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Bad Belzig So bleibt das Gedächtnis fit
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18:57 25.01.2019
Gertis Seidlitz (2.v.r.) bietet „Gedächtnistraining für jedermann“ an. Besonders viel Spaß hatten alle mit dem Tangram. Quelle: Josephine Mühln
Bad Belzig

 Das Tangram hat alle besonders herausgefordert. Und auch am meisten amüsiert. Dieses alte chinesische Legespiel ist knifflig, es regt die grauen Zellen an. Damit ist es ideal für das Gedächtnistraining von Gertis Seidlitz, das monatlich in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Belzig stattfindet.

Auch am Donnerstag hatte sich eine illustre, sechsköpfige Damenrunde an den Tischen in der Gliener Straße versammelt, um ein bisschen Gehirnjogging zu betreiben. Nicht fehlen dürfen dabei stets der selbst gebackene Kuchen von Elfriede Schwericke und eine gute Tasse Kaffee – um erstmal an- und ins Gespräch zu kommen. „Sie ist die gute Seele hier“, sagt Gertis Seidlitz mit Blick auf ihre Kollegin.

Auch mal was mit links machen

Das Gedächtnistraining sei immer auch eine Art Begegnungsstätte mit lockerem Geplauder. „Allein der Austausch ist viel Wert“, weiß Gertis Seidlitz, die beim DRK-Kreisverband Potsdam/Zauch-Belzig in der Mitgliederbetreuung tätig ist. Sie hat die Leitung des Trainings vor anderthalb Jahren übernommen.

„Ziel ist es, geistig fit zu bleiben“, ergänzt die 56-Jährige. „Immer nur ein Kreuzworträtsel zu lösen, funktioniert alleine nicht, weil da häufig die gleichen Worte rauskommen. Die Übungen hier im Training regen auch die Zellen an, die vorher nicht mehr benutzt wurden – indem zum Beispiel Worte rückwärts buchstabiert werden oder ein Rechtshänder auch mal Dinge mit links tut.“

Nächstes Training im Februar

Gertis Seidlitz hat für ihre Weiterbildung zur Gedächtnistrainerin ein dreiwöchiges Seminar besucht.

Es schließt mit einem Zertifikat des Bundesverbands Gedächtnistraining ab, das für drei Jahre gültig ist.

Gefördert werden sollen zum Beispiel Kreativität, logisches Denken, Assoziatives oder auch die Fantasie – für alles stehen Übungen bereit.

Das Training sollte nicht länger als eine Stunde dauern, weil es dann zu anstrengend wird.

Empfehlenswert sind Gedächtnisübungen am Vormittag, weil man dann ausgeruhter ist und das Gehirn besser arbeitet.

Das nächste Gedächtnistraining findet am 21. Februar um 14 Uhr statt.

Die Zellen würden dadurch gleich besser durchblutet. Es sei ohnehin ein Irrglaube, dass Gedächtnistraining nur was für ältere Menschen ist, sagt Gertis Seidlitz. „Die Übungen lassen sich ganz leicht dem Alter anpassen und eigenen sich somit bereits für Schüler.“

Am Donnerstag hat die Gedächtnistrainerin für den Einstieg ein Bewegungslied ausgewählt. Zu den Zeilen von „Kein schöner Land in dieser Zeit“ mussten der Kopf geschüttelt oder in die Hände geklatscht werden. Anschließend sollte zu Adjektiven und Verben jeweils das Gegenteil eines genannten Wortes gesucht werden – dick und dünn, geben und nehmen.

Das Gedächtnistraining findet monatlich in den Räumen des DRK in Bad Belzig in der Gliener Straße statt. Quelle: Josephine Mühln

Viele Übungen bekomme sie über den Bundesverband Gedächtnistraining, erklärt Gertis Seidlitz. Oder generell aus dem Internet. „Und ich kann natürlich auch selber kreativ sein. Das Ganze soll vor allem Spaß machen, ohne Druck.“ Das Treffen gleiche keiner Schulstunde, sondern jeder – egal welchen Alters – solle einfach mitmachen können.

Und dann packt die Trainerin das Tangram aus. Es besteht aus sieben Plättchen in einfachen geometrischen Formen. Diese entstehen durch das Zerschneiden eines Quadrates in zwei große Dreiecke, ein mittelgroßes Dreieck, zwei kleine Dreiecke, ein kleines Quadrat und ein Parallelogramm.

Aus dem Tangram mussten die Teilnehmer des Trainings die Anfangsbuchstaben ihrer Vor- und Nachnamen legen. Quelle: Josephine Mühln

Aus den Plättchen können zahllose Formen gelegt werden. Üblicherweise müssen dazu alle Teile verwendet werden, wobei sie nicht übereinander gelegt werden dürfen. Diesmal sollen die Teilnehmerinnen entsprechend einer Vorlage die Anfangsbuchstaben ihres Vor- und Nachnamens legen. Zehn Minuten haben sie für eine Figur Zeit. Die Lösung dafür, wie genau die sieben Einzelteile aneinander gehören, hat natürlich nur die Chefin.

„Nein, so passt es noch nicht.“ – „Wie soll das denn gehen?“ – „Das ist doch zum Verrücktwerden!“ – All diese Sätze fallen in den folgenden Minuten mehrmals. Aber auch: „Jetzt weiß ich, womit ich mich abends immer beschäftigen kann.“ Christa Meißner will sofort wissen, wo sie das Tangram kaufen kann. „Das ist so interessant und so knifflig“, sagt die Seniorin.

Stammgäste und neue Gesichter

Auch Ulrike Zippan hat der Nachmittag sehr gut gefallen. „Ich hatte vorher keine Erwartungen, die Gemeinschaft ist einfach schön“, sagt die 43-Jährige. „Und ich finde es wichtig, geistig fit zu bleiben. Es ist gut, wenn man mal ein bisschen überlegen muss.“

Gertis Seidlitz freut sich über diese positive Resonanz. „Die Stimmung war wie immer super. Es ist schön, ohne Druck zu arbeiten – auch wenn jemandem etwas zu schwer ist, muss er es nicht lösen.“ Besonders toll fand sie zudem, dass neben den altbekannten Stammgästen auch drei neue Gesichter dazugekommen sind.

Von Josephine Mühln

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