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Bad Belzig Volkssolidarität knüpft neues Netzwerk in Bad Belzig
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Volkssolidarität knüpft neues Netzwerk in Bad Belzig
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17:39 09.04.2019
Heike Leisegang betreut als Verantwortliche der Beleggruppe Menschen mit Demenz oder anderen Einschränkungen im altersgerechten Wohnen in Bad Belzig. Quelle: Jan Russezki
Bad Belzig

Im altersgerechten Wohnblock der Bewog in Bad Belzig ist Platz. Der Blick aus der nagelneuen Küche in der 5. Etage ist ein barrierefreier Traum. „Es ist schöner, heller, geräumiger“, sagt die Verantwortliche der Beleggruppe der Volkssolidarität (VS), Heike Leisegang, bei der feierlichen Eröffnung des neuen Aufenthaltsraumes am Montagmorgen. Die Volkssolidarität will mit der räumlichen Erweiterung auch ihr Betreuungsangebot aufstocken – und zwar mit einem Netzwerk aus Ehrenamtlichen.

18 Mitarbeiter hat die Volkssolidarität für das altersgerechte Wohnen in Bad Belzig. Zwei davon kümmern sich um Demenzkranke. Ehrenamtlich arbeitet davon niemand – das soll sich ändern. „Der neue Raum soll auch mit neuen Ideen gefüllt werden“, sagt Dirk Brigmann. Der Geschäftsführer des volkssolidarischen Verbandsbereichs in Potsdam-Mittelmark sieht seine weiteren Standorte in Potsdam und Brandenburg an der Havel in Vorbildfunktion für Bad Belzig. Dort seien jeweils 70 Ehrenamtliche im Dienst, sagt er. Und das funktioniere gut.

Aktive Angebote

Sein Plan: Mit dem neuen Raum Platz für 14 statt wie zuvor sieben Menschen schaffen und zusätzlich die Angebote der Aktivgruppe für Menschen mit Demenz erweitern. „Wir wollen aktiver werden und mal gemeinsam kochen, ins Kino oder Wandern gehen“, sagt Brigmann.

Dafür brauche man allerdings Ehrenamtliche, die sich ausbilden lassen wollen und Aktivitäten betreuen. „Wir können nicht gleich mehrere Gruppen aus dem Boden stampfen. Das soll erst mal ein bis zwei Mal im Monat stattfinden – aber es kann wachsen“, erklärt er.

Ehrenamtliche gesucht

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich bei der Volkssolidarität melden. Voraussetzungen gibt es keine. Eine Anmeldung ist möglich unter 033841/33205; per Email an sozialstation-belzig@volkssolidaritaet.de

Der Hintergrund: „Die Vereinsamung nimmt zu“, sagt Pflegedienstleiterin Martina Staron. Die Nachfrage nach Betreuung hätte merklich zugenommen. Aktuell beschränkt sich die Betreuung in den Aufenthaltsräumen des altersgerechten Wohnens auf den Vormittag. Die ehrenamtliche Betreuung soll auch an Nachmittagen stattfinden und sei viel intensiver und persönlicher. „Die Leute brauchen das“, sagt Staron.

Erste Ehrenamtliche

Die erste Ehrenamtliche ist Elke Bogdahn. Als ehemalige Einrichtungsleiterin der Volkssolidarität ist sie nun im Ruhestand und will die Aktivgruppen aufbauen. Sie will klein anfangen. „Wir brauchen erst einmal Interessenten und können dann die Gruppen gestalten“, sagt sie. Ihre erste Aufgabe ist es in Öffentlichkeitsarbeit Aufmerksamkeit für den neuen Raum und die Aktivgruppen zu schaffen. Andere Träger wie die Awo, das Deutsche Rote Kreuz und die Diakonie haben schon Gruppen etabliert. Bei der Volkssolidarität hätte es das bisher nicht gegeben, sagt sie.

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Dirk Brigmann will auch die Flyer neu gestalten und sie dort auslegen, wo man Menschen mit Demenz und besonders Früherkrankte erreichen kann: Bei Neurologen. Das Angebot richtige sich aber auch an Menschen die Gesellschaft suchen, psychisch erkrankt sind oder zum Beispiel nach einem Schlaganfall körperlich eingeschränkt sind.

Barrierefrei auf dem richtigen Weg

Aus diesem Grund ist der neue Aufenthaltsraum geräumiger gestaltet. Der Raum ist über den Aufzug barrierefrei zu erreichen. Auch die Toilette nebenan ist behindertengerecht. Im Raum fällt vor allem der weite Panoramablick durch die Fensterfront und die neue Küche auf. Wohlfühlen wird hier leicht gemacht.

Der Raum hätte nur saniert werden können, weil die angrenzende Wohnung frei geworden wäre, erklärt Brigmann. Die Bewog hat dann sanitäre Anschlüsse verlegt und den Raum saniert. „Was mit dem Raum passieren sollte, wusste die Bewog nicht. Dann haben wir unsere Idee vorgeschlagen und sie haben sich darauf eingelassen“, erzählt er.

Für Brigmann sind Hotspots als soziale Zentren der richtige Weg. „Wohnen und Betreuung gehören zusammen“, sagt er. Auch Bernd Niederland, Gründer der Sozialstation in Bad Belzig und Verbandsratsvorsitzender der Volkssolidarität in Brandenburg sieht in der Aufstockung der Angebote den richtigen Weg: „Es ist ein wichtiger Schritt für die Stadt Bad Belzig“, sagt er.

Von Jan Russezki

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