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Bad Belzig Wieder Kontakt zu Sonia Libera Metlica
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Wieder Kontakt zu Sonia Libera Metlica
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15:22 25.09.2019
Sonia Libera Metlica, hier mit Ehrenbürger Gerhard Dorbritz 2010 an der Gedenkstätte im Grünen Grund, ist die einzige noch bekannte Überlebende des KZ Roederhof in Bad Belzig. Quelle: Sabine Müller
Bad Belzig

Jusefa Bantjukowa ist gestorben. Sie war eine der letzten Überlebenden des KZ Roederhof am Stadtrand von Bad Belzig. Bei der Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung am 3. Mai dieses Jahres im Grünen Grund hatte die Chefin des Förderkreises, Inge Richter, noch Grüße von der in Sarapul am Ural lebenden Frau bestellt. Die Weißrussin soll im Zweiten Weltkrieg als Partisanin aktiv gewesen und deshalb von den Nazis eingesperrt worden sein.

Der Sohn hatte im Frühling auf den Jahresbrief des Förderkreises geantwortet, in dem regelmäßig über die Aktivitäten zu Ehren der Opfer berichtet wird. „Als ich nun wenige Wochen später anrief, erhielten wir die traurige Nachricht, dass seine Mutter inzwischen verstorben war“, so Richter.

Wolf Thieme hat recherchiert

Dafür gibt es ein Lebenszeichen von Sonia Libera Metlica. Die in Trieste lebende Frau ist die nunmehr letzte bekannte Überlebende des KZ Roederhof. Von ihr war vorübergehend ebenfalls nicht bekannt, wie es ihr geht und ob sie noch lebt. Nach der Gedenkveranstaltung im Grünen Grund hatte sich Wolf Thieme angeboten, über persönliche Kontakte in der nordostitalienischen Stadt nochmals Erkundungen anzustellen.

Dank seiner intensiven Bemühungen hat der Förderkreis nun wieder Kontakt zu der 91-Jährigen. Von ihrem Sohn Maurizio und seiner Frau Alessandra erfuhr Förderkreis-Mitglied Sabine Müller am Telefon, dass es ihr eigentlich gut gehe. Sie lebt noch immer allein und kümmert sich um sich selbst. Allerdings sei sie inzwischen fast taub.

Jetzt im Alter holten sie aber die schrecklichen Ereignisse aus ihrer Jugend wieder ein. Sie schreckt meist nach Mitternacht aus dem Schlaf auf und kämpft mit den alten Erinnerungen. Ihre Schwiegertochter Alessandra meinte, dass wohl viele ältere Deportierte mit solchen Problemen zu kämpfen hätten.

Letzter Besuch 2010

2010 war Sonia Libera Metlica, begleitet von Schwiegertochter Alessandra, zur Gedenkveranstaltung am 3. Mai im Grünen Grund. Sabine Müller hatte für sie schon damals gedolmetscht und auch versucht, den Kontakt für den Förderkreis weiter mit ihr zu halten. „Da ihr Sohn Maurizio täglich nach ihr schaut, werden wir künftig über ihn die Verbindung mit ihr aufrecht erhalten. Sie und ihre Kinder sollen wissen, dass ihr Schicksal nicht vergessen ist“, sagt Inge Richter.

Daneben werden ihrer Aussage nach auch Kontakte zu Nachfahren von ehemaligen Lagerinsassinnen aus ganz Europa gepflegt.

Von René Gaffron

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