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Bad Belzig Heimatforscher auf Spuren seines Vaters
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Heimatforscher auf Spuren seines Vaters
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17:31 12.05.2018
Steffen Lukas an den preußisch-sächsischen Grenzsteinen in Ragösen. Quelle: Andreas Koska
Ragösen

In den Fluren des Bradenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum in Wünsdorf stapeln sich Kisten. Zugesandt wurden sie von den im ganzen Land Brandenburg tätigen ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern. Die Inhalte sind digital dokumentiert und die Fundorte jeweils kartiert. Einer dieser Helfer ist Steffen Lukas aus Ragösen. Er ist häufig mit einem Metalldetektor auf den Äckern rund um Ragösen unterwegs.

Fasziniert von der Dorfgeschichte

Den 51-jährigen fasziniert die Geschichte seines Dorfes. Der Sohn des Ortschronisten Bernd Meyer meint, die Theorien seines Vaters zur Besiedlung, zur Dorfentwicklung und zu Straßenverläufen in dem Grenzort praktisch belegen zu können. „Ab und an finde ich ein paar Münzen, aber auch Scherben“, erzählt Lukas von den Erkundungen. So konnte er die mittelalterliche Straßenführung am ehemaligen Ortsteil Polz in Richtung des Dorfes Ragösen mit Funden belegen. Der zweifache Vater ist seit zwei Jahren als ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger tätig. Eine Arbeit, die ihm trotz der Bürokratie, die sie mit sich bringt, durchaus Freude bereitet.

Wichtige Fund sind selten

„Erstaunlicherweise finde ich vor allem Fingerhüte“, berichtet der fleißige Sucher. Vielleicht waren sie es nicht Wert, nach ihnen zu suchen, wenn sie den Frauen verloren gingen um erst auf und dann in der Erde zu landen, aus der sie Steffen Lukas hervorholt. „Ich bin jedes Mal gespannt, was der Tag bringt“, sagt Lukas. Seiner Ansicht nach sind 95 Prozent der Funde eher Müll oder Schrott und nur fünf Prozent relevant.

Von Beruf Maler, ist Steffen Lukas handwerklich begabt. So hat er vor fünf Jahren die Nachbildung eines Grenzsteins aus Holz angefertigt. Dieser wurde dann vor der ehemaligen Kaufhalle aufgestellt.

Eine Tafel erläutert den Grenzverlauf bis 1815, als Ragösen noch sächsisch und der Nachbarort Golzow brandenburgisch waren. Die Arbeit des Seniors rund um die Thematik ist in Wünsdorf anerkannt.

Grenzstein im Kabelschacht gefunden

Folglich bot ihm der für Potsdam-Mittelmark zuständige Referent Thomas Kersting den Rest eines Grenzsteins an, den er dann neben ihrer Nachbildung aufstellen sollte. Dort befand sich früher eine Zollstation – also ein geschichtsträchtiger Ort.

Der Grenzsteinrest wurde 2014 bei einer Kabelschachtung zum Truppenübungsplatz in der Beelitzer Straße in Brück gefunden. Im Stumpf sind noch einige Buchstaben erkennbar: „SACHS“ für Sachsen und „BRB“ für Brandenburg.

Bernd Meyer nahm das Angebot aus Wünsdorf an und versprach, ihn aufzustellen. Der Ausbau der B 102 verzögerte die Realisierung. Nun war es im Frühjahr soweit, neben der Attrappe steht jetzt das Original – einbetoniert und mit einer Tafel ergänzt.

Von Andreas Koska

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