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Bad Belzig Funkenflug beim Mähen: Schlauer Bauer löscht Feuer selbst
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Funkenflug beim Mähen: Schlauer Bauer löscht Feuer selbst
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14:44 29.07.2019
Ernte kurz unterbrochen: die Freiwillige Feuerwehr Bad Belzig beim Löscheinsatz auf dem Acker bei Preußnitz. Quelle: Feuerwehr Bad Belzig
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Preußnitz

Die Ernte fordert ihren Tribut. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen musste die Feuerwehr ausrücken, um einen Feldbrand zu löschen. Zwei Hektar sollten am Sonntag an der Kreisstraße zwischen Preußnitz und Kranepuhl in Flammen stehen, hieß es zunächst bei der Alarmierung.

Zum Glück war es nicht so schlimm. Der Agrarbetrieb hatte den Brand rasch bemerkt. Mit Scheibeneggen wurde das Feuer sofort eingegrenzt und dann schon erstickt. Dessen ungeachtet waren die Kameraden aus Bad Belzig mit vier Autos sowie die Ortsfeuerwehren Kuhlowitz/Preußnitz und Lütte mit insgesamt 32 Kräften vor Ort. „Wir haben zur Sicherheit den Maschinenraum des Mähdreschers noch abgelöscht“, berichtet Raphael Thon als Einsatzleiter.

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Landwirte betreiben Vorsorge

Er lobt speziell die Prävention der Landwirte, die sich auszahlt. „In diesem Jahr tragen sie augenscheinlich mehr Vorsorge. In der Regel stehen Löschwasser in einem Fass und Geräte bereit, mit denen notfalls die Brandbekämpfung eingeleitet werden kann, bis die Feuerwehr da ist.“ Ausdrücklich sei es keine Nachlässigkeit, wenn Steinschlag oder Berührungen des heißen Schneidwerkzeuges zur Entzündung führen. Aber darauf sollten die Bauern vorbereitet sein.

Schon in der vergangenen Woche beim Feuer nahe Bergholz konnte der Schaden dank gute Reaktion vor Ort begrenzt werden. „Ein Waldbodenbrand mit dem Ausmaß von acht Hektar wäre wegen der hartnäckigen Glutnester sehr aufwendig zu löschen. Ein Feldbrand – Windstille vorausgesetzt – ist zügiger in den Griff zu kriegen“, sagt Raphael Thon.

Gefahr wegen Trockenheit

Brandschutz wird in der Tat groß geschrieben, sagt auch Hartmut Schulze. Der Geschäftsführer der Flämingrind-Genossenschaft Kranepuhl, die in beiden Fällen allerdings nicht betroffen war, bekräftigt das. „Wir hätten dann auch noch solidarisch zur Seite gestanden“, sagt der Betriebschef. „Bei der Trockenheit kann das jeden treffen“, sagt er.

Laut Hartmut Schulze hat sein Unternehmen zwei eigene Mähdrescher im Einsatz. Sie werden von den Beschäftigten jeden Morgen beispielsweise mit Druckluft gereinigt, damit Reste vom Vortag nicht zur Gefahr werden. Wasserbehälter und Eggen würden ebenfalls nicht erst seit dieser Saison am Rande geparkt, wenn die Ernte eingebracht wird.

In dieser Woche, so gibt sich der Agrarchef hoffnungsfroh, könne die Roggenmahd abgeschlossen werden. Danach muss der Mais noch etwas wachsen. „Dafür und mithin für den Brandschutz wäre Regen natürlich schön“, sagt Hartmut Schulze.

Von René Gaffron

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