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Bad Belzig Ärger mit illegalem Müll im Klinkengrund
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Ärger mit illegalem Müll im Klinkengrund
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12:01 25.01.2019
Jürgen Gottschalk und Hausmeisterhilfe Reiner Sommerfeld räumen den Müll im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund beiseite. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Matratzen, Schulranzen, Kleidungsstücke und Reisekoffer liegen in der Erich-Weinert-Straße am Boden. Im Wohngebiet Klinkengrund kämpft Detlef Schwarz hier gegen illegalen Müll. Er ist seit 26 Jahren Hausmeister bei der Bad Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog).

„Einige Leute sind unvernünftig und stellen viel raus, was hier nicht hergehört“, sagt Schwarz. Gemeinsam mit Jürgen Gottschalk und Anwohnerin Inge Leifheit läuft er durch das Viertel. Mieter berichteten ihm, dass Müllsünder mitten in der Nacht ihren Unrat in der Hans-Marchwitza-Straße illegal entsorgten.

Härtere Strafen gegen Müllsünder gefordert

„Autofahrer fuhren hierher, machten das Licht aus und waren kurze Zeit später wieder weg“, sagt Schwarz. Er hofft, dass Mitarbeiter des Bad Belziger Ordnungsamts härtere Strafen gegen Müllablagerungen verhängen.

Anwohner sollten sich laut Schwarz gegen Umweltverschmutzungen wehren. Doch wenn Zeugen Müllsünder namentlich benennen müssen, schrecken sie aus Angst vor Streit auch zurück und bleiben still.

Trotz Verboten häuft sich in einigen Straßen im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund der Müll. Quelle: André Großmann

Die Wohnungsgenossenschaft Klinkengrund will Anwohner informieren. In einem Schreiben wird deshalb daran erinnert, dass Haushalte zweimal im Jahr eine Sperrmüllsammlung bei der Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark beanspruchen können. „Um das Wohnumfeld weiterhin sauber zu halten“, heißt es in der Mitteilung, sollten die Hinweise zwingend beachtet werden.

Sperrmüll müsse dann zum vereinbarten Abholungstermin zwischen 6 und 22 Uhr frei zugänglich an der Straße zur Abholung bereitstehen. Die Vermischung mit anderen Abfällen ist dabei nicht gestattet, unzulässiger Sperrmüll wird nicht abgeholt. Die Mülltrennung funktioniert nicht immer. Deshalb liegen auch Teekannen, Bratpfannen und Eimer im Wohngebiet.

Auch Müll, der nicht auf den Sperrmüll gehört, häuft sich im Bad Belziger Klinkengrund. Quelle: André Großmann

Detlef Schwarz will sich weiter dagegen engagieren. Gemeinsam mit Hausmeisterhilfe Reiner Sommerfeld räumt er den Abfall beiseite. Der Bad Belziger berichtet, dass mittlerweile auch Kinder im Müll spielen und Senioren Elektroschrott wie Fernseher und Staubsauger ausschlachten. Im August 2018 gab es außerdem Probleme mit Brandstiftern, die Sperrmüll anzündeten.

Mieter helfen bei Arbeitseinsätzen

Anwohnerin Inge Leifheit lebt seit 1981 im Klinkengrund. „Wer soll das alles noch aufräumen?“ fragt sie sich. Deshalb beseitigt sie gemeinsam mit anderen Helfern drei- bis viermal jährlich bei Arbeitseinsätzen den Müll im Wohngebiet. Der 72-Jährige Jürgen Gottschalk ist ebenfalls dabei und hofft auf mehr Eigenverantwortung der Bürger. Diese sollten seiner Meinung nach Missstände direkt an das Ordnungsamt weiterleiten.

Dort betont Leiterin Petra Isa Tersch, dass ihre Mitarbeiter Präsenz zeigen. „Wenn wir Hinweise von Bürgern zu Müllsünden bekommen, werden diese geahndet“, sagt Tersch. Das Abladen von illegalem Müll im Klinkengrund sei ein seit Jahren bestehendes Problem.

Detlef Schwarz, Jürgen Gottschalk und Inge Leifheit hoffen auf weniger Müllprobleme im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund. Quelle: André Großmann

Deshalb soll die Zusammenarbeit mit den Hausmeistern der Wohnungsbaugenossenschaften ausgebaut werden. Müllsündern, die erwischt werden, drohen Verwarn- und Bußgelder zwischen 15 und 50 Euro. Konkrete Zahlen zu illegalen Ablagerungen im Klinkengrund kann Tersch nicht nennen.

Wunsch nach Videokameras

Jürgen Gottschalk will diskutieren, ob die Installation von Videokameras sinnvoll ist, um Müllsünder aufzunehmen. „Wer nichts zu verbergen hat, kann sich doch filmen lassen, dass gehört für mich auch zur öffentlichen Sicherheit“, sagt Gottschalk. Petra Isa Tersch möchte sich dazu nicht äußern. Sie betont aber, dass dieses Thema kontrovers diskutiert wird, auch wegen der Datenschutzbestimmungen.

Bei der letzten Bad Belziger Stadtverordnetenversammlung wurde im Dezember 2018 eine Anfrage zur möglichen Videoüberwachung gestellt. Das Thema soll erneut bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Bildung und Kultur, Ordnung und Sicherheit am 18. Februar besprochen werden.

Von André Großmann

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