobe Orientierung fallen alle Klöster heraus, die über 500 Kilometer von Bad Belzig entfernt sind. Ich möchte nicht mehr als zwei, drei Wochen unterwegs sein.

Von Johanna Uminski

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