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Bad Belzig Oberschule Bad Belzig musste wohl zittern
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22:18 02.08.2019
Cornelia Scholla, Leiterin der Oberschule Bad Belzig, und Sekretärin Wenke Baumgarten (links) sind startklar. Sie eerwarten zwei neue 7. Klassen Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

39 Mädchen und Jungen werden am Montag in der siebenten Jahrgangsstufe der Krause-Tschetschog-Oberschule Bad Belzig erwartet. „Die Zweizügigkeit ist mit der Bildung kleiner Klassen gesichert“, sagt Rektorin Cornelia Scholla.

In der Bildungsstätte laufen die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr jetzt auf Hochtouren. Dort wird weiter der Schwerpunkt auf die Berufsorientierung gelegt. Das Praxis lernen geht weit über das gleichnamige Programm hinaus und ist deshalb schon mehrmals preisgekrönt. Seit 2018 besteht eine Kooperation mit dem Überbetrieblichen Ausbildungszentrum in Brandenburg/Havel, das auf Nachwuchs für die Bau- und Handwerksberufe hofft.

„Wir hatten nach dem Tag der offenen Tür im Januar eigentlich das Gefühl, das diese Ausrichtung ankommt und auf etwas mehr Zuspruch gehofft“, räumt Cornelia Scholla ein. Die 62-Jährige und ihre 18 Kollegen nehmen die Bedingungen an, wie sie jetzt sind. „Bei der Gruppenbildung für den differenzierten Unterricht kann jedenfalls gut individuell gearbeitet werden“, bestätigt sie.

Eltern haben klare Favoriten

Die meisten Eltern der 1616 Jungen und Mädchen, welche im Juni die Grundschule im Landkreis Potsdam-Mittelmark verließen, haben allerdings andere Prioritäten gesetzt. Das geht aus den Zahlen des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport hervor. Demnach favorisierten 45 Prozent –726 Erstwünsche – den Besuch eines Gymnasiums. Hinzu kommen 583 Zweitwünsche, während nur 704 Plätze zur Verfügung standen. Weitere 390 Erstwünsche (387 Zweitwünsche) entfielen auf die Gesamtschulen, welche eine Kapazität von 454 Plätzen haben. Lediglich 291 Erstwünsche waren für die Oberschulen zu verzeichnen (283 Zweitwünsche). 328 Plätze hätten belegt werden können.

„Zwei Oberschulen waren deutlich unternachgefragt, konnten aber durch Zweitwünsche sowie Umlenkungen so viele Schüler aufnehmen, dass zwei Klassen in der Jahrgangsstufe 7 gebildet werden können“, teilte Ministeriumssprecher Ralph Kotsch mit. Nahe liegend, dass Bad Belzig dazu gehört.

Ministerium gegen Rangfolgen

Welche Standorte auf der Kippe standen und wie gering die Nachfrage dort zunächst gewesen ist, soll ausdrücklich nicht bekannt werden. „Wir wollen verhindern, dass anhand der Zahlen ungerechtfertigt Rangfolgen erstellt werden“, erklärt Ralph Kotsch. Der Qualitätsmaßstab eines Bildungsangebotes bemesse sich nicht allein aus dem Zuspruch der ehemaligen Grundschüler. Konsequenterweise wird daher auch nicht mitgeteilt, welche Schule am häufigsten von den Eltern für die Kinder angewählt worden ist. „An fünf der insgesamt 17 Einrichtungen musste eine Auswahl getroffen werden“, ist der Mitteilung des Ministeriums zu entnehmen.

Die neue Gesamtschule Treuenbrietzen ist gefragt. Sie nimmt 136 Siebentklässler auf. Quelle: Thomas Wachs

Fläming-Gymnasium mit Extra-Klasse

Traditionsgemäß dabei ist das Fläming-Gymnasium Bad Belzig, wo jetzt 80 Siebentklässler - und eine 28 Fünftklässler als Schnellläufer – starten. Ein offenes Geheimnis ist, dass die vor zwei Jahren gestartete Gesamtschule Treuenbrietzen über das Maß gefragt ist und entsprechend selektiert werden musste. Nach MAZ-Informationen lernen dort in Zukunft 136 Siebentklässler. Das bedeutet Fünfzügigkeit und bringt die Bildungsstätte zumindest baulich an Grenzen, wie die Stadtväter bereits zur Kenntnis genommen haben.

So läuft der Rechtsweg

Vereinzelt gibt es Schulen, in denen die 7. Klassen mit einer höheren Frequenz als vorgesehen starten werden.

Für 26 Schüler konnte nach Ablehnungen von Erst- und Zweitwunsch über die Ausgleichskonferenzen doch noch eine Aufnahme im Einvernehmen realisiert werden.

Für 23 Schüler wurde vom Staatlichen Schulamt eine Zuweisung an eine Schule vorgenommen.

Die Aufnahme- und Ablehnungsbescheide werden von den Schulen versendet; Zuweisungen erstellt das Schulamt. Legen Eltern Widersprüche dagegen ein, werden sie im Schulamt bearbeitet und gegebenenfalls mit einem Widerspruchsbescheid beantwortet.

Gegen diesen können dann die Eltern eine Klage beim Verwaltungsgericht erheben, wenn sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind.

Insgesamt wurden in diesem Jahr im Schulamtsbereich Brandenburg an der Havel 75 Widersprüche gegen Aufnahme- und Zuweisungsbescheide eingelegt; in acht Fällen wurden Eilverfahren eingeleitet und Klage eingereicht.

27 dieser Widersprüche wurden laut Ministerium von Eltern aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark erhoben und bisher zwei Eilverfahren eingeleitet und Klage erhoben.

Die Erweiterung des Schulcampus in Brück steht buchstäblich schon vor der Tür. Dort werden laut Schulleiterin Barbara Neupauer „zwei gut gefüllte siebente Klassen“ begrüßt. Auch dort wird Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region gepflegt. Dessen ungeachtet kann das Abitur dann immer noch angestrebt werden. Unter den Abgängern dies Jahres seien fast 50 Prozent mit der Fachoberschulreife als Empfehlung entlassen worden, sagt die Direktorin nicht ohne Stolz.

Von René Gaffron

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