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Bad Belzig Strom vom eigenen Dach für die Oberschule
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Strom vom eigenen Dach für die Oberschule
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18:06 10.07.2019
Auf dem Dach der Oberschule Bad Belzig lassen die Stadtwerke eine Photovoltaik-Anlage bauen. Geschäftsführer Hüseyin Evelek (re.) und Harald Lacher, der Leiter für Energiewirtschaft, begutachten den Baufortschritt. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Die Stadtwerke Bad Belzig engagieren sich immer stärker in Projekten zur eigenen Nutzung Erneuerbarer Energien. Erstmals investieren sie jetzt in eine größere eigene Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung aus Sonnenkraft.

Für diese haben jetzt die Bauarbeiten auf dem Dach der Krause-Tschetschog-Oberschule begonnen. Sie wird ohnehin gerade saniert. In wenigen Wochen soll die Anlage mit einer möglichen Maximalleistung von 90 Kilowatt ans Netz gehen. Dann fließt der Strom direkt vom Dach auch in die Schule. „Was dort nicht selbst verbraucht werden kann, verkaufen wir in das allgemeine Netz“, sagt Hüseyin Evelek, der Geschäftsführer der Stadtwerke.

Stromankauf deutlich reduzieren

Er geht davon aus, dass die Schule somit ihren Stromankauf um gut ein Drittel reduzieren kann. Der Verbrauch der Schule liege aktuell bei bis zu 40.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die PV-Anlage auf dem dafür maximal ausgenutzten und frisch sanierten Dach könnte pro Jahr bis zu 90.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. „Ein Speicher ist noch nicht vorgesehen, weil dessen Kosten die Armortisationszeit für die Anlage auf 15 bis 18 Jahre verdoppeln würde“, sagt Hüseyin Evelek.

Die Stadtwerke rechnen mit Kosten von maximal 90.000 Euro für dieses Projekt. Für die Nutzung des Daches hat der zu 100 Prozent kommunale Dienstleister einen Pachtvertrag mit der Stadt Bad Belzig abgeschlossen, die Trägerin der Schule ist. Sie profitiert somit von den Pachteinnahmen und von der Ersparnis bei den Stromkosten.

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Eine zweite größere Investition der Stadtwerke ist aktuell der Aufbau von zwei weiteren Blockheizkraftwerken (BHKW) in Mehrfamilienhäusern an der Goethestraße im Wohngebiet „Klinkengrund“. Sie sollen mit einer elektrischen Leistung von jeweils 15 Kilowatt und einer doppelt so hohen thermischen Leistung für Heizenergie dazu beitragen, rund 100 Wohnungen zu günstigen Konditionen mit Strom und Wärme zu versorgen.

Stabile Strompreise für die Mieter

Die Mietshäuser gehören zur Wohnungsbaugenossenschaft 1919 Bad Belzig beziehungsweise zur Wohnungsgenossenschaft Klinkengrund. Mit den Wohnungsgesellschaften laufen Gespräche, um auch dort über das Modell „Mieterstrom“, das die Stadtwerke innovativ forcieren wollen, günstigere und vor allem über die nächsten Jahre stabile Strompreise für die Mieter anbieten zu können.

Für das Projekt der neuen Blockheizkraftwerke investieren die Stadtwerke insgesamt rund 300.000 Euro. Damit soll die allgemein in der Energiebranche verfolgte „Strategie der drei D“ ausgebaute werden. Ziel sei es, die Systeme stärker zu digitalisieren, sie zu dezentralisieren sowie zu dekarbonisieren, also wegzuführen von fossilen Brennstoffen, erläutert Hüseyin Evelek.

Heizwerk kann Pause machen

„Mit mehreren Blockheizkraftwerken soll es möglich werden, die Grundlast bei Strom und Wärme für das Versorgungsgebiet im Klinkengrund abzudecken“, erklärt Harald Lacher, der Leiter Energiewirtschaft bei den Stadtwerken. In Sommermonaten mit geringerem Heizbedarf wäre es dann möglich, das mit Gas betriebene Heizwerk für das Fernwärmesystem am Krankenhaus abzuschalten.

Auch dort arbeitet bereits parallel ein mittelgroßes BHKW mit einer Leistung von 50 Kilowatt elektrisch und 85 Kilowatt thermisch. Für die Abschaltung wäre es nun noch nötig, ein größeres BHKW mit einer Leistung von 140 Kilowatt in das Netz zu integrieren“, erklärt Harald Lacher.

„Unser des Ziel ist es, Fernwärmekosten zu sparen und Verluste auf den Transportstrecken in den Leitungen zu vermeiden“, sagt Hüseyin Evelek. Der zum Jahreswechsel neu auf den Chefposten berufene Manager will allgemein bei den Stadtwerken verstärkt auf die Themen Erneuerbare Energien, Digitalisierung und Beständigkeit setzen.

Von Thomas Wachs

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