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Bad Belzig Zur Wahl braucht es neue Bekenntnisse
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Zur Wahl braucht es neue Bekenntnisse
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18:19 31.03.2019
Laura Schenderlein, Nico Scuteri und Benjamin Stamer (von links) erörtern den Aufruf zum neuen Bekenntnis für Demokratie und Toleranz in Bad Belzig Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

Das Bekenntnis zu Toleranz und Vielfalt soll eine Neuauflage erleben. Dies ist nach Einschätzung des Forums gegen Rechtsextremismus und Gewalt nötiger denn je. Deshalb sollen Plakate mit der Botschaft „Bad Belzig - solidarisch statt rassistisch“ in den Wochen des Kommunalwahlkampfes in der Stadt aufgehängt werden. Gerade werden noch Unterstützer, die mit ihrem Namen das Anliegen unterstützen wollen, gesucht.

Mehr als 40 Besucher –von jung bis alt, zugezogen und eingesessen – waren am Freitagabend ins Bürgerhaus Bad Belzig zur Informationsveranstaltung über den Rechtspopulismus gekommen. Er gewinnt zunehmend Einfluss im Hohen Fläming, wie mehrfach mit Unbehagen geschildert worden ist. Das Publikum wollte deshalb wissen, wie es der Strategie begegnen soll, wenn sich fremden- und demokratiefeindliche Standpunkte häufig sogar in die Privatsphäre drängen.

Versäumnisse etablierter Parteien

„Dass einiges hierzulande auf fruchtbaren Boden fällt, ist den etablierten Parteien zu verdanken“, sagt Helmut Peltret (die Linke). Wie in der Lausitz macht sich bei einigen im Hohen Fläming das Gefühl breit, abgehängt zu werden. So der Verweis auf Behörden- und Dienstleistungsabbau. Dann greife die meist emotionale Kritik.

„Selbst Haltung zeigen und Widerspruch zu leisten“, lautet die Empfehlung von Laura Schenderlein. Sie ist für das Mobile Beratungsteam „Tolerantes Brandenburg“ tätig und hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Nico Scuteri das Vorgehen der „neuen Rechten“ in der Mark in Theorie und Praxis erläutert. „Abends muss jeder in den Spiegel sehen“, sagt sie.

Rechte Szene größer als angenommen

Für Bad Belzig und Umgebung warnt Benjamin Stamer davor, das Problem leichtfertig „auf die zwei, drei Unbelehrbaren“ zu reduzieren. „Dass die NPD einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung hat, bedeutet, dass weit mehr als 100 dem Kandidaten ihre Stimme gegeben haben“, sagt der Mitarbeiter des Infocafés „Der Winkel“. Der Sozialarbeiter schätzt die aktive rechte Szene auf 25 Leute. Sie nehmen nach seiner Erkenntnis bundesweit an Demonstrationen teil oder besuchen Konzerte.

Wobei davon auszugehen sei, das sich die gleichen Kräfte unter verschiedenen Labels mal mehr mal weniger deutlich erkennbar zeigen. Mitunter als Teilnehmer der AfD- und NPD-Termine auf dem Markt, zuweilen mit Aufklebern der Identitären Bewegung. Sie wurden nach den jüngsten Angriffen auf die interkulturelle Begegnungsstätte in der Straße der Einheit an den Schaufenstern entdeckt.

Dass die Stadtväter sich im politischen Alltag noch bewusster mit der grundsätzlichen Thematik befassen, ist der Wunsch von Wolf Thieme. „Ein drohendes Schweigen“, nimmt er wahr, wenn es doch klarer Worte bedarf. Der pensionierte Journalist unterstützt deshalb die Wiederbelebung des 2011 noch unter Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast formulierten Bekenntnisses.

Von René Gaffron

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