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Bad Belzig Mit 73 Jahren hoch hinaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Mit 73 Jahren hoch hinaus
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12:35 07.02.2014
In seinem Hobbyraum verbringt Manfred Fricke dieser Tage viel Zeit. Quelle: Christoph Brandhorst
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Bad Belzig

In der kalten Jahreszeit stehen in seinem Hobbyraum Bastel- und Wartungsarbeiten an den Fluggeräten an. Mit seinen 73 Jahren ist Manfred Fricke das zweitälteste aktive Mitglied des Brandenburger Modellflugvereins. In den 1960er-Jahren begann er mit dem Fesselflug, bei dem der Flieger mit zwei Leinen festgehalten und gesteuert wird. Dreimal war er DDR-Meister in dieser Disziplin. Danach lag das Hobby des Bad Belzigers lange Zeit brach. Erst 2005 begann er wieder mit dem Modellflug. „Als Rentner hat man ja die Zeit dafür“, sagt er. Dabei kommt die Begeisterung für die ferngesteuerten Flieger nicht von ungefähr. Als studierter Funkingenieur kennt sich Manfred Fricke mit Sendern und Empfängern bestens aus.

Seine neueste Errungenschaft: ein Hochdecker Starlet 2400, 7,5 Kilogramm leicht und in der Luft bis zu 100 Stundenkilometer schnell. „Die hat im vorigen Sommer gerade erst ihren Jungfernflug gemacht“, sagt der Modellpilot. Rund 400 Euro koste allein das Chassis. „Für die Eingeweide, also Rudermaschine, Empfänger, Motor, kommen nochmal rund 1000 Euro dazu“, erzählt Manfred Fricke. Angefangen hat er mit Eigenbauten. „Da steckte noch richtig Arbeit drin.“ Inzwischen gibt es Fertigmodelle. Aber um die ganze Technik einzubauen, erklärt er, müsse man noch einige Stunden Bastelei investieren. Zehn flugfähige Modelle befinden sich in Manfred Frickes Hobbyzimmer gerade im Winterquartier. Jetzt, wo die Witterung kein Fliegen zulässt, übt er am Computer: „Am Flugsimulator absolviere ich Trockenübungen und probiere Kunstfiguren aus. Da ist ein Absturz nicht schlimm.“

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Zwei Flugzeuge seien ihm bislang zu Bruch gegangen. „Damit muss man rechnen“, sagt er gelassen. Durch hoch entwickelte Technik sei das Risiko inzwischen aber auf ein Minimum reduziert. „Wenn die Batterie zur Neige geht und die Spannung abfällt, bekomme ich ein Signal auf der Fernbedienung.“ Eine Speicherkarte im Flugzeug zeichnet sekundengenau alle Parameter auf, auch das Display der Fernbedienung liefert wichtige Werte. „Wenn ich fliege, habe ich allerdings kaum Zeit auf die Anzeige zu schauen. Ich will ja sehen, was am Himmel passiert“, sagt Manfred Fricke. Zwar habe er auch einen Elektrosegler, aber auf das Surren der Motoren und den Geruch des verbrannten Benzingemisches möchte er nicht verzichten. „Das gehört einfach dazu.“

Auf den Platz des Modellflugvereins nahe Cammer geht er vorzugsweise am Vormittag, um seine Maschinen steigen zu lassen. „Da habe ich meine Ruhe beim Fliegen“, sagt er. Außerdem bleibe dann am Nachmittag noch Zeit für den heimischen Garten. Dort hat seine Frau Heidemarie das Sagen. „Sie ist aber auch beim Modellflug voll mit am Ball“, sagt der Rentner. Angesichts der vielen Modelle in ihrem Keller denke sie zum Leidwesen ihres Mannes aber trotzdem: „Zeit, wieder einen kaputt zu fliegen.“

Von Christoph Brandhorst

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