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Bad Belzig Enttäuschung in Lübnitz: Radweg an der L 95 kommt nicht
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Enttäuschung in Lübnitz: Radweg an der L 95 kommt nicht
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18:27 16.09.2019
Mit bunten Fahrrädern am Straßenrand machen sich Lübnitzer dafür stark, dass ein Radweg an der Landesstraße zwischen Bad Belzig und Görzke gebaut wird. Quelle: Heiko Hesse
Bad Belzig

So originell die Forderung nach einem Radweg zwischen Lübnitz und Bad Belzig durch die Blumen geschmückten Velos am Rande formuliert sein mag – so klar kommt jetzt aus Potsdam die Absage an das Anliegen.

Die Planung der Landesregierung Brandenburg sieht das gegenwärtig nicht einmal vor. Das hat der Wahlkreisabgeordnete im Landtag Brandenburg, Günter Baaske (SPD), auf eine kleine Anfrage hin erfahren.

In Lübnitz wird originell protestiert. Allerdings soll es dennoch keine Veloroute am Rande geben. Vielmehr soll die Verantwortung für die Straße zwischen Bad Belzig und Görzke künftig wechseln.

Demnach werden Prioritäten gesetzt und Radwege gebaut, um Anschlüsse an Bahnhöfe und Schulwegsicherheit zu gewährleisten. Allerdings unter der Bedingung, dass mindestens 2500 Kraftfahrzeuge die betreffende Trasse täglich nutzen.

Laut einer Zählung von 2015 ist das an der Piste nicht der Fall: 1507 Kraftfahrzeuge sind seinerzeit durchschnittlich erfasst worden, heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Hoffnung seit 2009

Vor zehn Jahren hatte der damalige Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) bei einem Ortstermin aber die Hoffnungen bei den Anrainern geweckt. Er versprach, dass in Kooperation mit der Stadtverwaltung Bad Belzig buchstäblich ein Lösungsweg gesucht wird.

Denn nach mehreren Unfällen mit Radfahrern waren mehr als 800 Unterschriften in Lübnitz, Werbig und Benken für einen Radweg an der L 95 gesammelt worden. Zehn Jahre sind vergangen, ohne dass Bewegung in die Sache gekommen ist.

„Da bleibt es jetzt schwer, sachlich zu bleiben“, sagt Robert Warnke der MAZ. Der Ortsvorsteher zweifelt nicht nur an der Richtigkeit der Entscheidung, sondern auch an der Grundlage. „Die Zahlen sind nicht mehr aktuell“, sagt der Dorfchef.

„Vielfach wird die Straße gerade als Umleitung für Baustellen empfohlen oder dient als Ersatz bei Sperrungen der A 2“, sagt der Ortsvorsteher. Dass die Kraftfahrer in aller Eile dann noch auf das Gaspedal drücken und sich kaum vom Achtung- Kinder-Display in der Ortsmitte stoppen lassen, weiß er statt dessen zu berichten.

Ausrangierte Velos am Rande

Auch der farbenreiche Protest am Rande wirkt augenscheinlich nur wenig verkehrsberuhigend. Vor einem Jahr hatte zunächst Angela Maria Osthoff ausrangierte Fahrräder gesammelt, lackiert und gestaltet. Beim Frühjahrsputz wurden sie – acht Vehikel insgesamt – dann an Mauern, Laternen und Hoftoren postiert und mit Blumen, die der Dorfverein finanziert hat, geschmückt.

Angela-Maria Osthof organisiert den Protest mit bunt gestalteten Fahrrädern an der L 95 in Lübnitz. Quelle: René Gafffron

Darüber hinaus wurden Forderungen wie „Mit dem Rad zur Schule“ an den Fahrrädern montiert und für jedes Straßenkunstwerk gibt es nun einen Paten.

„Ein bisschen hat man es schon ahnen können“, fühlt sich Robert Warnke bestätigt. Er berichtet, wie bei der Planung eines Brückenbaus kein Zentimeter für eine Radwegtrasse auch nur erörtert worden sei. „Das wäre wenigstens ein Zeichen gewesen.“

Postkarten-Aktion läuft weiter

Indes zeichnet sich die Entwicklung ab, dass sich das Land Brandenburg der Verantwortung für die L 95 entledigen will. Kreis oder Kommune wären dann vielleicht der neue Adressat für die Forderung der Radler aus Lübnitz und Umgebung.

Entsprechend gestaltete Postkarten werden im Hofladen von Andrea Feinbier offeriert, welche die Initiative aktiv unterstützt.

Velo-Demo zur Klima-Kundgebung

Der Radwegbau ist nicht nur wichtig für die Verkehrssicherheit, sondern ökologisches Anliegen. Deshalb ruft das Landgut Lübnitz auf, sich am Freitag in den globalen Klima-Streik einzureihen.

Eine Velo-Demo soll auf der L 95 rollen. Abfahrt ist 9 Uhr am Hofladen, der aus dem Grund geschlossen bleibt. 9.45 Uhr ist ein Zwischenstopp an der Freien Schule „Fläming“ in Bad Belzig, Ernst-Thälmann-Straße 10, vorgesehen.

Dann geht’s zum Fläming-Bahnhof Bad Belzig und wer mag und kann, fährt 10.45 Uhr mit dem Zug zur Kundgebung nach Berlin.

„Die Karten sind –mit Erinnerungen an die Aussagen aus den Wahlprogrammen –an die Parteien vor der Landtagswahl versendet worden“, berichtet Angela-Maria Osthoff. Noch sind einige Exemplare übrig.

„Denn die Druckerei fand unseren Auftrag so bedeutend, dass sie sogar mehr als die doppelte Aufage angefertigt hat“, erklärt die Protagonistin. Sie zeigt sich entschlossen, dass die Aktion weiter gehen muss.

Von René Gaffron

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