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Bad Belzig Einstiges „Pogo“-Domizil soll verkauft werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Einstiges „Pogo“-Domizil soll verkauft werden
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18:05 24.09.2018
Kurzes Gastspiel: Biologe Martin Almendinger, Tobias Paul und ILU-Chef Norbert Eggenstein (v.l.) räumen in der Berliner Straße wieder aus. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Die Stadtvilla in der Berliner Straße 4 in Bad Belzig, in die erst im Februar das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung (ILU) als Mieter eingezogen ist, wird verkauft. Das alte Gutshaus soll zu einem Mindestwert von 430.000 Euro überregional ausgeschrieben werden. Kaufinteressenten müssen mit ihrem Gebot auch ein Nutzungs-, Betriebs- und Finanzierungskonzept bei der Stadt Bad Belzig einreichen.

Aktuell interessieren sich nach Aussage von Bauamtsleiter Christoph Grund bereits drei Bewerber für das Objekt. Eine Privatperson, die das Haus als Wohnsitz und zu kulturellen Zwecken nutzen möchte, der Verein „Wir“, der in der Stadt sein Angebot zur Kinderbetreuung erweitern will und das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen, das nach einem neuen Domizil für die Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ausschau hält. Letztere hat aktuell noch ihr Quartier in der „Villa Else“, dem früheren Verwaltungsgebäude des Bad Belziger Krankenhauses in der Niemegker Straße.

ILU wird in Bad Belzig bleiben

Damit der Verkauf der Villa in der Berliner Straße einen positiven Effekt für die Entwicklung der Stadt nach sich zieht, empfahlen die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses die Ausschreibung an die Konzepte zu koppeln. „Ich sehe ansonsten die Gefahr, dass das Objekt an einen meistbietenden Privatmann geht“, erklärte Ursula Schwill (Grüne).

Das ILU, welches erst zu Jahresbeginn seinen Sitz von Bergholz-Rehbrücke in der Gemeinde Nuthetal nach Bad Belzig verlegt hatte, wird wiederum weiterhin in der Kur- und Kreisstadt präsent bleiben. Das versichert Geschäftsführer Norbert Eggenstein. Der Bad Belziger Bierbrauer steht seit 2016 an der Spitze des Instituts.

Ende des 19. Jahrhunderts gebaut

Das Gutshaus in der Berliner Straße, das bis auf den heutigen Tag sein äußeres Erscheinungsbild kaum verändert hat, wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Flüchtlingsfamilien dort einquartiert. Später hatte der Club der Volkssolidarität dort sein Domizil.

Nach der Wende wurde das Haus zur Jugendfreizeiteinrichtung umgebaut und als solche bis zum 31. Dezember 2017 genutzt.

Das umgebende 8000 Quadratmeter große Gelände blieb teilweise ungenutzt.

„Das Haus ist in keinem Zustand, der für ein Institut auch nur ansatzweise geeignet ist“, sagt er zum plötzlichen Auszug. Der Einzug sei seinerzeit nur eine Notlösung gewesen, weil kein anderes Quartier zur Verfügung gestanden habe. Der Umzug des Instituts in den ländlichen Raum wiederum war Voraussetzung für weitere Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Brandenburg.

Das Geld steht jedoch nur in Aussicht, wenn das Domizil einen kommunalen Vermieter hat. Da die Stadt Bad Belzig nicht in der Lage war und ist, das Haus zu sanieren, empfahl der Wirtschaftsausschuss im Frühjahr von einer Ausschreibung abzusehen und die Villa stattdessen an den Landkreis Potsdam-Mittelmark oder ein Tochterunternehmen zu verkaufen. „Der Erwerb durch den Landkreis wird jetzt jedoch nicht mehr verfolgt“, sagte Grund im Wirtschaftsauschuss.

Die Stadtvilla in der Berliner Straße 4 in Bad Belzig soll verkauft werden. Quelle: Christiane Sommer

„Es wäre zu teuer geworden. Zum Kaufpreis von 430.000 Euro wären 200.000 für die Sanierung dazu gekommen. Und dann hätten wir immer noch eine Lösung für das Institut, die ’1b’ ist“, ergänzt Eggenstein. Er erinnert zudem daran, dass auf dem weitläufigen Areal der Villa zusätzlich ein Ergänzungsbau mit Forschungslaboren errichtet werden sollte.

Die bessere Lösung ist nach Aussage des Geschäftsführers zwischenzeitlich in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark am Papendorfer Weg 3 gefunden worden – konkret mit dem kreiseigenen Backsteingebäude. „Dort soll später, etwa ab 2020, auch das neue Technikum entstehen“, so Eggenstein, der Bad Belzig zu einer Institutsstadt entwickeln will. Zum 1. Oktober werden immerhin bereits 18 Forscher am Standort des Instituts in der Stadt arbeiten. Ende 2019 sollen es 25 sein.

Von Christiane Sommer

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