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Bad Belzig Leukämie-Patientin Elaine (5) aus Borkwalde gibt die Hoffnung nicht auf
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Leukämie-Patientin Elaine (5) aus Borkwalde gibt die Hoffnung nicht auf
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18:10 25.12.2019
Kurz nach der lebensrettenden Stammzellentransplantation ging es Elaine sehr gut, hatte Kraft und war fröhlich. Dann fing ihr Körper an gegen die fremden Zellen zu kämpfen. Quelle: privat
Borkwalde

Überwachungsgeräte tönen, Schwestern kommen, wechseln an den Infusionsständern die Beutel mit den Medikamenten, die durch Schläuche in den kleinen Körper des fünfjährigen Mädchens laufen. Elaine sieht blass, müde und erschöpft aus. Ihr zierlicher Körper verliert sich im Krankenbett, das das Mädchen mit unzähligen bunten und weichen Kuscheltieren teilt. Elaine kämpft zum zweiten Mal gegen Blutkrebs.

Die fünfjährige Elaine aus Borkwalde hat ihren Lebensmut nicht verloren.

„Die Weihnachtsfeier machen wir spontan. Der Papa und ich versuchen einfach ein paar schöne Stunden im Isolierzimmer, vor allem mit Spielen zu gestalten“, sagt Mutter Naqya Rathod. Man plane nichts und müsse schauen, wie es ihr geht, sagt die 25-Jährige. Weihnachten verbringt sie in ihrem etwa 20 Quadratmeter großen Isolierzimmer auf der Station der Kinderonkologie einer Klinik in Freiburg im Breisgau.

„Zu Weihnachten gibt es Brühe mit ein paar Nudeln“

„Es gibt gute und schlechte Tage. Im Moment geht es in kleinen Schritten bergauf“, berichtet die Mutter Naqya Rathod. Da sie so starke Magenschmerzen hat, wird sie künstlich ernährt. „Zu Weihnachten gibt es ausnahmsweise eine Brühe mit ein paar Nudeln. Mehr ist nicht drin“, erklärt die Mutter der kleinen Elaine.

>> Lesen Sie hier, wie ein Lebensretter gefunden wurde

Außerdem wurden seit der Stammzellentransplantation Mitte November dieses Jahres die Sicherheitsvorkehrungen etwas gelockert und Elaine dürfe eine halbe Stunde am Tag das Zimmer verlassen, sagt sie. „Kontakt zu anderen Kindern ist aber noch nicht möglich. Zu groß ist die Ansteckungsgefahr, die ihr Leben gefährden könnte.“ Seit der schweren Erkrankung des lebensfrohen Mädchens musste die Familie viele Rückschläge einstecken.

Blutkrebs schien besiegt, dann kehrte er wieder

Das Schicksal der kleinen Elaine berührt viele Menschen. Seit Monaten fiebern sie mit der Fünfjährigen und ihrer Familie mit. Das Leben des Mädchens war in den letzten zweieinhalb Jahren geprägt von etlichen Chemotherapien, Ängsten und Schmerzen. Anfang dieses Jahres dann endlich die langersehnte positive Nachricht: der Blutkrebs ist besiegt.

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Im April brachen Mutter und Kind zur Reha auf. Doch die Freude währte nur kurz. Bereits am zweiten Tag der Behandlung in der Freiburger Klinik brachten Elaines Blutwert die schockierende Nachricht ans Licht. Der Blutkrebs war zurück. Jetzt konnte nur noch eine Stammzellentransplantation ihr das Leben retten.

Beutel mit Stammzellen waren beschädigt

Die fieberhafte Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender prägten die letzten Monate der Familie und Freunde. Die Zeit arbeitete gegen sie. Jede Chance wurde genutzt, um Menschen zu typisieren. Aktionen fanden im Fläming sowie in Potsdam statt. Selbst spontane Typisierungen gehörten zum Alltag, sei es beim Volleyballturnier, im Supermarkt oder auf der Straße. Ein ständiger Begleiter der Familie und Freunde waren die Wattestäbchen, die man für die Typisierung benötigt.

>> Lesen Sie hier über die große Hilfsbereitschaft für das Mädchen

Mitte August dann endlich die erlösende Nachricht: ein Lebensretter für Elaine wurde gefunden. Doch am Tag der geplanten Stammzellenspende erhielt die Familie die nächste Horrormeldung: die zwei Beutel mit den lebensrettenden Stammzellen waren beschädigt.

Elaine schaut voller Zuversicht ins neue Jahr Quelle: privat

Die Transplantation konnte nicht stattfinden. „Ich bin heulend zusammengebrochen“, berichtet die Mutter. Doch schon am nächsten Abend die unglaubliche Wende: der gleiche Spender war bereit, nochmals zu spenden.

Bester Freund eine Woche vor Weihnachten verstorben

Aktuell versucht Elaines Körper die neuen, fremden Stammzellen anzunehmen. Ihr Körper reagierte bereits wenige Tage nach der Transplantation mit Fieber, starken Schmerzen, Blutungen sowie einem ganz stark juckenden Hautausschlag am ganzen Körper. Eine Reaktion, die nach einer Stammzellentransplantation nicht unüblich ist, erklärt die Borkwalderin.

>> Lesen Sie hier, wie der Verein für Knochenmark- und Stammzellenspende die Initiative für Elaine unterstützt

„Spender- und Empfängerzellen kämpfen gerade gegeneinander. Wir beten, dass die Ärzte sie behandeln können.“ Überschattet wird das Weihnachtsfest auch noch von einer traurigen Nachricht: „Eine Woche vor Weihnachten ist Elaines bester Freund aus der Klinik gestorben. Der Verlust sitzt tief in unseren Knochen. Wir haben Elaine noch nichts davon erzählt.“ Die Eltern und Familie haben heute mehr denn je nur einen Wunsch: dass Elaine endlich gesund wird.

Herzenswunsch: Wasserwelt im Europark

Elaine ist ein lebensfrohes Mädchen und ein großer Fan von Elsa aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“. Über die MAZ-Sterntaler-Aktion wünscht sie sich ein großes Elsa-Schloss samt allen bekannten Figuren aus dem beliebten Kinderfilm.

Wenn es ihr wieder besser geht, hat das Mädchen einen ganz großen Herzenswunsch: einen kleinen Familienurlaub in der Wasserwelt „Rulantica“ im Europapark Rust bei Freiburg mit Mama, Papa und den beiden Omas Alex und Gabi, die in den vergangenen Monaten jede Möglichkeit genutzt haben, um einen Stammzellenspender für ihre Enkeltochter zu finden.

„Elaine liebt Wasser. Schon als Baby waren wir viel schwimmen. In unserem Nachbarort gibt es ein Naturbad, indem wir den Sommer über waren, als Elaine noch gesund war“, berichtet die Mutter. Wenn Elaine wieder gesund ist, dann könnte dieser kleine Urlaub für die Familie ein Start in eine wundervolle, neue Zeit werden.

Von Johanna Uminski

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