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Bad Belzig Ab in den Süden: Schülerin geht für drei Monate nach Spanien
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Ab in den Süden: Schülerin geht für drei Monate nach Spanien
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14:36 31.12.2019
Madlen Busse vom Fläming-Gymnasium Bad Belzig lebt von Januar bis April 2020 bei einer spanischen Gastfamilie nahe Valencia. Quelle: Josephine Mühln
Bad Belzig

Wenn das neue Jahr im Januar allmählich Fahrt aufnimmt, ist Madlen Busse schon fast nicht mehr da. Es zieht sie rund 2000 Kilometer in Richtung Süden, in einen Vorort der spanischen Hafenstadt Valencia. Dort lebt die Neuntklässlerin des Bad Belziger Fläming-Gymnasiums dann für 13 Wochen bei einer Gastfamilie und besucht eine spanische Schule.

Am 11. Januar geht der Flieger. Die Wochen vor der Abreise waren vor allem mit organisatorischen Dingen gefüllt. „Ich hab meine Gasteltern gefragt, wie das Wetter im Januar bei ihnen ist und hoffe einfach, dass ich beim Packen nichts vergesse“, erzählt die 15-Jährige. „Da ich dort eine Schuluniform trage, brauche ich aber zum Beispiel nicht ganz so viele Klamotten.“

Interesse seit der Grundschule

Seit etwa Mitte November stehe sie mit ihrer Gastfamilie per Mail in Kontakt, erzählt Madlen weiter. Man habe sich gegenseitig aus dem Alltag und von Erlebnissen berichtet, außerdem wisse sie schon, dass ihre Gastgeschwister – ein Junge und ein Mädchen – acht und elf Jahre alt sind und ihre Gasteltern Lehrer an der Schule, die Madlen besucht.

Ihr Interesse an Land und Leuten sei seit der Grundschule kontinuierlich gewachsen, sagt die Schülerin. „Ich hab damals schon an einem Spanischkurs teilgenommen und fand das Land immer toll. Aber als Schüleraustausch kannte ich nur die klassischen Möglichkeiten mit einem Jahr Amerika oder so.“ Über ihre Spanischlehrerin am Gymnasium, Gesa Paulmann, habe sie dann schließlich von Alternativen erfahren.

In einem Vorort der spanischen Hafenstadt Valencia lebt Madlens Gastfamilie. Quelle: Josephine Mühln

Weitere Infos gab es bei der Jugend-Bildungsmesse „JuBi“ – nach eigenen Angaben eine der größten Spezial-Messen zu den Themen Schule, Reisen, Lernen und Bildung weltweit. Am Stand der Organisation „ICXchange“ habe sie ein gutes Gefühl gehabt und dort habe es eben auch die Möglichkeit eines kurzen Austauschs gegeben, berichtet Madlen. Die Organisation habe sich zum Beispiel auch um die Suche nach der Gastfamilie gekümmert.

„Ich freue mich auf die neuen Erfahrungen und dass ich über den eigenen Tellerrand schauen kann“, sagt die 15-Jährige, die seit der siebten Klasse Spanischunterricht hat. Die unterschiedlichen Bräuche, die Kultur, das Essen, das Schulsystem – das alles wolle sie gerne kennenlernen.

Ohne Vorurteile an die Reise rangehen

„Die Sprache wird am Anfang sicher eine Herausforderung, aber ich hoffe, dass sich das schnell gibt“, sagt Madlen. Bisher kenne sie das Land lediglich von Urlaubsreisen. „Aber ich mochte die Sprache und die Lebensfreude dort schon immer und will ohne Vorurteile an die Reise rangehen, um noch mehr über das Land rauszufinden.“

Lehrerin Gesa Paulmann macht ihrem Schützling Mut. „Madlen ist eine gute Schülerin, die sehr interessiert ist“, sagt sie. „Man sagt immer, dass man anfangs schnell müde ist wegen der Sprache und der ganzen Eindrücke – vielleicht träumt Madlen am Ende sogar auf Spanisch, wer weiß?“

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Während eines Vorbereitungsworkshops über „ICXchange“ seien die Austauschschüler bereits auf unterschiedliche Situationen vorbereitet worden, erzählt Madlen. „Uns wurde mit auf den Weg gegeben, offen zu sein und seine eigenen Grenzen zu kennen. Also auch zu sagen, wenn es einem mal zu viel wird.“

Kommunikation sei wichtig und der Mut, nachzufragen. „Außerdem haben sie uns empfohlen, den Kontakt nach Deutschland möglichst gering zu halten und zum Beispiel nicht die ganze Zeit über Whatsapp zu schreiben“, erzählt Madlen weiter.

Reise ist ein großer Schritt

Der Austausch sei etwas Besonderes, Madlen sei die erste Schülerin aus der neunten Klasse, die für einen so langen Zeitraum ins nicht-englischsprachige Ausland gehe, sagt Gesa Paulmann. „Zwei Monate sind in etwa die Schmerzgrenze. Dann ist man angekommen, versteht die Sprache – hat aber mitunter auch Heimweh.“

Das Ganze sei ein großer Schritt am Anfang des erst dritten Sprachlernjahres. „Und Spanisch ist eine Sprache, die man zum Beispiel nicht permanent im Radio hört“, sagt die Pädagogin weiter. „Ich finde es bewundernswert, dass Madlen das macht und bin selbst auch gespannt, was sie hinterher zu berichten hat.“

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Gesa Paulmann unterstützte ihre Schülerin bei der Bewerbung und bei den Gesprächen mit den Eltern, die anfangs skeptisch und etwas überrumpelt gewesen seien, weil ihre Tochter so früh den Wunsch geäußert habe, allein ins Ausland zu gehen. „Aber jetzt sind sie auch aufgeregt und freuen sich – und haben sogar schon aus Spaß gesagt, dass sie gerne mitkommen würden“, berichtet Madlen lachend.

Einen besonderen Talisman habe sie nicht dabei. „Die Freude überwiegt und ich lasse mich überraschen, was auf mich zukommt“, sagt die Neuntklässlerin. Ein bisschen Heimweh werde aber bestimmt kommen, glaubt sie, das sei auch normal. „Ich habe überlegt, ob ich mir vorher einen Brief zur Motivation und zur Aufmunterung schreibe, den ich dann lesen kann.“

Von Josephine Mühln

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