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Bad Belzig Wie Fördermittel-Experten Geld heranschaffen sollen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Wie Fördermittel-Experten Geld heranschaffen sollen
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07:33 13.01.2020
Auch die Elektrosanierung der Treuenbrietzener Grundschule wurde mithilfe von Fördermitteln möglich. Quelle: Hannah Rüdiger
Bad Belzig

Seien es ein Neubau für die Grundschule, neue Rutschen für den Spielplatz oder ein barrierefreies Gemeindehaus – ohne Fördermittel können Kommunen die meisten Bauvorhaben nicht stemmen. Doch allein die Suche nach dem passenden Fördertopf und die Antragsstellung an sich nehmen viel Zeit in Anspruch. Das Amt Brück (Potsdam-Mittelmark) hat deswegen mit Kristin Brauns seit zwei Jahren eine Fördermittel-Beauftragte, die sich hauptsächlich um die Anträge kümmert.

„Recherche, Antragstellungen und Nachforderungen – das ist wirklich sehr zeitaufwendig“, sagt Brauns. Gegenwärtig betreut sie 22 laufende Antragsverfahren für einen „bunten Mix“ aus Landes-, Bundes- und EU-Fördermitteln. Etwa zwei Drittel ihrer täglichen Arbeitszeit widmet sie den Fördertöpfen, zusätzlich kümmert sie sich noch um Wirtschaftsförderung und Datenschutz.

Kaum ein Gebäude ohne Fördermittel

„Im Amt Brück gibt es kaum ein Gebäude, in dem nicht irgendwelche Fördermittel stecken“, sagt sie. So konnte beispielsweise der Fahrstuhl der Golzower Rochow-Grundschule zum Teil mit Geld aus Fördertöpfen finanziert werden. Und auch beim Multifunktionsbau am Brücker Bildungscampus kommen Fördermittel zum Einsatz.

Gustav Horn aus Bad Belzig gehört jetzt dem SPD-Bundesvorstand an und fordert für seine Stadt einen Fördermittel-Experten. Quelle: René Gaffron

Für Amtsdirektor Marko Köhler ist die Fördermittel-Beauftragte überhaupt nicht mehr wegzudenken. „Wir haben das vor zwei Jahren initiiert, weil es anders einfach nicht zu schaffen war“, sagt er. Dank Kristin Brauns habe das Amt in den vergangenen zwei Jahren mehr Fördermittel erhalten als in den vergangenen zehn Jahren. „Für uns ist das elementar wichtig und wirklich eine große Hilfe“, fügt Köhler hinzu.

Auch Treuenbrietzen bündelt Aufgaben

Die Stadt Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) tut es dem Amt Brück seit dem vergangenen August gleich. Seitdem werden alle Förderanträge bei einer Mitarbeiterin gebündelt. „Wenn diese Aufgaben überall verteilt sind, verliert man schnell den Überblick“, erläutert Anke Becker, Amtsleiterin der Inneren Verwaltung. Für eine Bilanz sei es allerdings noch zu früh, da sich die neue Arbeitsteilung immer noch im Aufbau befindet.

Für Gustav Horn, der im Bundesvorstand der SPD und in der Bad Belziger Stadtverordnetenversammlung sitzt, ist dies ein Modell, von dem auch Bad Belzig profitieren könnte. „Die Fördertöpfe und Förderanträge sind ein sehr komplexes Gebiet“, sagt er.

Es sei kaum möglich, den Überblick über laufende Anträge zu bewahren, wenn jedes Amt seine eigenen Anträge stellt, wie es bisher der Fall ist. Der SPD-Politiker fordert deswegen, alle Förderfragen bei einem Verantwortlichen zu bündeln und einen Experten einzusetzen.

Mit den Sanierungsarbeiten wurde auch ein Fahrstuhl an der Golzower Grundschule installiert, der zum Teil mit Fördermitteln finanziert wurde. Quelle: Rüdiger Böhme

Horn will Fördermittel-Beauftragten in Bad Belzig

Gustav Horn ist davon überzeugt, dass die Stadt auf diese Weise deutlich mehr Fördermittel einholen könnte als zuvor. Denkbar wäre auch eine Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, wenn die Stadt keine eigene Fördermittelstelle schaffen kann. „Hauptsache, es geschieht etwas“, betont Horn im Gespräch mit der MAZ.

In Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) war so eine Stelle schon vor zwei Jahren im Gespräch. Damals habe es allerdings keine Mehrheit dafür gegeben, erklärt der Stadtverordnete Tobias Paul (CDU). Dieses Mal stünden die Chancen gut, dass die Mehrheit einem Fördermittel-Beauftragten zustimmt und die Stelle ausgeschrieben wird.

„Es ist wichtig, dass sich jemand explizit darum kümmert“, ist auch Tobias Paul fest überzeugt. „Und wenn es gut läuft, würde sich ein Fördermittel-Beauftragter zum Teil selbst finanzieren.“ Die Ausgaben für die neue Stelle würden durch die gewonnenen Fördermittel ausgeglichen.

Wiesenburg verteilt Arbeit auf Ämter

Andere Gemeinden wie Wiesenburg/Mark (Potsdam-Mittelmark) kommen nach eigener Einschätzung auch ohne Fördermittel-Beauftragten zurecht. „Jeder hat verschiedene Interessen“, versichert Bürgermeister Marco Beckendorf (Die Linke). „Die Sachbearbeiter wissen am besten, was in den Antrag rein muss.“ Deswegen sehe er diese Aufgabe lieber in den Händen der Fachämter.

Allerdings: „Hätte ich doppelt so viel Personal, würde ich mir einen eigenen Mitarbeiter dafür wünschen“, fügt der Bürgermeister hinzu. Für eine Gemeinde in der Größe von Wiesenburg/Mark sei das allerdings weder notwendig noch finanziell umsetzbar.

Von Hannah Rüdiger

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