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Bad Belzig Ein Hoch auf die Dorfgemeinschaft
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Ein Hoch auf die Dorfgemeinschaft
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07:47 25.05.2018
Kerstin Schäfer hat die Sanierung der Klausdorfer Kirche von Anfang an begleitet. Quelle: Josefine Kühnel
Klausdorf

Kerstin Schäfer stößt einen tiefen Seufzer aus, während sie auf die mit Baugerüsten verkleidete Fachwerkkirche sieht. „Das war ein langer Weg bisher“, sagt sie.

Nach mehr als fünf Jahren neigen sich die Sanierungsarbeiten an der Klausdorfer Kirche bei Treuenbrietzen dem Ende entgegen. Gefeiert werden soll dies mit dem Frühlingsfest am Sonntag rund um die Kirche.

Die Turmdemontage und Sanierung war der erste Schritt der fünf Jahre währenden Kirchensanierung in Klausdorf. Quelle: Josefine Kühnel

Kirche bringt die Dorfbewohner zusammen

Mit dem langen Weg übertreibt die gebürtige Thüringerin nicht. Bereits 2010 gründeten Dorfbewohner den Förderverein zum Erhalt der Klausdorfer Kirche. Seitdem engagierte sich Kerstin Schäfer auch als Schriftführerin und Kassenwartin.

Die Sanierung der alten Dorfkirche liegt ihr persönlich am Herzen. „Durch sie ist Klausdorf wieder zu einer richtigen Dorfgemeinschaft geworden. Jeder packt mit an, egal, ob er nun im Förderverein Mitglied ist oder nicht. Dadurch kommen alle miteinander ins Gespräch“, so Schäfer.

Über viele Jahre sanierte der Förderverein zum Erhalt der Klausdorfer Kirche das Fachwerkhaus. Nun sind endlich Ergebnisse zu sehen.

Kerstin Schäfer hatte es als Zugezogene schwer

Das ist der Klausdorferin besonders wichtig. Denn als Zugezogene erinnert sie sich noch, wie sie anfangs in der neuen Heimat aneckte. „Sich als Klausdorfer zu bezeichnen, muss man sich verdienen. Das ist viel Arbeit gewesen.“

Bei der Integration half ihr die Arbeit im Konsum, die die gelernte Maschinenbauzeichnerin aufnahm, um auch tagsüber ihre Kinder betreuen zu können.

Einladung zum Klausdorfer Frühlingsfest

Das Fest findet am Sonntag, 27. Mai, von 14 bis 18 Uhr in der Klausdorfer Kirche.

Es wird eine musikalische Andacht mit der Musikschule „Engelbert Humperdinck“ unter der musikalischen Leitung von Dirk Gutewort geben.

Kuh „Simone“ und Pferd Armin freuen sich auf Streicheleinheiten.

Auch ein Kuchenbasar, Grill-und Getränkestände sowie ein Bücherbasar warten auf die Besucher

Sanierung nahm über 137000 Euro in Anspruch

Die Wiederherstellung der Kirche begann im Jahr 2013 mit der Sanierung des Glockenturmes. Stolze 67 110 Euro kostete sie.

Die letzte Sanierungsphase seit Januar diesen Jahres beanspruchte weitere 75 000 Euro zuzüglich den Kosten für den Elektroanschluss und die Bleiverglasung des Okularfensters. Fast 70 000 Euro konnte der Verein durch Fördergeld einnehmen.

Endlich ein Elektroanschluss

Von dem Geld konnte in der Kirche endlich ein Elektroanschluss gelegt werden. „Das war auch bitter nötig. Die Bauarbeiter sagten gleich, dass sie ohne Elektroanschluss die Arbeit gar nicht aufnehmen können“, sagt Kerstin Schäfer.

Als Nächstes wurden der Außen-und der Innenputz (bis zur Höhe der Salpeterschäden) saniert und Gesims-und Stuckarbeiten durchgeführt.

Okularfenster mit Bleiverglasung schützt vor Nässe

Ein neues Okularfenster mit Bleiverglasung zum Schutz vor Nässe ist über dem Altar eingebaut worden.

„Durch die Sanierung ist die ehemals feuchte und von Schimmel befallene Kirche endlich trocken, das ist schon mal gut“, sagt Kerstin Schäfer.

Das Kreuz der Bleiverglasung ist ein Entwurf der Maschinenbauzeichnerin Kerstin Schäfer selbst. Dem kreuz auf dem Dach nachempfunden. Quelle: Josefine Kühnel

Fachwerkhaus und Putz vertragen sich nicht

Sorgen macht ihr heute aber noch die Kombination aus dem Holz vom oberen Fachwerkhausteils und dem unteren Mauerputz: Denn je nach Temperatur zieht sich das Holz zusammen oder dehnt sich aus, wodurch der Putz Risse bekommt.

Nach der Sanierung folgt die Restaurierung

Ausruhen können sich die Vereinsmitglieder auch nach dem Ende dieser Sanierungsarbeiten nicht. Denn dann müssen die zum Teil stark beschädigten Kirchenbänke aufgearbeitet und der Innenraum der Kirche angestrichen werden.

Bei den mehrmals im Jahr stattfindenden Veranstaltungen sammelt der Förderverein daher weiter Spendengeld für diese Arbeiten. Doch bis dahin heißt es erst einmal durchatmen. „Beim Frühlingsfest am Wochenende bestaunen wir erst einmal das, was wir bisher alles erreicht haben und dann sehen wir weiter“, sagt Kerstin Schäfer.

Von Josefine Kühnel

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