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Bad Belzig Stadtverordnete: Verwaltungskomplex soll größer werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Stadtverordnete: Verwaltungskomplex soll größer werden
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19:24 08.10.2019
Gute Perspektive: Am Papendorfer Weg in Bad Belzig so empfehlen die Stadtväter sollte der Kreis den Verwaltungssitz ausbauen. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Der Verwaltungskomplex am Papendorfer Weg in Bad Belzig lässt sich noch erweitern. Das schlagen die Stadtverordneten vor. In einem Bebauungsplan soll die Entwicklung des Standortes geregelt werden. Im Hauptausschuss wurde das Anliegen schon fraktionsübergreifend unterstützt.

Bad Belzig braucht sich, wenn es um den Kreisstadtstatus geht, nicht mit Stillstand und Bestandssicherung zufrieden geben“, sagt Ingo Kampf (SPD), „sondern wir sollten maßvoll, aber mutig auf Expansion setzen.“ Wie der Stadtverordnetenvorsteher bestätigt, kommt die formelle Anregung von Bauverwaltungschef Robert Wildgrube aus dem Rathaus. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hatte der Kommune zuletzt vorgeworfen, Bad Belzig zeige keinen Wachtsumswillen.

Nicht nur Wohnraum zu bieten

Wenn darüber gesprochen wird, sollte sich das nach Ansicht des Bad Belziger Parlamentschefs nicht auf Wohnraum beschränken. Vielmehr müssten Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen und Dienstleistungen ebenfalls mit ins Auge gefasst werden. Mit der Planung soll die Aufmerksamkeit auf das Gelände südlich der Gliener Straße gelenkt werden.

Konkret geht es um etwas mehr als 35 000 Quadratmeter, einschließlich Backsteingebäude und Parkplätze. Der größte Teil des Geländes liegt freilich brach. Es gehört dem Kreis Potsdam-Mittelmark. Das Landratsamt hat das Areal vor genau zehn Jahren der damals unter noch mehr chronischem Geldmangel leidenden Stadt abgekauft. 2015 wurde kurzzeitig erwogen, dort eine Traglufthalle als Unterkunft für Flüchtlinge zu errichten.

Brache statt Wald zur Nutzung

„Die hier gebotenen Flächen tragen zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei. Da eine Innenentwicklung stattfindet, wird der übermäßigen Flächeninanspruchnahme und Zersiedlung der Landschaft entgegen gewirkt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Argumentation soll offenkundig auch zur Abwägung mit den umfassenden Neubauplänen in Beelitz-Heilstätten dienen. Dort muss dem Vernehmen nach Wald in Größenordnungen „umgewandelt“ werden; was aus juristischen, ökonomischen und ökologischen Gründen noch einigen Diskussionsstoff bieten dürfte.

Der Kreistag hat 2018 beschlossen, die Verwaltung effektiver zu organisieren. Dies soll vornehmlich mit einem Neubau in dem zentral gelegenen Ort und mit dem Erhalt des historischen Sitzes erfolgen. Die Eckpunkte des so genannten Masterplanes mit zwei Standorten werden nach MAZ-Informationen erst Ende Oktober in den Gremien vorgestellt und erörtert.

Beschluss schon einmal 2002

Auch bei dem Vorschlag der Stadt Bad Belzig liegt die Tücke im Detail. Denkmal- und Naturschutzbelange im sensiblen Umfeld der Burg Eisenhardt sind absehbar. Gleichwohl gibt es die Überlegungen für die Errichtung weiterer Bürogebäude schon seit zwei Jahrzehnten.

Im September 2002 hatten der Kreistag beschlossen, einen Entwurf des Niemegker Architekten Arnold Hansen umzusetzen. Knapp zehn Millionen Euro hätte die Realisierung – einschließlich Plenarsaal – damals kosten sollen. Heute wird allein für die Investition in Beelitz-Heilstätten das zehnfache Volumen kalkuliert.

2002 hat das Architekturbüro Arnold Hansen aus Niemegk diese Entwürfe für die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes in Bad Belzig geliefert. Zur Realisierung fehlte letztlich das Geld. Quelle: MAZ/Archiv

Die Pläne fielen seinerzeit dem Rotstift zum Opfer. Denn zum einen verfügte der Kreis damals, im Gegensatz zu heute, nicht über das nötige Geld. Zum anderen verlief schon der erste Bauabschnitt in den 1990er-Jahren dramatisch.

Das als Bauherrin eingesetzte kreisliche Tochterunternehmen, die Gesundheitszentrum Teltow-GmbH, geriet in Schieflage und konnte nur durch eine Übernahme durch das Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin gerettet werden.

Von René Gaffron

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