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Bad Belzig Ein Meisterschuss über 400 Meter reicht aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Ein Meisterschuss über 400 Meter reicht aus
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12:14 01.07.2019
Gut geladen von Enrico Nickel: Die Ragösenener Großkaliberschützen haben den Titel beim Schießen auf 400 Meter (mit Visierung) gewonnen. Quelle: privat
Ragösen

Die Großkaliberschützen aus Ragösen sind erneut Europameister. Sie haben sich dieses Mal den Titel im neu ausgeschriebenen 400-Meter-Wettbewerb mit Visier gesichert. Zwar nur einmal ist die 1 x 1 Meter große Zielscheibe getroffen worden. „Das brachte uns jedoch drei Ringe ein und reichte für den Sieg“, erzählt Steffen Lukas. Neben Können sei also wie für einen Meisterschuss üblich auch eine gewisse Portion Glück dabei gewesen.

Steffen Lukas (links) und Stefan Lukas zeigen die Urkunden von der Europameisterschaft 2019. Quelle: René Gaffron

Der Wettkampf wurde auf dem Artillerie-Übungsplatz der Bundeswehr im Kyffhäuserkreis ausgetragen. „Kein Vergleich zum glatten Sandplatz in Beelitz“, heißt es. Dort hatten sich die Schützen aus dem Hohen Fläming im Mai ebenfalls dabei gut geschlagen. Auf dem Areal in Thüringen galt es unter anderem eine bewaldete Schlucht zu überwinden, berichten die erfolgreichen Kanoniere. Außerdem müssten bei einer Strecke von 400 Metern allemal die Windverhältnisse mit beachtet werden. Fünf Schüsse binnen 20 Minuten wurden für die Wertung abgefeuert. Die Konkurrenz in der Kategorie ist freilich überschaubar.

Neue Herausforderung

Das Sextett aus Ragösen hatte sich dennoch dieser erstmals gebotenen Herausforderung gestellt. Denn im vergangenen Jahr hatten sich Steffen und Stefan Lukas, Jörg Überall und Ulrich Meyer, Enrico Miethbauer und Enrico Nickel bereits den Sieg auf der 200-Meter-Distanz mit und ohne Visierung gesichert. Allerdings sind dort und auf der 100-Meter-Bahn über 100 Starter, die unter anderem aus Belgien, England und der Schweiz anreisen. „Da kriegen wir in der Regel nur Mittelfeldplätze ab“, so Stefan Lukas.

400 Mitglieder pflegen Brauchtum

Ausrichter der Europameisterschaften sind der Verband Deutscher Schwarzpulver Kanoniere (VDSK) und der Verband der Deutschen Schießsport Union (DSU). Sie fanden jetzt zum fünften Mal auf dem Bundeswehr-Übungsplatz am Dickkopf Sondershausen statt.

Europas größter Kanonier-Verband wurde im Jahre 2006 auf Burg Allstedt in Sachsen-Anhalt gegründet.Die Ragösenener Großkaliberschützen sind 15.

Bundesweit gibt es über 400 Mitglieder, die das Brauchtum der alten Schützenmeister pflegen.

Ein Geheimnis des Erfolgs auf die große Entfernung liegt seiner Meinung nach in dem verwendeten Gerät. Die Männer beherrschen die 2016 von seinem Schwager Steffen Lukas gebaute Kanone immer besser. Die nachgebaute Ausführung basiert auf alten Vorlagen aus dem 18. Jahrhundert.

Schmiedestahl statt Gussrohr

Doch hat der ehemaligen Schlosser das 1,70 Meter lange Rohr nicht aus Gusseisen wie früher, sondern aus Schmiedestahl anfertigen und aufbohren lassen. Eine Federmechanik wird schließlich durch die Zündung der Stichflamme ausgelöst und die Kugeln vom Kaliber 50 Millimeter nehmen ihren Weg.

Die Ragösenener Großkaliberschützen treten in der Uniform der preußischen Artillerie von 1813 bis 1815 auf. Quelle: privat

Ehrensache, dass die Schützen in passender Kleidung antreten. Die blauen Gewänder mit den hohen hellen Mützen sind maßgeschneidert. „Es ist die Uniform der preußischen Artillerie aus den Befreiungskriegen 1813 bis 1815, die ja nicht zuletzt bei der Schlacht am Hagelberg erfolgreich war“, so das Lukas-Duo. Die Belgier beispielsweise kommen seinen Berichten zufolge mit der Ausrüstung der napoleonischen Truppen an. Doch faires Miteinander sei heutzutage beim sportlichen Wettstreit üblich.

Salut im Nachbarort

Indes nimmt der Ragösener Verein nicht ausschließlich an Wettkämpfen teil. Des öfteren steuert er –wenn vom Veranstalter angemeldet und genehmigt –sein Salut bei Volksfesten bei. Noch vor dem Auftritt beim Altstadtsommer in Bad Belzig wird demnach im Nachbardorf Groß Briesen zu Ehren des 600-jährigen Bestehens geböllert.

Von René Gaffron

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