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Bad Belzig Grünes Herz im Klinkengrund wird aufgemöbelt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Grünes Herz im Klinkengrund wird aufgemöbelt
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09:26 07.05.2018
Planer Gero Goldmann präsentiert die Skizze für das Umfeld der  Tagesstätte „Tausendfüßler“ in Bad Belzig.
Planer Gero Goldmann präsentiert die Skizze für das Umfeld der Tagesstätte „Tausendfüßler“ in Bad Belzig. Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Die Tage der vor Jahrzehnten verlegten Gehwegplatten auf dem Gelände der Tagesstätte „Tausendfüßler“ sind gezählt. Längst liegen sie nicht mehr eben. Die Kanten sind Stolperfallen nicht nur für die Kinder. Die Jungen und Mädchen sollen auch nicht länger mehr mit ihren Rollern in den Fugen stecken bleiben.

Eine rund um das Gebäude befestigte Fläche wird deshalb entstehen, wenn im Herbst mit der Umgestaltung des Umfeldes begonnen wird. Dann sollen die angrenzenden Spielflächen auf Rasen, teils mit Holzebenen, teils mit Fallschutzkies hergerichtet werden. An der Südfront das Areal für die Krippenkinder, an den Seiten für die Älteren. Einige Spielgeräte werden womöglich erhalten bleiben.

Platz und Geld für Neues

Doch gibt es Geld und Platz für Neues: Klettergerüste, Wippen und Rutschen aus hauptsächlich aus hartem Robinienholz und Edelstahl sowie Kräuterbeete zum Beispiel. Das hat Gero Goldmann versprochen.

Im Auftrag des Berliner Büros Context-Plan hat der Gartenarchitekt den Entwurf für das Gelände erarbeitet. Aus Anlass des Tages der Städtebauförderung wurde das Konzept am Sonnabend Vormittag an Ort und Stelle präsentiert. Zwei Dutzend Interessierte haben es sich erklären lassen – darunter lediglich drei Stadtverordnete und Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos).

Der Jugendfanfarenzug Bad Belzig weckte die Bewohner des Klinkengrundes am Tag der Städtebauförderung mit Pauken und Trompeten. Quelle: René Gaffron

Vorausgegangen waren nach Aufnahme des Wohngebietes Klinkengrund in das Programm „Soziale Stadt“ vor anderthalb Jahren gezielte Umfragen unter den Einwohnern. Dabei war festgestellt worden, „dass es mit dem grünen Herz des Viertels eine gute Ausgangsbasis gibt, die noch aufgewertet werden muss“, so der Experte. Kinder, Eltern und Erzieher haben ihre Anregungen eingebracht.

„Die Zusammenarbeit war sehr konstruktiv“, bestätigt Beate Kettler. Der Lieblingsort für die Kitaleiterin wird womöglich die einem kleinen Amphitheater nachempfundene Minibühne. Außerdem freut sie sich auf den aufgemöbelten Innenhof, wo in Zukunft die beliebte Freiluftdusche einen geschützteren Platz haben wird.

Baubeginn am 1. Oktober

Rund 600 000 Euro, gemeinsam finanziert von Bund, Land und Kommune, stehen für das Vorhaben zur Verfügung. Nach letzten Abstimmungen zur Planung und den Ausschreibungen rechnet Gero Goldmann mit Baubeginn am 1. Oktober. Bedingung für die Förderung ist eine teilöffentliche Nutzung des Geländes. Deshalb ist vorgeschlagen, einen 15-Meter-Streifen an der Erich-Weinert-Straße so auszustatten, dass er tagsüber von der Kita und nach der Schließzeit auch von Jugendlichen und Erwachsenen aufgesucht wird. „Wir sind gespannt, ob und wie das funktionieren wird“, sagt Beate Kettler.

Empfehlungen für die „Klinke 1“

Immerhin hatten die realsozialistischen Planer anders als in den Großstädten vergleichsweise viel Fläche für die Kinder reserviert. Obendrein ist seither das Grün gut gediehen, so dass nach Aussage von Gero Goldmann nur wenig Ersatz- und Ergänzungspflanzungen vorgenommen werden müssen.

Immerhin noch ein paar Empfehlungen hat er gleich noch für das ehemalige Dienstleistungszentrum. Vor dem jetzigen Stadtteiltreff „Klinke 1“ schlägt er eine Sitzecke vor. Daneben noch einen kleinen Bolzplatz.

Von René Gaffron