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Bad Belzig Grüne fordern mehr Geld für ländlichen Raum
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Grüne fordern mehr Geld für ländlichen Raum
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13:10 06.06.2019
Die bündnisgrünen Landespolitiker Michael Jungclaus (l). und Benjamin Raschke (2. v. r.) werden von Barbara Klembt und Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) am Bahnhof Wiesenburg begrüßt Quelle: Alexandra Tautz
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Hagelberg

Der ländliche Raum soll mehr Aufmerksamkeit erhalten. Entweder mit mehr Priorität im zuständigen Ministerium oder gar einer Stabstelle in der Staatskanzlei. Das empfiehlt Benjamin Raschke, Mitglied der bündnisgrünen Fraktion des Landtages Brandenburg.

Mit seinem Kollegen Michael Jungclaus war er am Mittwoch auf dem Fahrrad im Hohen Fläming unterwegs. Motto „Zwischen Heimat und Hype –Grüne vor Ort“. Auf dem Programm standen die Besichtigungen von Projekten und Initiativen wie das Ko-Dorf am Wiesenburger Bahnhof, Brauerei und Drahtzieherpark bis hin zum Austausch mit Lokalpolitikern und den Coconat-Digitalarbeitern auf dem Gutshof Klein Glien. Der Einladung, dabei zu sein, folgte immerhin der neue Bad Belziger Stadtverordnete Gustav Horn (SPD).

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Wege der Umsetzung noch offen

Raschke ist Mitglied der Enquete-Kommission „Ländlicher Räume“ des Landtages Brandenburg und hat sich dort nach eigenem Bekunden dafür eingesetzt, dass den kleinen Orten mehr Gehör geschenkt wird.

Sie hat 2017 in Borkheide getagt.

 „Der Bericht ist mit viel Partei übergreifendem Konsens entstanden, so dass anzunehmen ist, dass er nach der Wahl im September nicht in der Schublade landen wird –im Gegenteil“, gibt sich der 36-Jährige zuversichtlich. Seine Gastgeber mussten ihn also nicht überzeugen und so sind eher Lösungswege für Probleme erörtert worden. Denn schließlich sei vieles im Kommissionsbericht erst als Anspruch formuliert und muss mit Inhalt gefüllt werden, so der aus dem Spreewald stammende Abgeordnete.

Das treffe auf die interkommunale Zusammenarbeit zu, die Hohen Fläming schon eine gute Basis habe. Das meint nicht minder die Digitalisierung und damit einher gehenden Wandel des Alltags. Vom Antrieb, den hier Jannosch Dietrich und Mitstreiter von der Smart-Village-Initiative an den Tag legen, zeigte sich der Politiker jedenfalls begeistert.

Geld soll effektiver verteilt werden

Mithin ist klar, dass die Städte und Gemeinden in der Peripherie finanziell besser ausgestattet sein müssen, um nicht nur gerade so ihre Pflichtaufgaben zu erledigen. Immerhin alle 97 Kommunen, die ein Haushaltssicherungskonzept brauchen, liegen außerhalb des Speckgürtels. Dabei hat der Wiesenburger Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) vorgerechnet, dass die Lage mit der Umschichtung von lediglich 40 Millionen Euro im Milliardenhaushalt des Landes Brandenburg zur Entspannung beitragen könnte. Dessen Initiative zur Änderung des Finanzausgleichsgesetzes räumt Raschke gute Chancen ein, wenn denn die sich sammelnde Dörfer-Bewegung geschlossen auftritt.

Von Rene Gaffron