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Bad Belzig Marita Stuhlmann übergibt Hausarztpraxis in jüngere Hände
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Marita Stuhlmann übergibt Hausarztpraxis in jüngere Hände
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11:45 04.04.2019
Marita Stuhlmann übergibt ihre Hausarztpaxis jetzt an Eva-Maria Schulze-Köhn (li.). Zum Team gehört weiterhin Katharina Höhne (re.) Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Bestens gepasst hat es jetzt für beide Seiten. Während unter anderem in Wiesenburg und Niemegk weiterhin händeringend nach Nachfolgern für Hausarztpraxen gesucht wird, ist in Bad Belzig eine Übergabe des Äskulapstabes jetzt geglückt.

„Auch ich hatte schon länger nach einer Nachfolge gesucht, einige Versuche waren gescheitert“, erzählt Marita Stuhlmann. Die Bad Belziger Doktorin übergibt ihre Hausarztpraxis an der Niemegker Straße nun in jüngere Hände.

Neuer Schritt ein Glücksfall

Eva-Maria Schulze-Köhn übernimmt sie zum 1. April. Auch für sie sei dieser Schritt in die Selbstständigkeit ein Glücksfall. Er führt sie nach dem Medizinstudium in Magdeburg sowie der Facharztausbildung und der Tätigkeit über sechs Jahre als Oberärztin im Paul-Gerhardt-Stift in Lutherstadt Wittenberg nun zurück in die Heimat im Hohen Fläming.

Die promovierte Medizinerin stammt aus Brück-Trebitz. Dort wohnt die 40-Jährige nach Jahren in Berlin jetzt in einer Patchworkfamilie mit vier Kindern auf dem Hof der Eltern. Der jüngste Sohn ist sechs Jahre alt. „Da ist es praktisch, die Großeltern gleich im Haus zu haben“, sagt die Doktorin.

Spezielle Schmerztherapie

Nach den im Klinikalltag gesammelten Erfahrungen ging sie den Schritt in die Praxis ganz bewusst. Ihr Herz schlug schon lange für die Onkologie – also der Behandlung von Krebspatienten – sowie für die Palliativmedizin – also die Begleitung schwer kranker Menschen mit begrenzter Lebenserwartung. Eine Qualifizierung für die spezialisierte ambulante Schmerztherapie stehe kurz vor dem Abschluss, erzählt Eva-Maria Schulze-Köhn.

Dass sie das alles so nah in der alten Heimat finden konnte, sei „eine glückliche Fügung gewesen“, sagt Schulze-Köhn. Drei Jahre ist sie schon in der Bad Belziger Praxis als angestellte Ärztin tätig. Nun wird sie die Chefin.

Drehtüreffekt soll vermieden werden

Auch zur Freude von Marita Stuhlmann. Denn sie hatte ihre Praxis spezialisiert auf Palliativmedizin und die besondere Schmerztherapie unter anderem für Tumorpatienten. Schwer kranken Patienten soll so der Drehtüreffekt mit ständigen Wechseln zwischen Krankenhaus und Entlassung nach Hause erspart werden. „Wir wollen Menschen helfen, die menschenwürdig auch in ihrer gewohnten Umgebung sterben wollen oder in stationären Pflegeeinrichtungen sowie stationären Hospizen.

Die nun mit 65 Jahren in den Ruhestand wechselnde Doktorin freut sich, dass die von ihr seit 1993 aufgebaute und Schritt für Schritt erweiterte Praxis in ihrem Sinne weitergeführt wird. „Die Ausbildung und die Interessen meiner Nachfolgerin passen da bestens, das hat sich durch einen Zufall toll ergeben“, so Stuhlmann.

Lebenswerk wird fortgeführt

Vermissen werde sie den engen Kontakt zu den Patienten und die Momente, „wenn uns auch mal eine positive Rückmeldung erreicht hat“. Nicht vermissen werde die Medizinerin indes die mit den Jahren immer stärker angewachsene Bürokratie „und die Rechtfertigungen gegenüber den Kassen, wenn man mal mehr gearbeitet hat“.

Aber ganz von Untersuchungsliege und Sprechzimmer abrücken wird Marita Stuhlmann noch gar nicht. „Ich bleibe für einige Aufgaben noch angestellt“, erzählt die Teil-Ruheständlerin. Dennoch freut sie sich nach 25 Jahren Dienst in der Praxis, bei Hausbesuchen und Bereitschaftsdiensten nun auch über mehr Zeit für die Enkelkinder, ihren Ehemann und mehr gemeinsame Reisen.

Junges Team bildet auch aus

Zum Praxisteam von Eva-Maria Schulze-Köhn gehören weiterhin auch die promovierte Internistin Katharina Höhne aus Treuenbrietzen sowie ein Assistenzarzt. Immerhin ist das Team Ausbildungspraxis in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) mit Sitz in Neuruppin und Brandenburg an der Havel.

Von Thomas Wachs

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