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Bad Belzig Regiobus hofft auf mehr Frauen am Steuer
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17:11 01.11.2018
Kathrin Badenmüller ist Busfahrerin aus Leidenschaft. Sie will bei einem Aktionstag des Unternehmens Regiobus am 10. November weitere Frauen für den Beruf begeistern. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Mit ihrer „Clara“ fährt Kathrin Badenmüller von Bad Belzig nach Potsdam. Die 47-Jährige ist in der Kreisstadt eine von drei Busfahrerinnen bei Regiobus und taufte so ihr Gefährt. „Man muss Diesel im Blut haben“, sagt die Wiesenburgerin aus Klepzig.

Sie betont, wie wichtig die Konzentration auf die Straße und Gehwege insbesondere bei älteren Menschen und Kindern sei. Badenmüller überprüft auch, wenn Fahrgäste tricksen und mit ihren Fingern die Daten auf dem Fahrschein verdecken, um länger pendeln zu können.

Erster Aktionstag zum Busfahren für Frauen

Ihre Berufserfahrungen möchte die 47-Jährige weitergeben. Denn für Interessentinnen findet erstmals ein „Schnuppertag“ zum Busfahren für Frauen bei Regiobus auf dem Betriebshof des Unternehmens in der Brücker Landstraße 22 statt. Sie können sich bei Probefahrten an virtuellen und kleinen Bussen austesten, am Brunchbuffet stärken und an einer Betriebsführung teilnehmen.

300 Männer und zehn Frauen arbeiten als Busfahrer

Momentan arbeiten 300 Männer und zehn Frauen im Unternehmen als Busfahrer, dessen fünf Betriebshöfe in Werder/Havel, Beelitz, Stahnsdorf, Potsdam und Bad Belzig liegen. „Das hat sicher mit Traditionen zu tun, sowohl beim Bus als auch beim LKW, anders als bei der Straßenbahn“, sagt Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig. Er erläutert, dass früher die körperlichen Belastungen für Fahrer ungleich höher waren.

Keine Frauenquote bei Regiobus geplant

Die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien ebenfalls besser geworden. „Selbst, wenn es dabei bleibt, dass Fahrer zuerst aufstehen und als letzte heimkommen: Wir müssen ja fahren, dass wir andere fahren können“, so Hennig. Eine Zielquote für Frauen soll es dennoch nicht geben. Der Regiobus-Geschäftsführer freut sich über jede Frau, die eine Ausbildung startet oder als Busfahrerin im Unternehmen arbeitet.

Bislang haben sich fünf Interessentinnen zum Aktionstag angemeldet. Der Beruf sei gefragt, weil sich auch der demografische Wandel auswirke. „Die älter werdende Gesellschaft beschert uns mehr Fahrgäste“, sagte Hennig weiter.

Kathrin Badenmüller geht im Berufsalltag auch mal nach hinten zum Sitzplatz Pendler, um Tickets genauer zu überprüfen. „Man muss auf Zack sein, die Stammfahrgäste hat man sich erzogen, dass läuft richtig gut. Es bringt nichts zu jammern“, schildert die Busfahrerin.

Wenn ihre Busfahrt beendet ist, fegt sie am Ende des Tages das 12,57 Meter lange Transportmittel aus, beseitigt den Müll und fährt mit dem Bus durch die Waschanlage. „Da bin ich auch ein bisschen eitel, aber das ist mir wichtig“, erzählt Badenmüller.

Durchsetzungsfähigkeit gefragt

Für sie ist Busfahren kein Männerberuf. „Jeder soll das machen, wozu er sich fühlt. Und da bin ich gern auch ein kleiner Rebell“, sagt die Wiesenburgerin weiter.

Sie habe gelernt, sich gegen Männer durchzusetzen, auch wenn dies nicht immer einfach sei. So ecken einige der Fahrgäste manchmal an. „Einige sind der Meinung, dass sie Könige sind. Doch ich mache ihnen klar, dass das mein Bus ist. Es gibt eine Fahrgastverordnung, wir können nicht auf das Verhalten jedes Einzelnen aufpassen.“

Wichtig sei, im Falle eines Konflikts nicht nachzugeben und eine starke Persönlichkeit zu haben. Ihre Faszination für die Gefährte hat Kathrin Badenmüller auch an ihre Tochter Anna weitergegeben. Die 20-Jährige ist als Busfahrerin bei Regiobus in Ziesar stationiert.

Schnuppertag am 10. November von 10 bis 13 Uhr, Anmeldungen sind bis zum 5. November per E-Mail an personal@regiobus-pm.de möglich.

Von André Großmann

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