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Bad Belzig Preisschlacht verloren: Getränkehändler gibt auf
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Preisschlacht verloren: Getränkehändler gibt auf
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14:34 05.10.2018
Michael Mrosek räumt auf. Nach 21 Jahren muss er sein Getränkefachgeschäft schließen. Quelle: Andreas Koska
Bad Belzig

Das offene Tor lädt noch immer ein, wer jedoch im Bad Belziger Gewerbegebiet Seedoche auf das Gelände von Getränkemarkt Mrosek fährt, steht vor verschlossenen Türen. Die Rollos sind hinunter gezogen, die Tür abgeschlossen. „An unsere Kundschaft! Wir schließen das Geschäft zum 15. September. Danke für Ihre Treue“, steht auf einer roten Pappe am Torflügel. Nach 21 Jahren ist das Getränkefachgeschäft dicht.

Stetiger Kundenverlust

Immer weniger Kunden hielten Michael Mrosek die Treue. „Die Alten sterben weg, die Jungen ziehen weg“, resümiert der Geschäftsmann. Von Montag bis Samstag hat Mrosek gearbeitet, mit den mobilen Verkaufsständen auch an Sonn- und Feiertagen. Trotzdem konnte er der Billigkonkurrenz der Supermärkte und Discounter nicht die Stirn bieten. „Ich kann die Leute sogar ein wenig verstehen, man schaut doch aufs Geld“, sagt Ehefrau Carola.

Allerdings gäbe es dort nicht die Auswahl an Limos, Wasser oder Bieren wie sie in Mrosek´s Getränkeverkauf vorhanden war und nicht die Fachberatung. Denn Michael Mrosek hat mit Hilfe seiner Frau in zwei Hallen mit zusammen 600 Quadratmetern – auf 2500 Quadratmetern Grund – ausschließlich Getränke verkauft und eine Lottoannahmestelle betrieben. „Zum Schluss habe ich nur noch vom Lotto gelebt“, gibt er offen zu, seinen Stundenlohn hat er sich mal spaßeshalber ausgerechnet und ist auf 1,20 Euro die Stunde gekommen. „Vom Mindestlohn kann ich nur träumen“, sagt er.

Kaum Auslastung im Gewerbegebiet

Auch der langanhaltende und heißer Sommer hat kein Umsatzplus gebracht. „Die Ferien sind unabhängig vom Wetter eine Sauregurkenzeit“, hat er in den vielen Jahren festgestellt. Dazu kommt, dass das Gewerbegebiet nicht ausgelastet ist. „Da ist die Stadt in der Pflicht, wer soll denn hier einkaufen, wenn hier sonst nichts ist?“, fragt er verbittert. Ganz aufhören kann und will der 53-jährige jedoch nicht. „Ich werde weiterhin Getränke ausliefern und einen Partyservice anbieten“, erklärt er, so dass die bekannte Bad Belziger Telefonnummer mit der -8000-Endung erhalten bleibt. Am anderen Ende wird sich weiterhin Mrosek melden.

Sonst wird alles anders werden in den Seedocher Hallen. Die Getränkekisten sind fast alle ausgeräumt, die Preisschildaufsteller sauber in Kisten verpackt. „Billig abzugeben“, sagt er und erinnert sich, dass er allein dafür einige tausend D-Mark ausgab. Die Hallen hat die Firma „roka“ von David Hoffmann erworben. Sie sind beheizt und eignen sich für die Tank- und Jauchefahrzeuge.

Einzig die Imbiss- und Verkaufswagen sowie ein Multicar warten noch auf Interessenten. Dann ist alles weg. „Immerhin bin ich schuldenfrei aus der Geschichte herausgekommen“, sagt Michael Mrosek. Er glaubt dennoch, jetzt ruhiger nach vorne schauen zu können, ohne Stress und unter Umständen mit einem kleinen Urlaub.

Seine Frau Carola, die bislang mithalf, hat einen Job als Verkäuferin in der Bäckerei Gericke gefunden. Somit gibt es mit Getränkepartner (GP) nur noch einen Fachhändler in der Kreisstadt.

Von Andreas Koska

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