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Bad Belzig Abschied von der letzten Chefsekretärin der Chirurgie
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Abschied von der letzten Chefsekretärin der Chirurgie
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07:42 28.03.2019
Petra Wilke war 47 Jahre lang Chefsekretärin der Chirurgie im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Bad Belzig. Zum Abschied haben ihre Kollegen eine kleine Feier organisiert. Quelle: Josephine Mühln
Bad Belzig/Cammer

 Der erste Tag im neuen Lebensabschnitt kneift noch ein bisschen. „Ich muss erstmal runterkommen, ankommen“, sagt Petra Wilke. 47 Jahre lang war sie Chefsekretärin der Chirurgie am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Bad Belzig. Am Dienstag haben ihre Kollegen sie in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt die 63-Jährige. Sie habe stets den offenen und lockeren Umgang mit den Kollegen geschätzt, von denen sie viele bereits über mehrere Jahre gekannt habe. „Manchmal hat ein Blick gereicht und man wusste, was der andere wollte“, erinnert sich Petra Wilke.

Keine Nachfolgerin für die Stelle

„Und ich habe mich immer sehr wohl gefühlt und mochte den Kontakt mit den Patienten – sei es persönlich oder telefonisch. Auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten hat Spaß gemacht.“ Einige von ihnen habe sie bereits seit deren Ausbildung im Krankenhaus gekannt, erzählt die dreifache Mutter.

„In den vergangenen Jahren hat sich im Haus durch die Leitung aber auch viel verändert – und damit musste man lernen, umzugehen.“ Sie sei traurig, dass das Sekretariat nicht nachbesetzt wird, sagt Petra Wilke.

Kollegen aus anderen Sekretariaten sollen die Aufgaben der einstigen Chefsekretärin jetzt übernehmen. „Damit wird eine so komplexe Tätigkeit gesprengt, das kann nicht funktionieren“, ergänzt die Cammerin.

Freizeit genießen und auf Reisen gehen

Sie wolle jetzt vor allem ihre Freizeit genießen, vielleicht die ein oder andere Reise machen. „Mein Mann und ich haben hier ein großes Haus mit Grundstück und fünf Enkel in der Umgebung“, erzählt Petra Wilke.

„Wir werden sehen, was uns die Gesundheit noch ermöglicht – denn gesund zu sein ist alles, was zählt. Das habe ich während meiner Arbeit täglich erlebt.“

Für das Krankenhaus wünsche sie sich, dass die Chirurgie noch lange bestehen bleibt. „Mit den beiden Oberärzten Dirk Herberger und Waldemar Kindsvater“, schließt Petra Wilke.

Überraschungsgast von weit her

Wie sehr ihre Arbeit geschätzt wurde und dass die Kollegen sie vermissen werden, ist auch beim Abschied in der Cafeteria deutlich geworden. Einige Gäste waren als Überraschung von weit her angereist – wie zum Beispiel Christian Liebenow, der von 1977 bis 1997 Chefarzt war und mittlerweile in Koserow auf Usedom lebt.

Weiterhin die ehemaligen Chefärzte Manfred Heßler, Rüdiger Weimann, Andreas Seichter, Hans Brosz, Eberhard Paschold und Christian Neumann.

Letzterer bezeichnete Petra Wilke als das Gesicht des Krankenhauses und Außenministerin der Chirurgie gegenüber den Hausärzten. „Du warst immer freundlich, nie ungeduldig und bist dir selbst stets treu geblieben“, sagte Neumann zum Abschied.

Ausbildung 1972 begonnen

Auch Heidi Schmickaly, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und bis 2009 am Bad Belziger Klinikum tätig, würdigte die Arbeit ihrer einstigen Kollegin – und schaute noch einmal zurück bis ins Jahr 1972, als Petra Wilke – damals noch Herrmann – ihre Ausbildung zur Sekretärin begann.

„Du warst dabei, als 1991 Fred Bettin Geschäftsführer wurde, 1992 der erste Herzschrittmacher implantiert wurde und 1994 ambulante Operationen eingeführt wurden.“

So traurig alle über den Abschied seien – Petra Wilke gehe zur richtigen Zeit, sagte Hedi Schmickaly in ihrer Ansprache. „Denn du gehst als letzte Chefsekretärin der Chirurgie in unsere private Chronik ein.“

Von Josephine Mühln

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