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Bad Belzig Dippmannsdorf: Ansteckende Borkenflechte hält Kita in Atem
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Dippmannsdorf: Ansteckende Borkenflechte hält Kita in Atem
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17:44 17.09.2019
Prävention ist alles: Erzieherin Janett Grüneberg (links) und Leiterin Kerstin Mischke bei der Desinfektion der Kita „Waldwichtel" in Dippmannsdorf. Quelle: René Gaffron
Dippmannsdorf

In der Kindertagesstätte „WaldwichtelDippmannsdorf sind derzeit sechs Jungen und Mädchen an Borkenflechte erkrankt. Das hat Kerstin Mischke als Leiterin bestätigt. Am Montagabend nutzte sie die Beratung des städtischen Ausschusses für Soziales, um über den misslichen Umstand zu informieren. „Die Einrichtung muss aber deswegen nicht geschlossen werden“, teilte die 42-Jährige mit.

Beim Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark sind bislang neun Fälle registriert worden. Einige gelten nun schon wieder als geheilt. Inzwischen sind jedoch weitere Kinder mit dem Verdacht zur ärztlichen Untersuchung geschickt worden, hieß es am Dienstag vor Ort.

Feststellung vor vier Wochen

Seit knapp vier Wochen hält die Hautkrankheit die Erzieher, Kinder und Eltern in Atem. „Zunächst war ein Kind gestürzt“, berichtet Kerstin Mischke. Als der Schorf in seinem Gesicht nicht wie gewohnt abheilen wollte, wurde nach näherer Betrachtung festgestellt, dass es sich um die im Hause nicht gleich bekannte Borkenflechte handelt.

Dies ist eine oberflächliche, eitrige Infektion der Haut mit Blasen, Krusten und Schuppung. Sie geht in der Regel auf Bakterien zurück, die bei Erwachsenen für gewöhnlich vom stärkeren Immunsystem abgewehrt werden.. Die Übertragung erfolgt per sogenannter Schmierinfektion.

Arzt rät zur genauen Beobachtung

„Die vergleichsweise einfache Ansteckung ist das Problem“, erklärt Burkhard Kroll. Der in Bad Belzig praktizierende Kinderarzt sieht dennoch keinen Grund, in Panik zu geraten.

Kinderarzt Burkhard Kroll aus Bad Belzig. Quelle: privat

„Wenn die Krankheit erst einmal erkannt ist, kann sie in der Regel mit einer Creme und etwas Geduld behandelt werden“, so der Mediziner. Kontakte sollten reduziert werden.

Wie Kerstin Mischke berichtet, reagieren die meisten Familien der 36 betreuten Kinder aufgeschlossen. Wo es auch ohne Attest angezeigt scheint und sich organisieren lässt, nehmen die Großeltern die Enkel vorübergehend aus der Betreuung.

Zu den Ursachen lässt sich nur spekulieren. „Der Ausbruch kann in der Tagesstätte passiert sein, aber auch bei jemandem zu Hause“, sagt Christiane Schmidt. Nach Aussage der Verwaltungsleiterin des Gesundheitsamtes kommt die Krankheit jedoch äußerst selten vor.

„Zumindest in diesem Jahr sind es die ersten Meldungen im Kreis Potsdam-Mittelmark“, betont sie. Ihrer Aussage nach scheint es sich um ein lokales Ereignis zu handeln. „Folgerichtig sind die Lehrer der Kleinen Grundschule Dippmannsdorf, einschließlich Erzieher des Hortes, noch sensibilisiert worden“, sagt Christiane Schmidt.

Für weitere Vorkehrungen womöglich in anderen Betreuungsstellen der Stadt bad Belzig sieht auch die zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus, Birgit Schneider keinen Anlass.

Desinfektion bei „Waldwichteln

Mit der Dippmannsdorfer Leitung wurden „infektionshygienische Sofortmaßnahmen“ abgesprochen, heißt es von der kreislichen Aufsichtsbehörde. Das sieht die Grundreinigung und Desinfektion der kompletten Einrichtung, insbesondere aller Kontaktflächen, vor. Darüber hinaus werden Handlungshinweise zur routinemäßigen Händedesinfektion gegeben sowie die Information der Eltern per Merkblatt angekündigt.

Das ließ am Dienstag noch auf sich warten. Immerhin haben sich die sechs Erzieher inzwischen belesen. „Für die Theorie und die Praxis hätte wir gern noch etwas Unterstützung gehabt“, sagt die Mitarbeiterin, die am 1. August den Chefposten von Kerstin Lissau übernommen hat. Der amtliche Hausbesuch ist nu für nächste Woche angekündigt.

Von René Gaffron

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