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Bad Belzig Hoffen und Bangen um den Kreisverwaltungssitz
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16:51 25.09.2018
Profilbild André Großmann MAZ Quelle: privat
Bad Belzig

Die Angst um einen möglichen Verlust des Kreisverwaltungsstandorts in Bad Belzig geht um. Die Pläne des Landrats zur Zentralisierung der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten werden vielerorts diskutiert, in der städtischen Bäckerei, auf dem Marktplatz und im Rathaus.

Wechselbad der Emotionen

Die Bandbreite umfasst dabei sowohl Resignation und Empörung als auch Trotz und Zuversicht. Die vielfältigen Reaktionen sind verständlich, geht es doch um mehr als 300 Arbeitsplätze und Kosten von 107 Millionen Euro für einen möglichen Neubau.

Sätze wie: „Das wurde in den letzten Jahren doch schon alles gemauschelt. Warum soll die Verwaltung nach Beelitz gehen und nicht in Bad Belzig bleiben?“, gehörten zu den häufigeren Zwischenrufen bei der Vorstellung des Masterplan PM in der Albert-Baur-Halle.

Entscheidung im Dezember

Eine endgültige Entscheidung durch den Kreistag soll nun im Dezember statt am 11. Oktober fallen. Ob dies nur gekaufte Zeit ist, oder der Protest Landrat Wolfgang Blasig tatsächlich noch umstimmt, wird sich zeigen. Der 64-Jährige sprach von einer „tiefen Sympathie“ für den Hohen Fläming und will diese auch in Zukunft fördern. Er appellierte an die Menschen der Region, sich auf eigene Stärken zu besinnen. Doch seine Aufgabe, für gleichwertige Lebensverhältnisse im Landkreis zu sorgen, könnte bei einem Abzug der Kreisverwaltung umso schwieriger werden.

Strukturelle Unterschiede

Denn dem Landrat sind die strukturellen Unterschiede klar. So liegt die Arbeitslosigkeit in Bad Belzig bei über zehn, in Beelitz dagegen bei rund vier Prozent. Vielfach lobte Blasig die Standortvorteile und die infrastrukturelle Anbindung in Beelitz-Heilstätten.

Die Bad Belziger geben trotzdem nicht auf. Sympathisch war das gebastelte Bommelherz, das Karola Behnke von der Handwerksgruppe der Volkssolidarität dem Landrat überreichte. Wenn dieser das Bastelobjekt wie versprochen in seinen Büroräumen in der Niemöllerstraße 1 unterbringt, bin ich gespannt, ob sich der tägliche Blick auf das Herz in seinem Handeln auswirkt.

Weitere Diskussionen folgen

Eines steht fest: Die Entscheidung um den Kreissitz wird die Mittelmärker in den nächsten Wochen weiter beschäftigen und Anlass für zahlreiche Diskussionen sein. Bürger wie David Hoffmann suchen den Dialog. Dies kann für alle Beteiligten eine Chance sein. Schon die kontroversen Debatten bei der Vorstellung des Masterplans wirkten erfrischend und belebend.

Lob für Bad Belziger Bürger

Andreas Leuchtenmüller, Strategieberater des Unternehmens M.o.o.con stellte die Pläne zu einem möglichen Verwaltungsgebäude in Beelitz vor und will neue Arbeitswelten schaffen. Er lobte die Bad Belziger als verantwortungsvoll handelnde Personen und hofft auf eine gute, respektvolle, wertschätzende Auseinandersetzung in den nächsten Wochen.

Hierbei wird es wichtig sein, dass sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen, ohne voreilige Entschlüsse.

Von André Großmann

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