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Bad Belzig Erinnerung an den Tag der Befreiung
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19:49 03.05.2019
Schüler und Lehrer der Krause-Tschetschog-Oberschule legen Blumen am Gedenkstein im Grünen Grund nieder. Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

 „Ich bin stolz ein Jude in Deutschland zu sein.“ Das hat Wam Kat gesagt. Der Friedens- und Ökoaktivist erklärt, dass es seiner Meinung nach nicht so bedeutend sei, wo man geboren wurde. Das wäre für Nationalisten von Bedeutung. Er aber freut sich über das bunte Miteinander in Bad Belzig, zu dem viele Leute unterschiedlicher Herkunft und Religionen beitragen.

Der in Weitzgrund lebende Holländer hielt am Freitagabend eine sehr persönliche Ansprache anlässlich des traditionellen Gedenkens im Grünen Grund.

100 Teilnehmer im Grünen Grund

Dort wurde an die – dank des entschlossenen Handelns von Pfarrer Erich Tschetschog und Lehrer Artur Krause – kampflosen Übergabe von Belzig an die Rote Armee am 3. Mai 1945 erinnert. Etwa 100 Menschen, darunter viele junge Leute, waren der Einladung von Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) zu der Veranstaltung gefolgt. Sie legten Blumen nieder.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sollten aus dem zum KZ Ravensbrück gehörenden Außenlager Roederhof 600 gefangene Frauen nach Altengrabow marschieren. Am 24. April 1945 ging es los. Mehr als ein Drittel überlebte das Martyrium nicht. Von den 72 zurückgelassenen Inhaftierten erlebten nur 63 die Befreiung. Zu Tode gekommen ist damals die Belgierin Maria Aerts. Ihre Nichte Helena Rens war einmal mehr Ehrengast des Zeremoniells.

Rund 100 Teilnehmer waren bei dem Zeremoniell dabei. Quelle: René Gaffron

Nicht nur Jungen und Mädchen der Geschwister-Scholl-Grundschule haben diesmal mitgewirkt, sondern auch vom Fläming-Gymnasium. In der Vergangenheit hatte es Kritik von Jugendlichen an der Form des Gedenkens gegeben. Schließlich konnte ihnen der Förderkreis Roederhof vorab schon für drei Geschichtskurse der 11. Klassen eine Buchbesprechung vermitteln.

Einblick in persönliches Schicksal

Der Schriftsteller Karl-Heinz Otto hat in seinem Roman „Operation Taubenhaus" das Schicksal der Belgierin Marie-Louise del Marmol beschrieben. Sie war am 10. März 1944 für ihren Mann, Jean del Marmol, einem Mitbegründer der belgischen geheimen Widerstandsarmee, als Geisel von der Gestapo verhaftet worden. Da sie ihn nicht verriet, wurde sie nach Deutschland deportiert und in Belzig in kurzer Zeit zu Tode gequält. „Dank der präzisen Recherchen des Autors zu den Opfern und Tätern erhielt der Nachwuchs einen konkreten Einblick in das Geschehen des dunkelsten Kapitels der Stadtgeschichte“, erklärt Inge Richter vom Förderkreis. Die Jugendlichen rezitierten aus Briefen der Nachfahren.

Ehrenhain braucht Pflege

In jüngster Zeit gab es wieder verstärkt Kritik am Zustand der Gedenkstätte, wie Inge Richter einräumt. Die baulichen Reste sollen erhalten werden. Es bedarf jedoch der Pflege, damit die stummen Zeugen der Historie nicht zuwuchern. Die Stadtspitze hat Unterstützung zugesagt und eine Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Brandenburgischen Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen wird angestrebt, wie es heißt.

Von René Gaffron

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