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Bad Belzig „Friday for Future“ in Bad Belzig: Jugend mahnt die Politiker
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig „Friday for Future“ in Bad Belzig: Jugend mahnt die Politiker
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15:55 30.08.2019
Klima-Kundgebung vor dem Rathaus in Bad Belzig Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

Zwei Tage vor der Wahl zum Landtag hat die Fridays-For-Future-Bewegung aus dem Hohen Fläming ihre Forderungen für die Wahl zum Landtag Brandenburg formuliert. Mit Andreas Koska (Bündnisgrüne) und Claudia Sprengel (Linke) waren zumindest zwei Direktkandidaten des Wahlkreises 18 als Adressaten gleich auf dem Marktplatz in Bad Belzig präsent.

Impressionen von der Klima-Kundgebung am Freitag vor dem Bad Belziger Rathaus. Rund 150 Menschen waren dieses Mal dabei.

„Drei vor Zwölf“ lautete das mahnende Motto der Klima-Kundgebung am Freitagmittag. 11.57 Uhr wurde sie –wie in anderen Orten auch – gestartet. „Denn wenn es die nächste Regierung nicht schafft, die Weichen für den Klimawandel zu stellen, wird es zu spät sein“, erklärt Jonas Dietrich. Der Mitbegründer der hiesigen Ortsgruppe freute sich über knapp 150 Teilnehmerbei der immerhin siebenten Aktion seit April.

Erschreckende Bilder vom Amazonas

„Einerseits überlegen wir uns immer etwas Neues, damit keine Routine in den Ablauf kommt“, sagt der Fredersdorfer. „Andererseits sind wir noch mehr entsetzt, wenn wir die Bilder vom brennenden Regenwald am Amazonas sehen.“ Nach wie vor machen Schüler, die nötigenfalls Unterricht für ihr Anliegen versäumen, etwa die Hälfte des Protestes aus.

Dazu gesellen sich weiterhin Erwachsene. Stephanie Wild etwa will dem Nachwuchs in der Organisation „Parents for Future“ (Eltern für die Zukunft) den Rücken stärken. Solidarität übten außerdem Öko-Aktivist Wam Kat und seine Mitstreiter vom Fläming-Kitchen. Sie schenkten Tomaten-Linsen-Suppe gegen eine Spende aus und sorgten so für entspannte Atmosphäre. Musik und Quiz rundeten das Programm ab.

Unterschriften für Klimanotstand

Derweil sehr ernsthafte Reden gehalten wurden. Jürgen Hauschke von der V-Partei warb um Unterstützung für den Antrag, im Land Brandenburg den Klimanotstand auszurufen.

„100 Prozent Klimaneutralität müssen angestrebt werden“, verlas Susanne Gombert die Forderungen des Nachwuchses. „Wir wenden uns an die Politik, weil sie den Erkenntnissen der Wissenschaft und dem Willen der Bürger die Gesetze formulieren muss –ohne ökologische und soziale Interessen gegeneinander auszuspielen“, so die Zwölftklässlerin vom Fläming-Gymnasium.

Ermutigende Botschaft

Sehr emotional fiel schließlich die Wortmeldung von Anand Boschma aus. Statt weiter Fakten als Begründung für Veränderung zu bemühen, sprach er über Zukunftsangst,Schuldgefühle und Ohnmacht, die ihn nach eigenem Bekunden umtreiben.

Doch habe er inzwischen zumindest erkannt, dass es nicht nur Für und Wider gebe. „Jeder kleine Schritt von jedem Einzelnen, der sich in Frage stellt und beschränkt, ist hilfreich“, verbreitete er die ermutigende Botschaft.

Von René Gaffron

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