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Bad Belzig MBS zeigt neue Ausstellung in Bad Belzig
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15:10 27.09.2019
Die Mittelbrandenburgische Sparkasse Bad Belzig zeigt bis Mitte November Fotografien der Künstlerin Gabriele Kostas. Bei der Ausstellung mit dem Titel „Venezianische Impressionen" dreht es sich vor allem um Spiegelungen. Quelle: Hannah Rüdiger
Bad Belzig

Eigentlich hat Gabriele Kostas die Musikerin in sich zurückgelassen, der Fotografie wegen. Wenn man etwas richtig machen will, müsse man sich auf eine Sache konzentrieren, findet sie. Bei der Vernissage ihrer Foto-Ausstellung „Venezianische Impressionen“ in Bad Belzig musiziert sie dann doch wieder vor Publikum: Die Harfenistin ist wenige Tage zuvor abgesprungen.

„Ich habe Harfenklänge versprochen, also muss ich es jetzt selbst versuchen“, sagt Kostas und spielt ein lateinamerikanisches Stück – zwar mit zitternden Händen, aber fast fehlerfrei.

Es bleibt bei einem kurzen musikalischen Intermezzo, schließlich steht Kostas Fotografie im Mittelpunkt. Bis Mitte November zeigt die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) Werke der Künstlerin. Die gerahmten Bilder sind ab sofort an den Wänden im Kassenraum und im Treppenhaus sowie im ersten Stock der Filiale am Markt zu sehen.

Spiegelung als Spiel mit den Ebenen

Im Fokus der Ausstellung steht der Effekt der Spiegelung auf glatten Flächen; etwa auf Glas, Marmor oder Wasser. Auf ihren rund 30 Venedig-Reisen hat Gabriele Kostas unzählige solcher Effekte fotografisch eingefangen.

Fotografien seien meist eindimensional, erklärt die Wahl-Bad Belzigerin. Die Ebenen im Bild seien dann klar voneinander zu unterscheiden, es gibt einen Vorder- und einen Hintergrund. Doch wenn sich ein Gegenstand im anderen spiegelt, verschwimmen diese Ebenen. „Mit den Spiegelungen schaffe ich die Möglichkeit, in den Bildern spazieren zu gehen“, sagt Kostas.

Keine Bildbearbeitung, sondern Realität

Ihre Bilder sind keine, die der Betrachter bloß mit dem Blick streifen muss und sofort versteht. Es dauert einen Moment, bis sich die Ebenen voneinander trennen lassen.

Tatsächlich stehen viele Besucher staunend vor ihren Fotografien. Manche erkundigen sich bei der Künstlerin, ob sie wirklich kein Bildbearbeitungsprogramm genutzt hat. Allen kann Gabriele Kostas versichern: Die Abbildungen an den Wänden der Sparkasse sind zu hundert Prozent realitätsgetreu.

Die Fotografien von Gabriele Kostas sind in der Sparkassen-Filiale auf zwei Etagen zu sehen. Quelle: Hannah Rüdiger

„So etwas elektrisiert mich“

In einem von Kostas’ Lieblingsfotos spiegeln sich die Säulen einer venezianischen Fassade in einem überfluteten Steinboden. Der Effekt wirkt fast wie eine optische Täuschung. „Man wird in die Tiefe gezogen“, sagt Kostas. „So etwas elektrisiert mich derartig, das muss ich einfach einfangen.“

Um so ein Foto zu schießen, brauche es viel Geduld. Manchmal habe sie stundenlang gewartet, bis die Lichtverhältnisse stimmten und die Wasseroberfläche still genug da lag. Am Ende habe sie sich zwischen Hunderten Bildern entscheiden müssen. Das sei ein Nachteil der digitalen Fotografie: Wenn es keinen Film mehr gibt, der irgendwann voll ist, könne man einfach zu oft draufhalten.

Viel Arbeit und Geduld

„Es ist wirklich viel Arbeit“, erklärt die Künstlerin. Sie brauche manchmal unzählige Anläufe, bis das Foto genau das transportiert, was sie sieht. Bis es den Betrachter inspiriert. „Aber wenn die Besucher am Ende mit leuchtenden Augen durch die Ausstellung gehen, hat es sich für mich gelohnt.“

Die Ausstellung „Venezianische Impressionen“ ist noch bis Mitte November in den Geschäftsräumen der Sparkasse zu sehen. Öffnungszeiten: Montag und Freitag von 9 bis 16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 18.30 Uhr, Mittwoch 9 bis 12.30 Uhr

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Von Hannah Rüdiger

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