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Bad Belzig Neue Kleidung am Klinikum in Bad Belzig
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Neue Kleidung am Klinikum in Bad Belzig
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17:28 28.01.2019
Pflegekräfte und Ärzte des Bad Belziger Bergmann-Klinikums freuen sich über die neue Dienstkleidung. Quelle: Ansgar Nehls
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Bad Belzig

Bevor die Schmutzwäsche nicht zurückgebracht ist, geht die Tür nicht auf. Wer als medizinischer Mitarbeiter des KlinikumsErnst von Bergmann“ in Bad Belzig neue Kleidung für den Arbeitsalltag benötigt, muss seit diesem Jahr durch eine Sicherheitsschleuse hindurch. Einlass in die Wäschekammer im Keller des Klinikums gibt es nun nur noch mit einer Chip-Karte. Darauf ist das Wäschekontingent der einzelnen Mitarbeiter gespeichert. Wer seine dreckigen Hosen oder Kittel noch nicht zurückgebracht hat, bekommt auch keine neuen.

„So soll zum einen das Horten von Schmutzwäsche vermieden werden“, sagt die Kaufmännische Geschäftsführerin des Klinikums, Katrin Eberhardt. „Vor allem aber haben alle Mitarbeiter so die Möglichkeit rund um die Uhr an neue Kleidung zu kommen.“ Zuvor war die Kleidung des Krankenhauspersonals personalisiert. Wer in einem Sonderfall mehrfach in kurzer Zeit die Kleidung wechselte, musste aufpassen, dass sein letzter Satz Hose und Kittel nicht dreckig wurde, bevor der Rest nicht aus der Wäsche zurückkam.

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Neue Kleider für das Personal

Nun gibt es den Kleiderpool mit der Schleuse im Keller – und neue Kleidung für die medizinischen Mitarbeiter des Klinikums. Die alte Kleidung stammte tatsächlich noch aus der Zeit, als das Krankenhaus von den Johanniter betrieben worden war. Insgesamt hat diese Umstellung des Wäschesystems, das in Potsdam bereits im vergangenen Herbst eingeführt wurde, das Klinikum rund eine Million Euro gekostet.

Ein Traum in Blau: Die medizinischen Angestellten am Ernst von Bergmann in Bad Belzig sind neu eingekleidet worden. Und so sieht es aus.

Die Kleidung der Mitarbeiter ist nun abhängig von der Station, auf der die Pflegekräfte und Ärzte arbeiten. Auf sogenannten Spezialstationen, also zum Beispiel auf der Intensivstation oder in der Rettungsstelle sind die Mitarbeiter nun in dunkelblau gekleidet. Auf allen anderen Stationen sind Hose und der Kasacke, eine Art Kittel ohne Knöpfe, türkis.

Ärzte nicht mehr komplett in weiß

Die Ärzte tragen auch weiterhin einen weißen Kittel. Allerdings tauschen sie die weiße Hose und das weiße Polohemd darunter durch den jeweiligen Blauton der entsprechenden Station aus. „Im Gegensatz zu Schwestern haben Ärzte immer wieder ja auch Bürozeiten, in denen sie den Kittel ablegen können. Wenn sie aber über die Station gehen, streifen sie den Kittel über und sind für Patienten so auch weiterhin gut als Arzt zu erkennen“, sagt Eberhardt.

Die neue Kleidung des Personals ist dabei kein Mischgewebe, sondern reine Baumwolle. Das sei teurer bei der Reinigung, weil nasse Baumwolle deutlich schwerer sei und Wäsche pro Kilogramm abgerechnet werde. Für die Mitarbeiter aber sei Baumwolle wesentlich angenehmer zu tragen als Polyester-Mischungen.

Skepsis von der Belegschaft

Im Vorfeld des Kleidungswechsels und der Einführung des neuen Ausgabesystems habe es dabei durchaus skeptische Nachfragen von der Belegschaft gegeben, sagt Eberhardt. Nach einer gesammelten Anprobe des Betriebsrates hätten sich die meisten Zweifel aber gelegt, sagt die Geschäftsführerin.

Mit dem neuen System sei es außerdem möglich, die Hersteller der Kleidung besser zu überprüfen. „Wir wissen durch das System nun, wie häufig einzelne Kleidungsstücke gewaschen werden. So können wir uns beim Hersteller beschweren, wenn die Hosen oder Kasacken zu schnell kaputt gehen“.

Von Ansgar Nehls