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Bad Belzig Die große Vision für das kleine Landhaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Die große Vision für das kleine Landhaus
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08:29 01.07.2019
Bauherr Carsten Brinzing und Architekt Uli Kaunath laden anlässlich des Tages der Architektur zur Besichtigung des Hauses in Reetz-Mahlsdorf ein. Quelle: René Gaffron
Reetz

Wer im allgemein beschaulichen Hohen Fläming ein besonders idyllisches Plätzchen sucht, ist wohl in Mahlsdorf an einer ziemlich guten Adresse. Das war Carsten und Cathrin Brinzing schnell klar, als sie nach längerer Suche nach der neuen Heimat dort fündig geworden sind. 2016 haben sie Berlin-Friedrichshain den Rücken gekehrt und Haus und Hof in der Forstsiedlung nördlich von Reetz für einen mittleren fünfstelligen Betrag erworben.

Dass sie die erste Zeit in einem kurzfristig erworbenen Bauwagen auf dem Grundstück leben würden, hatten sie buchstäblich einkalkuliert –Nutzung des bis heute noch intakten Sommer-Außenbades inklusive.

Der Bauwagen diente übergangsweise als Quartier für Carsten Brinzing. Quelle: René Gaffron

Wie das Wohngebäude jedoch wirklich für den mittlerweile getrennt dort lebenden Schriftsteller zum gleichermaßen entspannenden wie inspirierenden Ort werden würde, war noch nicht klar.

Architekt im Café begegnet

Die zufällige Begegnung mit Uli Kaunath sollte sich als Richtung weisend dafür herausstellen. Der Architekt betreibt nebenher das Wiesenburger Café „Landei“ vis a vis der Marienkirche. Dort ist das Paar unmittelbar nach der Hausbesichtigung in Mahlsdorf eingekehrt. Das nach Kaunaths Entwurf umgebaute denkmalgeschützte Fachwerkgebäude und die buchstäblich „große Vision für das kleine Haus“ der beiden haben die Bauhherrn damals überzeugt. Prompt war der 54-Jährige engagiert und bei der Sache.

Das Ergebnis wird am Wochenende präsentiert. Anlässlich des Tages der Architekten können Interessierte das Domizil besuchen und dabei noch die Mahlsdorfer Entschleunigung spüren.

Das Landhaus in Reetz Mahlsdorf, wie es von Carsten Brinzing 2016 erworben wurde Quelle: Uli Kaunath

„Zunächst einmal hieß es, alles zu entkernen“, schildert Ulrich Kaunath die Situation vor drei Jahren. Vom Fußboden, der pure Diele auf märkischem Sand bedeutete, bis zum teilweisen Rückbau der beiden Schornsteinköpfe, reichten die Herausforderungen.

Große Fenster eingebaut

Dann begann der nach Einschätzung des Planers sehr konstruktive und produktive Prozess, in dessen Folge aus dem kleinen verbauten Haus eine neue räumliche Dimension gewachsen ist. So wurde der enge Grundriss aufgebrochen und vor allem mit großen Fenstern die Verbindung nach außen geschaffen.

Carsten Brinzing ist nicht zuletzt dank der großen Küche gern Gastgeber. Quelle: René Gaffron

Im nunmehr mit Tageslicht durchfluteten Erdgeschoss entstand somit ein fließender Übergang von der Haustür über Ess- und Wohnbereich bis zur Küche und Terrasse. „In der Konsequenz ist der Garten immer in greifbarer Nähe – das ist nicht nur jetzt im Sommer, sondern zu jeder Jahreszeit herrlich“, sagt Carsten Brinzing. Im Obergeschoss wurde mit Einbau der Gaube ein luftiger Galerieraum geschaffen. Dort hat der Autor seinen Schreibtisch vor einem großen Fenster zu stehen.

Viele praktische Nischen

Die Räume sind großzügig offen und wirken somit bewusst einladend. „Das soll so sein“, bestätigt der 46-Jährige, der gern in die Gastgeberrolle schlüpft. Allerdings gibt es auch jede Menge an praktischen Nischen, Fächern und Ablagen. Sogar der begehbare Kleiderschrank ist realisiert.Insgesamt sind die verwendeten Materialien kein Luxus, aber praktisch eingesetzt. Bei einem Budget von 150.000 Euro fördert das manche aufgearbeitete Rarität zu Tage. Der Clou ist eine klappbare Holzsprossenleiter aus der Scheune, die nun zum Spitzboden führt.

Planer öffnen ihre Büros

Immer am letzten Sonntag im Juni veranstaltet die Brandenburgische Architektenkammer ihren Aktionstag. 23 Gebäude und Freianlagen sind aus dem Anlass zur Besichtigung geöffnet.

Neben ihren Werken zeigen Architekten, Stadtplaner, Landschafts- und Innenarchitekten in diesem Jahr erstmals ihre Büros.

In Bad Belzig empfängt Landschaftsplaner Gunnar Lange daher interessierte Besucher. Sie sind am Sonntag in der Zeit von 13 bis 18 Uhr, in sein Domizil am Fläming-Bahnhof eingeladen. Dort gewährt er Einblicke in seine aktuellen Arbeiten.

In Treuenbrietzen erwartet das Ingenieurbüro Siegmund Bölke und Partner, Leipziger Straße 175, am Sonntag in der Zeit von von 13 bis 18 Uhr das Publikum.

Die ökonomischen und auch die ökologische Herausforderungen im Industrie-, Gewerbe-, Wohnungs- und Gesellschaftsbau werden dort von den Fachleuten erklärt.

Mithin schlicht und wirkungsvoll sind Holzfaserdämmung und Lehmputz. Sie sorgen für angenehme Raumtemperatur, was an diesen heißen Tagen besonders zu bemerken ist. Nicht minder verbessern die roten Schiebeläden die Energiebilanz des Gebäudes, sehen aber auch sehr gut aus. Auf dem von Egon Conrad aus Reetz aufgebrachten grauen Schweinemadenputz bilden die Flächen einen Orientierung gebenden Blickfang und Kontrast zum satten Grün der Umgebung.

Besichtigung des Hauses in Mahlsdorf, Nummer 6, am Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

Von René Gaffron

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