Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig Am Weinberg: Planung für neues Wohngebiet kann starten
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Am Weinberg: Planung für neues Wohngebiet kann starten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:18 20.03.2019
Für das erwogene neue Wohngebiet Am Weinberg in Bad Belzig gibt es Zustimmung wie Ablehnung. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Die Sorgen der Anwohner Am Weinberg sind im Wortsinne angekommen. Ihre schon unaufgefordert eingesendeten Bedenken fließen in die Planungsunterlagen ein, die es braucht, wenn dort ein neues Wohngebiet entstehen soll.

Das haben die Bad Belziger Stadtväter den Anliegern jetzt zugesagt, als sie in der jüngsten Sitzung trotzdem mit recht deutlicher Mehrheit den Aufstellungsbeschluss für das Papier verabschiedet haben.

Eine von Lothar Lehmann (Freie Wählergemeinschaft) beantragte Vertagung der Entscheidung kam nicht zustande. Denn die Parlamentarier fühlen sich offenkundig selbst in Zugzwang. „Die Nachfrage nach Bauplätzen in der Stadt steigt stetig“, hat Ingo Kampf (SPD) festgestellt. Dieses Wachstum sei seiner Meinung nach eigentlich ein ganz erfreulicher Fakt.

„Wir können deshalb nicht nur rückwärts blicken, sondern müssen hier zumindest die Möglichkeiten prüfen, ob und wie sich etwas für Bad Belzig entwickeln lässt“, so der Parlamentschef.

16 Eigenheime sollen entstehen

Auf einerin Privatbesitz befindlichen 14 000-Quadratmeter-Fläche zwischen dem Lidl-Markt und der Straße Am Weinberg könnten demnach bis zu 16 Eigenheime errichtet werden.

Wald und Wiese müssten allerdings weichen, wenn auf dem Hügel neue Häuser entstehen. Lediglich die Gartenanlage hat ihren Bestandsschutz, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Dennoch haben 13 Anlieger mit Thomas Graf an der Spitze sowie 17 Nutzer von Kleingärten ihren Protest schon schriftlich an das Fachamt im Rathaus gerichtet. Sie befürchten, dass sich künftig nicht nur der Verkehr an der engen Zufahrt vom Kreisverkehr an der Brücker Landstraße staut, sondern auch die Entwässerungsmulden überlaufen, weil zu viele Flächen versiegelt werden.

Schutzwall zum Gewerbepark Seedoche

Obendrein wäre mit einer zusätzlichen Rodung von Bäumen zu rechnen. Sie dienen aber eigentlich als natürlicher Lärm- und Sichtschutz zum Gewerbegebiet Seedoche, lautet das Argument der Kritiker. Sie hoffen mithin, dass die Untere Naturschutzbehörden ihre Wertschätzung für Flora und Fauna vor Ort teilen.

Dass im vergangenen Monat auf dem jetzt benötigten Gelände eine Laube abgebrannt sei, wäre kein Zufall gewesen, heißt es dort bei den Gesprächen am Gartenzaun.

Zumindest den Abstand von 50 bis 60 Metern von der Baugrenze bis zum künftigen Standort der Blume-21-Gewächshäuser ist nach Ansicht von Christoph Grund hinreichend. Wie der Leiter des städtischen Bauamtes versicherte, sei ihm auch zu einer befürchteten Bauflächenerweiterung nach Süden nichts bekannt.

Hinweise werden geprüft

Indes müssten alle Hinweise von Behörden und Bürgern zur Erschließung bei der Planung berücksichtigt und geprüft werden. Dann wird geschaut, ob ihre Kritik berechtigt ist und wie die aufgezeigten Probleme gelöst werden können.

„Dafür gibt es ja das Beteiligungsverfahren – dem sollte man offen gegenüberstehen“, so der Bad Belziger Vizebürgermeister. Er verweist beispielhaft auf die Lösungen, die in der Ritterhuder Straße gefunden wurden. Dort sind spezielle Drainagen eingebaut worden, um die Niederschläge gezielt ableiten zu können.

„Wenn wir merken, dass dort nicht gebaut werden kann – dann wird es eben nichts“, fasste Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) die Diskussion zusammen. Es gar nicht erst auszuprobieren, sei nicht die Alternative.

Hier lesen Sie einen Kommentar zum Thema.

Von René Gaffron

Wahlen, Demonstrationen und Initiativen – jede Stimme zählt. Viele sind dennoch Politikverdrossen. Dabei ist man selten mit seiner Meinung allein. Das Wichtigste: Der erste Schritt.

25.03.2019

Die am Krankenhaus Bad Belzig etablierte psychiatrische Tagesklinik zieht ins einstige Jugendzentrum Pogo. Die Johanniter haben das Gebäude erworben. Fast eine Million Euro kostet sie das Vorhaben.

19.03.2019

Das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung bezieht sein neues Quartier in Bad Belzig. Los geht es mit neun Mitarbeitern. Sie suchen unter anderem Ersatz für Salz und Zucker.

19.03.2019