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Bad Belzig Klinkengrund feiert erstes Stadtteilfest
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12:58 29.09.2019
Unter dem Titel "Das rohe Ei" fand am Freitag das erste Stadtteilfest im Wohngebiet Klinkengrund statt. Quelle: Hannah Rüdiger
Bad Belzig

Lydia Näther steht unter einem regendichten Pavillon der Stadtwerke Bad Belzig und balanciert ein rohes Hühnerei auf einem Löffel. Für das erste Stadtteilfest der Wohnsiedlung Klinkengrund hat sie vorsichtshalber eine Sechserpackung eingekauft. Zu Bruch gehen sollte aber keines davon: Ziel ist es, das Ei von Anfang bis Ende der Veranstaltung auf dem Löffel zu halten und immer wieder weiterzugeben. Hauptsache es bleibt ganz. „Das ist die Challenge“, erklärt die Quartiersmanagerin des Stadtteils.

Wer außerdem ein Foto mit Ei und Löffel macht, landet damit unter der Überschrift „Wir für den Klinkengrund“ auf einer Fotoleinwand für den Stadtteiltreff „Klinke1“. Das rohe Ei ist nicht nur Teil der Challenge und namensgebend für das ganze Fest, sondern auch ein Symbol für den Klinkengrund, erklärt Heiner Doerwald von den Stadtwerken: ein bisschen fragil, ein bisschen unrund, ein bisschen wackelig.

Der Frauen-Seniorenchor aus Bad Belzig verlegte seinen Auftritt ins Trockene. Quelle: Hannah Rüdiger

Spannungen im Klinkengrund

In der Siedlung, in der etwa ein Viertel aller Bad Belziger lebt, gibt es viele Spannungen. Im Klinkengrund treffen unterschiedlichste Menschen aus mehreren Nationen aufeinander. Kulturelle Unterschiede, Generationskonflikte und Müll am Straßenrand sorgen immer wieder für Ärger.

„Wir wollen, dass sich hier verschiedene Bewohner des Vierteles kennenlernen und aufeinander zugehen“, erklärt Lydia Näther. Das Fest sei eine gute Gelegenheit, um bei Kuchen und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen – und um Spenden zu sammeln.

Bad Belziger Unternehmen konnten drei Beträge angeben, die sie bereit wären zu spenden. Glückt die Challenge, dürfen die Veranstalter den Höchstbetrag von ihnen fordern. Organisiert und unterstützt wurde die kostenlose Veranstaltung vom Quartiersmanagement „Klinke1“ und den Stadtwerken Bad Belzig.

Die Kinder aus dem Klinkengrund ließen sich vom strömenden Regen nicht den Spaß verderben. Quelle: Hannah Rüdiger

Spendengelder für Stadtteiltreff

Die Spendengelder, bei dem Fest eingesammelt werden, kommen dem Stadtteiltreff zugute. Die Stadt setzt am Ende nochmal denselben Betrag mit Mitteln aus dem Verfügungs- und Aktionsfonds im Programm „Soziale Stadt“ drauf.

Wegen des schlechten Wetters müssen sich die Festbesucher anfangs immer wieder unter die Pavillons flüchten, die für „Das rohe Ei“ aufgebaut wurden. Nur ein paar Kinder trotzen dem Regen und schießen unermüdlich Bälle auf eine Torwand. Die versprochene Hüpfburg des CVJM kann leider nicht aufgebaut werden. Das sei bei dem Wetter zu gefährlich, erklärt Pauline Wolter. Auch die Kletterwand des Brandenburger Sportbundes bleibt erstmal leer.

Linda Lübbe (links) und Corinna Reinbach von der Awo-Begegnungsstätte „Trollberg“ basteln beim Stadtteilfest Schmuck. Quelle: Hannah Rüdiger

Die Sängerinnen des Seniorenchors mussten sich für ihren Auftritt in den trockenen Pavillon retten. Ihr kleines Konzert kommt trotzdem gut an: Als sie die Brandenburghymne „Märkische Heide, märkischer Sand“ vorführen, stimmen viele Festbesucher leise mit ein.

Seniorenchor, Bastelstation und Kuchen

Mit dabei sind auch Corinna Reinbach und Linda Lübbe von der Awo-Begegnungsstätte „Trollberg“. Während der Regen auf den Pavillon über ihnen prasselt, basteln sie Armbänder, Kettchen und Ohrringe aus bunten kleinen Perlen. „Wir wollen das Event einfach unterstützen“, sagt Reinbach.

Pauline und Mohammad von den Klinkenkids des CVJM verkaufen beim Stadtteilfest selbstgebackenen Kuchen. Quelle: Hannah Rüdiger

Um den Kuchenstand kümmern sich Pauline und Mohammad von den Klinkenkids des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM). Für wenig Geld gibt es bei ihnen Marmorkuchen, Torte und arabisches Gebäck, das zwei syrische Frauen extra für das Fest gebacken haben. „Es ist schön, dass man hier so vielen verschiedenen Menschen begegnet“, sagt Pauline.

Höchstbetrag kann erbeten werden

Am Ende des Nachmittags haben sich die Wolken verzogen, die Ei-Challenge ist geglückt. Welcher Spendenbeitrag zusammengekommen ist, wird voraussichtlich Ende Oktober bekanntgegeben, erklärt Heiner Doerwald. „Wir können auf jeden Fall bei allen den Höchstbetrag einfordern.“

Von Hannah Rüdiger

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